Gott im Leid begegnen

Timothy Keller faßt im Nachwort zu seinem Buch „Gott im Leid begegnen“ die wichtigsten Gedanken seiner tiefschürfenden Auseinandersetzung mit dem Thema Leid zusammen:

  1. Die Arten des Leids
    • Leid als Resultat von falschem Verhalten
      • Die Folge ist ein Gefühl von Schuld und Scham.
    • Leid als Resultat von Verrat und Angriffen anderer Menschen
      • Die Folge ist ein Gefühl von Wut und Bitterkeit.
    • Leid als universelle Erfahrung des Verlustes (Tod, Krankheit, Armut)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Trauer und Furcht.
    • Leid als Horror (Massenerschießung)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Verwirrung und Wut auf Gott.

Narzigese in 4 Schritten

Narzigese ist ein Kunstwort, welches aus den Begriffen Narzissmus (die fast schon krankhafte Liebe zur eigenen Person) und Exegese (die Deutung der Heiligen Schrift), zusammengesetzt ist. Bei einer Narzigese, die heute in Predigten und Hauskreisen sehr verbreitet ist, versucht man, einen beliebigen Text der Bibel nicht im Kontext zu deuten oder auf Christus hin zu lesen, sondern sich selbst irgendwie darin zu finden.

Das geschieht meist in 4 Schritten.

1. Schritt: Lies einen Bibelabschnitt.

2. Schritt: Identifiziere den Helden und den Schurken in der Geschichte.

3. Schritt: Identifiziere dich mit dem Helden, der sich meistens auf dem Weg zu wahrer Größe oder zu seinem gottgegebenem Schicksal befindet, genau wie du.

Das Bekenntnis von Chalcedon

[In Chalcedon, vor den Toren der Stadt, fand 451 n.Chr. das vierte Ökumenische Konzil statt. Es war vielleicht die bedeutendste Kirchenversammlung der Alten Kirche. Zugleich markierte die Synode einen tiefen Einschnitt in der Kirchen- und Theologiegeschichte. Ihre wichtigste Lehrentscheidung war die sogenannte “christologische Formel”, die zwar die Verbindung zwischen den Kirchen in Ost und West festigte, dafür aber die östlichen Kirchen spaltete.

Unter dem Einfluß von Papst Leo I. kam es auf der Synode zu einem Bekenntnis, das Irrlehren wehren sollte. Man beachte, wie das Credo festhält, daß Christus vollkommen Mensch (gegen Apollinarius[1]), aber daß er eine Person war (gegen Nestorius[2]), wobei die beiden Naturen unterschieden sind (gegen die Monophysiten).

Keine blinde Liebe für Gott

John Owen plädiert in seinem Buch zur Christologie (der Lehre von Christus) in einem Abschnitt, der über unsere Liebe spricht, die wir zu Christus haben sollen, dafür daß diese niemals rein gefühlsmäßig und losgelöst vom Gebrauch des Verstandes sein sollte.

Während Gott verlangt, daß wir ihn mit unserer ganzen Seele und unserem ganzen Verstand lieben, wollen diese Menschen eine Liebe zu Gott, die nur den Willen und die Gefühle mit Gott verbindet, ohne daß der Verstand gebraucht wird. Liebe ist die Handlung unserer ganzen Seele. Aber diese Männer haben sich eine Liebe ausgedacht, die sie bewundern und preisen, welche ihren Verstand völlig umgeht. Und durch diese eingebildete Liebe sind sie in viele lächerliche Exzesse und offene Verführungen gefallen, was ihre eitle Liebe völlig offenbart, die sie vorgeben zu haben.

Ethisches Grundlagenpapier (Englisch)

Bei dem jährlichen Treffen der reformierten Baptistengemeinden in England (Grace Baptist Assembly) wurde 2016 ein Grundlagenpapier verabschiedet, welches 20 Positionierungen zu ethischen Themen enthält. Es eignet sich sehr gut zum Studium in der Gemeinde und kann vielleicht als Grundsatzpapier aufgenommen werden. Ich plane eine Übersetzung ins Deutsche.

Quelle: http://www.gracebaptistassembly.org.uk/gba2/wp-content/uploads/docs/GBA2016-Ethics.docx

I. ABORTION

A Christian must not seek, carry out, procure, or assist in the destruction of an unborn child by deliberately terminating the pregnancy, except where the mother’s life is at immediate risk such as in the case of an ectopic pregnancy. We hold that human life begins at conception.

George Herbert – Joseph’s Coat

Wounded I sing, tormented I indite,
Thrown down I fall into a bed, and rest:
Sorrow hath chang’d its note: such is his will
Who changeth all things, as him pleaseth best.
For well he knows, if but one grief and smart
Among my many had his full career,
Sure it would carry with it ev’n my heart,
And both would run until they found a bier
To fetch the body; both being due to grief.
But he hath spoil’d the race; and giv’n to anguish
One of Joy’s coats, ‚ticing it with relief
To linger in me, and together languish.
I live to shew his power, who once did bring
My joys to weep, and now my griefs to sing.

Martin Luther King, Jr. – Letter from Birmingham Jail

16 April 1963

My Dear Fellow Clergymen:
While confined here in the Birmingham city jail, I came across your recent statement calling my present activities „unwise and untimely.“ Seldom do I pause to answer criticism of my work and ideas. If I sought to answer all the criticisms that cross my desk, my secretaries would have little time for anything other than such correspondence in the course of the day, and I would have no time for constructive work. But since I feel that you are men of genuine good will and that your criticisms are sincerely set forth, I want to try to answer your statement in what I hope will be patient and reasonable terms.

Christus allein

Die Religion, die im Neuen Testament gelehrt wird, ist Christentum im ausdrücklichen und eigentlichen Sinn des Wortes: „Christus ist alles in allem.“ Es ist seine Religion. Es ist alles durch ihn; es ist alles über ihn; er ist sein Begründer, er ist sein wesentlicher Inhalt; er ist die Sonne seines Sternensystems, die Seele seines Körpers. Alles wird aus der Perspektive betrachtet, wie es mit ihm verbunden ist. Jede Lehre und jedes Gebot, jedes Privileg und jede Pflicht, jedes Versprechen und jede Drohung. Der Grund für die Annahme ist sein Opfer; die Quelle des Lichts und Lebens, von Heiligkeit und Frieden, ist sein Geist; die Regel der Pflicht, sein Gesetz; das Muster zur Nachahmung, sein Vorbild; die Motivation zur Pflichterfüllung, seine Autorität und seine Gnade; das große Ziel von allem, seine Herrlichkeit, Gottes Herrlichkeit in ihm. Er ist das große Reservoir geistlichen Segens, erfüllt von der Gnade Gottes, immer voll, immer fließend zu unserem bedürftigen Geschlecht. „Von Gott wurde Christus für die Menschen zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht.“ Jedes heilige Gefühl, jede religiöse Pflicht, nimmt einen besonderen Geschmack, eine besondere Farbe, in Bezug auf sein Mittleramt an. Er, er allein, ist das Fundament: „ein anderes Fundament kann niemand legen.“ Laßt uns danach streben, daß Christus uns so erfüllt, wie er unsere Bibeln erfüllt! Laßt uns danach streben, daß er nicht nur das Fundament, sondern unser Fundament ist; und laßt uns jeden Tag, jede Stunde, durch den Glauben an die Wahrheit, zu ihm als gottgesetztes Fundament kommen. Laßt uns danach streben, mehr und mehr „in ihm in Liebe gegründet“ zu sein, und laßt die Sprache unseres Herzens die des sterbenden Märtyers sein: „Nichts als Christus, nichts als Christus.“

Der Mensch unter der Sünde

Kannst du das [Gesetz] vollkommen halten?

Nein,  denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen. Röm 3, 10-12.23 / 1. Joh 1, 8.10 / Röm 8, 7 / Eph 2, 3

Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein. 1. Mose 1, 31

Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet: 1. Mose 1, 26.27
wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen. 2. Kor 3, 18 / Kol 3, 10 / Eph 4, 24