Wunderbare Vorsehung

Wir jagen besonderen geistlichen Erfahrungen hinterher und meinen, Gott nur zu erleben, wenn wir ein tolles Gefühl im Lobpreis oder eine besondere Gebetserhörung erfahren. Dabei haben Generationen von Christen vor uns Gott im ganz Alltäglichen gesehen und seine Wunder in der Schöpfung und Lenkungen der Welt gepriesen. Die Theologie nennt das beständige Wirken Gottes in der Welt seine Vorsehung oder Fügung. Im Psalm 104 haben wir ein wunderschönes Bild davon:

Die Tapferkeit der Reformatoren

Heinrich Bullinger schrieb am Ende seines Buches über das Amt des Propheten:

Unsere Aufgabe wird es fortan sein, mit größtem Eifer und, wenn es die Sache verlangt, auch unter Verlust des Lebens für die Wahrheit zu kämpfen, die Heilige Schrift lauter auszulegen, das Volk zur Gottesfurcht anzuspornen, die Trauernden recht zu trösten, den Irrtümern klug entgegenzuwirken, die Ketzereien unablässig zu vertreiben und die Last und die Lasterhaften gottesfürchtig und tapfer zu bekämpfen. Dies alles soll mit größter Treue und Sorgfalt geschehen, damit wir (1. Petrus 5:4), „wenn der Oberhirt sich offenbaren wird, einen unverwelklichen Kranz davontragen.“

Das Aufhören von Zungenrede und Prophetie

In einem Positionspapier entfaltet Greg Loren Durand die traditionell reformierte Sicht auf die besonderen Geistesgaben.

Zunächst zitiert er einschlägige Stellen aus den Instituten von Calvin, dem Westminster Bekenntnis sowie von den Theologen Martin Luther, Charles Spurgeon und B.B. Warfield, die alle bekannten, daß die besonderen Geistesgaben wie Zungenrede und Prophetie eine besondere Funktion in der frühen Kirche hatten, dann aber aufhörten, als diese Funktion erfüllt wurde.

Ein männlicher Christ

In diesem Vortrag über den berühmten englischen Pfarrer J.C. Ryle arbeitet John Piper acht Lehren darüber heraus, was es heißt, ein wahrhaft männlicher Christ zu sein und einen männlichen Dienst für Jesus zu tun. Ich möchte zwei davon aufgreifen:

Ein männlicher Christ übernimmt Verantwortung

Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark! 1. Korinther 16:13

Männlichkeit zeichnet sich darin aus, daß man Initiative ergreift und bereit ist, Führung und Verantwortung zu übernehmen. Falsche Männlichkeit ist geprägt davon, keine Initiative zu zeigen sowie Führung und Verantwortung abzugeben.

Ein männlicher Christ liebt und verkündet biblische Wahrheit über Jesus Christus

Der Gebrauch des Verstandes

Wir sind unter den Evangelikalen sehr vorsichtig, wenn es darum geht, den Verstand zu gebrauchen. Oft lauert aus unserer Sicht dahinter die Gefahr der Bibelkritik. Das hat natürlich eine Grundlage, denn zu oft hat sich die menschliche Ratio selbst vergöttert und sich immer mehr vom Vertrauen auf das Wort Gottes entfernt. Aber das ist kein zwangsläufiger Schritt. Gerade die Puritaner zeigten, wie die menschliche Vernunft wunderbar mit dem Wort Gottes zusammenarbeiten kann.

Mark Driscoll ist zurück

Mark Driscoll arbeitet sich langsam wieder ins Rampenlicht zurück. Neulich wurde er in der christlichen Sendung LIVE Today exklusiv interviewt. Das ganze Interview findet man auf seiner Webseite.

Mir sind folgende Punkte bei dem Interview aufgefallen, die ich bezeichnend für die gegenwärtige Lage der evangelikalen Bewegung erachte:

Fehlende Rechenschaft

Driscoll erzählt, wie er relativ früh nachdem er zum Glauben gekommen war die Mars Hill Gemeinde gegründet hat. Als es dann zu Schwierigkeiten kam, zog er sich, nachdem er ein Wort von Gott hörte, mit seiner Familie zurück. Sie feierten dann gemeinsam in der Familie Gottesdienst. Als später die Kinder vorschlugen, Mark könne doch eine neue Gemeinde gründen, tat er das.

Eine Reform des Islams?

Gegen Ende seines Lebens, als er sah, daß seine Bekehrungsversuche gegenüber den Juden und Christen in seiner Umgebung erfolglos blieben, erließ der Prophet Muhammad folgenden Befehl:

Vertreibt die Götzenanbeter von der arabischen Halbinsel. Sahih al-Bukhari 3168

In einer anderen Aussage setzte er sich diese Aufgabe selbst:

Ich werde die Juden und die Christen von der arabischen Halbinsel vertreiben, und werden niemanden als Muslime übriglassen. Sahih Muslim 1767a

Der eindimensionale Mensch

Herbert Marcuse hat in seiner Gesellschaftskritik das Konzept des eindimensionalen Menschen entwickelt. Moderne Technik und soziale Strukturen würden einen Menschen hervorbringen, der nicht mehr fähig sei, zu reflektieren.

Ich denke, an seiner Kritik ist einiges dran, denn wir erleben dieses Typ Mensch heute überall. Menschen, die nur eindimensional über ein Problem nachdenken und aus ihrer gesellschaftlichen Echokammer heraus nur noch eine Meinung dulden.

Nur, wie kommt man aus dieser Eindimensionalität wieder heraus? Für Marcuse war der Weg dazu die gesellschaftliche Revolution und die Weigerung, sich von den Eigengesetzlichkeiten der Moderne bestimmen zu lassen. Dies wurde zu einem Hauptmotiv der 68er Bewegung. Das Ergebnis ist aus meiner Sicht aber sehr ernüchternd, denn die Rebellen sind dann selbst wieder einer neuen Eindimensionalität verfallen.

Ein gerechter Krieg

Die Ethik des gerechten Krieges besagt, daß Krieg manchmal notwendig ist, um ungerechte Handlungen abzuwehren, die eine Regierung oder eine Nation gegen eine andere unternimmt, aber sie besteht auch darauf, daß Krieg immer bedauerlich ist, immer so weit es geht vermieden werden sollte und niemals eingesetzt werden sollte, um die neue Vision einer sozialen Ordnung durchzusetzen.

Die Tradition des gerechten Krieges erwächst aus biblischen und klassischen Quellen. In der Bibel finden sich Prinzipien für einen gerechten Krieg in den Regeln, die offenbart wurden, als es darum ging, einem Gegner außerhalb der Grenzen des Verheißenen Landes zu begegnen (5. Mose 20:1-20), im Gericht Gottes über die Kriegsverbrechen anderer Völker (Amos 1) und im Bezug Jesu auf die moralische Weisheit, mit der Könige Krieg führen (Lukas 14:31).

Die himmlische Eisenbahn

Nathaniel Hawthorne schrieb im 19. Jahrhundert eine Kurzgeschichte, die eine Fortsetzung von Bunyans Pilgerreise darstellt. Der aufreibende Pilgerweg wurde in der Geschichte von pragmatischen Gemeindebauern in eine Eisenbahn umgewandelt, welche die Pilger möglichst schnell und bequem zu ihrem himmlischen Ziel bringen soll. Nur daß sie am Ende eine böse Überraschung erleben, denn der Erbauer der Eisenbahn ist der Teufel selbst, der sich die ganze Zeit über verstellt hat.

Die Kurzgeschichte ist ein wunderbarer Kommentar auf moderne Gemeinden, die nicht klar das Wort Gottes verkündigen, sondern die Botschaft anpassen, um möglichst viele Menschen anzuziehen. Sie könnte nicht aktueller sein.