In Christus sein

Warum wird eigentliche die wichtigste Bezeichnung des Neuen Testaments für die Nachfolger Jesu Christi, nämlich daß sie „in Christus“ sind, heute so wenig von ihnen als Selbstbezeichnung gewählt? Diese Frage ist der Aufhänger eines äußert interessanten Buchs von Sinclair Ferguson „The Whole Christ: Legaglism, Antinomianism, and Gospel Assurance„.

Ferguson beschäftigt sich in diesem Buch mit dem Spannungsfeld zwischen Gesetzlichkeit und ihrem Gegenteil, Freizügigkeit. Er bettet seine Überlegungen in eine Behandlung einer historischen Auseinandersetzung innerhalb der schottischen Kirche ein. Dort hatte im 18. Jahrhundert ein Buch namens „The Marrow of Modern Divinity“ großes Aufsehen erregt, weil es von Pastoren benutzt wurde, um die Gesetzlichkeit der Kirche ihrer Zeit anzuklagen und wieder neu auf Jesus und die Herrlichkeit seines Evangeliums hinzuweisen.

Geheiligt werde dein iPhone …

Oliver Rasche nimmt in einem Kommentar für Die Welt die Anbetung der Applejünger aufs Korn.

Diese Leute, die, wann immer es ihnen möglich ist, in ihr Gotteshaus pilgern, um dort alles durchzukauen und anzunehmen, was ihr Gott und dessen Vertreter auf Erden ihnen einflößt. Sie zeigen Hingabe, sie zeigen echten, wahren, sinnstiftenden Glauben.

Klar, die Rede ist natürlich von diesen Apple-Jüngern, die jetzt wieder sehnsüchtig auf das neue iPhone warten.

Er schließt seinen Artikel sogar mit einer Umdichtung des Vaterunsers auf die Firma Apple ab.

Gleichgeschlechtliche Anziehung

Sollten Christen, die sich zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen, diese Neigung auch ausleben? Sam Allberry meint nein.

Er bekennt sich vor der versammelten Synode seiner anglikanischen Kirche sowohl zu seiner gleichgeschlechtlichen Anziehung als auch zu seiner tieferen Identität in Jesus Christus, die ihm die Kraft verleiht, den biblischen Geboten treu zu bleiben.

Man kann mehr über Sam bei einem Dienst für Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung erfahren: http://www.livingout.org/stories/sam

Die Religion des Starez Sossima

Im berühmtesten Roman des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski „Die Brüder Karamasow“ stellt der Starez Sossima, ein ehrwürdiger Mönch, wahrscheinlich die eigene religiöse Überzeugung Dostojewskis dar. In einer längeren Ansprache an die Mönche in seinem Kloster sagt der Starez:

Die Gründung der Sieben-Tags-Adventisten

Ich beschäftige mich gerade mit der Gründungsphase der Sieben-Tags-Adventisten anhand des Buchs von George Knight „A Search For Identity – The Development of Seventh-day Adventist Beliefs„. Für mich erstaunlich war es, daß die Gründerväter sowohl die Göttlichkeit Jesu als auch damit zusammenhängend die Dreieinigkeit leugneten.

Besonders interessant fand ich ihr Verständnis davon, wie ein Mensch erlöst wird. Grundlegend für die Bibelauslegung der Adventisten sind die Botschaften der drei Engel in Offenbarung 14. Der erste Engel predigt aus ihrer Sicht in Vers 7 die Rückkehr Jesu und das damit verbundene Gericht Gottes. Diese Predigt wurde 1844 erfüllt, indem der Gründervater William Miller die leibliche Rückkehr Jesu ausgehend von Daniel 7 für dieses Jahr voraussagte. Diese wurde dann in eine geistliche Rückkehr uminterpretiert, indem das Heiligtum, welches Jesu reinigt, nicht mehr als die Welt, sondern als das himmlische Heiligtum verstanden wurde. Jesus übt jetzt einen zweiten Dienst dort aus.

Evangeliumsamnesie in der Gemeinde

Timothy Lane und Paul Tripp warnen in ihrem Buch „Alles anders – aber wie?“ davor, daß nicht nur einzelne Christen, sondern auch eine ganze Gemeinde das Evangelium vergessen kann (eine sogenannte Evangeliumsamnesie).

Dabei hat der Grad, inwieweit die Mitglieder der Gemeinde das Evangelium verstehen und auf ihr Leben anwenden können, tiefgreifenden Einfluß auf die Kultur der Gemeinde. Die Autoren beschreiben folgenden Prozeß, der normalerweise in der Ortsgemeinde abläuft:

  1. Jede Woche gibt es in der Gemeinde Menschen mit einer Vielfalt an Problemen.
  2. Die Bibel lehrt, daß wir alles haben, um diesen Menschen zu helfen (siehe 2. Petrus 1:3).

Die Wurzeln des Marienkults

Die Anbetung einer sogenannten Himmelskönigin gab es schon im Alten Testament.

Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die wußten, daß ihre Frauen fremden Göttern räucherten, und alle Frauen, die dastanden, eine große Gemeinde, auch das ganze Volk, das im Land Ägypten, in Patros wohnte, und sie sprachen: Was das Wort angeht, das du im Namen des HERRN zu uns geredet hast, so wollen wir nicht auf dich hören; sondern wir wollen gewißlich alles das tun, was wir gelobt haben: Wir wollen der Himmelskönigin räuchern und ihr Trankopfer ausgießen, wie wir, unsere Väter, unsere Könige und unsere Fürsten es in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems getan haben; damals hatten wir Brot in Fülle, und es ging uns gut, und wir erlebten kein Unheil! Sobald wir aber aufhörten, der Himmelskönigin zu räuchern und Trankopfer auszugießen, hat es uns überall gefehlt, und wir wurden durch Schwert und Hungersnot aufgerieben. Jeremia 44:15-18

Von der Angst befreit

Eduard Lohses Einleitung zu den Mysterienreligionen im alten Griechenland kommt mir merkwürdig aktuell vor:

Aberglaube und Schicksalsvorstellung, Wundersucht, Astrologie und Magie, die in hellenistischer Zeit zahlreiche Anhänger gefunden hatten, lassen erkennen, daß die Menschen von tiefer Sorge und Lebensunsicherheit erfaßt waren. Bedroht von Mächten und Dämonen, von Krankheiten und unvorhergesehenen Schicksalsschlägen, lebte man in Ungewißheit und Angst und fühlte sich übermächtigen Gewalten unterworfen, denen gegenüber man sich nicht zu behaupten vermochte. Durch allerlei Praktiken und Vorsichtsmaßnahmen suchte man sich zu wappnen und zu schützen, um dem Schicksal standhalten zu können. Die Frage, wie man einem düsteren Untergang entrinnen und von der Angst befreit werden könne, verlangte nach einer Antwort. Diese Antwort gaben für ihren Teil die Mysterienreligionen, die dem Menschen Rettung verhießen, indem sie ihm heilende Kraft anboten, die dem Leiden und selbst dem Tode Widerstand leisten sollte.