Die Kennzeichen eines treuen Dienstes am Evangelium

Mp3: Die Kennzeichen eines treuen Dienstes am Evangelium

  • Paulus hat ein sehr besonderes Verhältnis zur Gemeinde in Ephesus, die er mitgegründet hatte und wo er viel Zeit zu Beginn seiner dritten Missionsreise verbracht hatte.
  • Später sandte er Timotheus als Pastor nach Ephesus und schließlich würde sogar Johannes dort dienen.
  • Die Gemeinde hatte für ihn strategische Bedeutung für die ganze Region.
17 Von Milet aber sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
  • Als Paulus sich auf der Rückreise befand, wollte er nochmal ausdrücklich mit den Ältesten der Gemeinde in Ephesus sprechen und sie besonders ermahnen und ermutigen.
  • Nebenbei gemerkt merken wir hier die Struktur der neutestamentlichen Gemeinden:
    • kongregationalistisch (Paulus besucht einzelne Gemeinden)
    • ältestengeführt (Paulus trifft sich gesondert mit den Führern der Gemeinde)
18 Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asia betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe,
19 daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter vielen Tränen und Anfechtungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellungen der Juden;
  • Paulus war zunächst der Gemeinde ein Vorbild gewesen im Lebenswandel: Er diente dem Herrn aufrichtig und mit echter Liebe für die Gemeinde.
  • Er mußte seinen Dienst im Kontext von Anfechtungen und Verfolgungen ausführen und nahm diese bereitwillig auf sich.
    • Er veränderte nicht seinen Dienst oder seine Botschaft, um Anfechtungen zu entgehen.
20 und wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe, öffentlich und in den Häusern,
21 indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugt habe.
  • Paulus hatte das ganze Evangelium verkündigt: Buße zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus.
  • Er lehrte sowohl öffentlich als auch in persönlicher Jüngerschaft.
22 Und siehe, jetzt reise ich gebunden im Geist nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, 23 außer daß der Heilige Geist von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt und sagt, daß Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten. 24 Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht; mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. 25 Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei denen ich umhergezogen bin und das Reich Gottes verkündigt habe.
  • Paulus selbst war das Beispiel für ein Leben, welches dem Evangelium geweiht war.
  • Seine höchste Leidenschaft war es, das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.
  • Er betrachtete seinen Dienst als eine göttliche Berufung und Auftrag.
  • Er war bereit, Gott dahin zu folgen, wo er ihn hinführen würde.
  • Wie betrachtete Paulus Erfolg in seinem Leben: Das Evangelium treu zu verkündigen.
  • Für ihn war das Evangelium sowohl eine Botschaft der Gnade als auch des Reiches Gottes.
26 Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag, daß ich rein bin von aller Blut. 27 Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt.
  • Wie der Wächter aus Hesekiel 3 sah Paulus seine Verantwortung darin, die Botschaft umfassend und treu auszurichten, die er von Gott bekommen hatte.
  • Der Wächter ist nicht verantwortlich, ob die Menschen auf die Nachricht hören.
  • Er ist aber verantwortlich, daß er sie treu und umfassend ausrichtet.
28 So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat!
  • Die primäre Aufgaben der Ältesten in der Gemeinde sind:
    • das treue Verkündigen des Evangeliums (kerysso)
    • das Achten auf und Hüten der Schafe (poimaino)
  • Älteste werden nicht durch Wahlen, sondern durch den Heiligen Geist eingesetzt.
  • Die Gemeinde gehört nicht einer Person oder Gruppe in der Gemeinde, sondern Gott, der sie selbst erworben hat.
29 Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; 30 und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.
  • Die Gemeinde wird von außen als auch von innen angegriffen scharf angegriffen werden:
    • Es werden falsche Christen von außen kommen, um die Herde auszunutzen.
    • Es werden falsche Brüder von innen versuchen, verkehrte Lehre zu verkünden und Einfluß auf die Herde zu gewinnen.
  • Der Angriff kommt über die Lehre, weshalb die Gemeinde ein festes theologisches Fundament benötigt und Älteste, die bereit sind, es zu verteidigen.
31 Darum wacht und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.
  • Paulus hatte einen Dienst am Einzelnen: persönliche Jüngerschaft und Lehre des Einzelnen.
  • Sein Dienst an den einzelnen Gemeindemitgliedern hatte sich nicht auf die seelsorgerliche Betreuung beschränkt, sondern er ermahnte jeden Einzelnen im Glauben.
    • 28 Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. (Kolosser 1:28)
32 Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten.
  • Letztlich wurde die Gemeinde für Paulus getragen von Gott selbst und er war verantwortlich für den Bau und den Erhalt der Gemeinde.
  • Aber als zentrales Mittel dazu benutzt der Herr das Wort seiner Gnade, weshalb es für Paulus so wichtig war, es umfassend in der Gemeinde zu lehren.
  • Das Wort Gottes selbst hat Kraft, die Gemeinde aufzubauen, das heißt Glauben zu schaffen und zu erhalten.
  • Gnade wird im Neuen Testament zweifältig gebraucht:
    • Gott vergibt Sündern aufgrund des Werkes Jesus am Kreuz.
    • Gott befähigt vergebene Sünder durch sein Wort.
  • Beide Aspekte der Gnade gehören zusammen: Die Freude über die Vergebung mündet in bereitwilligem Dienst für den Herrn.
33 Silber oder Gold oder Kleidung habe ich von niemand begehrt; 34 ihr wißt ja selbst, daß diese Hände für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten gesorgt haben. 35 In allem habe ich euch gezeigt, daß man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als Nehmen!
  • Paulus hatte die Gemeinde nie ausgenutzt, sondern war immer zuerst ein Gebender, bevor er ein Nehmender war.
  • Damit folgte er dem Beispiel und dem Befehl Jesu.
  • Paulus zitiert hier einen Satz, den wir nicht in den Evangelien finden.
    • Jesus Dienst und Werk war noch viel umfassender.
    • Das, was uns im Neuen Testament gegeben ist, ist ausreichend und begründent für unseren Dienst in der Gemeinde.
36 Und nachdem er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen. 37 Da weinten alle sehr, fielen Paulus um den Hals und küßten ihn, 38 am meisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, daß sie sein Angesicht nicht mehr sehen würden. Und sie geleiteten ihn zum Schiff.
  • Zum Abschluß sehen wir nochmal die innige Liebe von Paulus zur Gemeinde in Ephesus und umgekehrt.
  • Für beide war das Verhältnis weniger vertraglich, als vom Evangelium her bestimmt.
  • Hinter der Lehre des Paulus stand eine liebevolle Person, die sowohl treue Lehre als auch aufrichtige Fürsorge ausstrahlte.

Predigt von Stefan Beyer, gehalten am 28. August 2016 in der FeG Borna

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A Sad Departure

Eine traurige Abkehr

Mich hat das Buch A Sad Departure, welches neulich bei Banner of Truth veröffentlicht wurde, sehr bewegt. Darin schildert Pfarrer David Randall, warum er und einige andere zu dem Punkt gekommen sind, die Kirche von Schottland zu verlassen. Der Titel des Buches ist doppeldeutig, denn der Abkehr der Gläubigen ging die Abkehr der Kirche von ihren Wurzeln in den Bekenntnissen und der Unterordnung unter die Autorität der Heiligen Schrift voraus.

Entzündet hat sich diese Abkehr an der Frage, ob praktizierende Homosexuelle als Pfarrer in der Kirche von Schottland dienen dürfen. Hier wurde aus Sicht der Schreiber des Buches erstmals eine Linie übertreten, bei der die Kirche von Schottland Glaubensaussagen oder Verhalten, welche der Bibel widersprechen, nicht nur in ihren Reihen duldet, sondern sich offen dazu bekennt. Damit hat sich die ganze Kirche hinter eine Haltung gestellt, die im offenen Widerspruch zu Gottes Wort steht.

An diesem Punkt konnten sich die Schreiber nicht mehr herausreden, daß die Kirche offiziell ja noch zu ihrem Bekenntnis steht, wenn sie es auch inoffiziell oft nicht durchsetzt. Sie mußten sich die Frage stellen, ob sie bleiben sollten, um in ihren Ortsgemeinden einen treuen Dienst zu tun und vielleicht eine positiv prägende Kraft auf die Kirche als Ganzes auszuüben, oder ob sie sich mitschuldig machen, wenn sie Teil einer Kirche sind, die sich von der Autorität der Bibel verabschiedet hat.

Den Autoren ist es wichtig zu betonen, daß es hierbei nicht um eine kleinere Meinungsverschiedenheit geht, sondern um eine Frage, die den Kern des Evangeliums betrifft. Deshalb muß man an dieser Stelle die Aufforderung des Paulus ernstnehmen, kein anderes Evangelium aufzunehmen (Galater 1:6-8), die des Johannes, die Geister zu prüfen (1. Johannes 4:1) und die des Judas, für den Glauben zu kämpfen, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist (Judas 3).

Wenn man in der Kirche von Schottland bleibt, muß man sich folgende Fragen stellen: Unterstütze ich durch mein Bleiben nicht implizit die Abkehr? Wie weit müßte sich die Kirche von der Bibel entfernen, bis ich mich von ihr entfernen würde? Wir sind von unserem Herrn aufgerufen, das zu tun, was in seinen Augen richtig ist, egal wie schwierig die Folgen sind. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß diejenigen in der Kirche, die eine traditionelle Auslegung der Heiligen Schrift vertreten, zunehmend marginalisiert werden und ihre Auslegung als altmodisch und nicht mehr zeitgemäß abgewertet wird.

Eine Entscheidung für die Wahrheit zieht immer Kosten nach sich. Es gibt emotionale Kosten, in dem man sich von liebgewonnenen Menschen und Orten trennt. Es gibt finanzielle Kosten, indem man bestimmte Privilegien und oftmals auch das eigene Gemeindegebäude einbüßt. Es gibt persönliche Kosten, die von Unsicherheit über die Zukunft über Streß bis hin zu Krankheit führen. Aber, den Autoren ist es wichtig zu unterstreichen: Wenn die Schrift uns einen Weg weißt, müssen wir ihn gehen, egal wie kostspielig er ist.

Ich sehe in der Entwicklung der Kirche von Schottland starke Parallelen zur Situation in Deutschland. Unsere evangelische Landeskirche hat sich schon lange von ihren bekenntnismäßigen Wurzeln gelöst. Aber auch in viele Freikirchen herrscht ein pragmatischer Geist und weniger das Verlangen, Gottes Wort und seinem wunderbaren Evangelium treu zu sein.

Den Schreibern des Buches ist es wichtig zu erklären, daß die Trennungen nicht durch diejenigen hervorgerufen werden, die dem Wort Gottes treu bleiben wollen, sondern durch diejenigen, die sich von der Autorität der Schrift abwenden. Somit dient eine Abkehr von einer Kirche, die das Wort des Herrn verlassen hat, nicht der Spaltung, sondern der Einheit mit denjenigen, die am apostolischen Zeugnis festhalten und dafür in vielen Teilen der Welt einen hohen Preis bezahlen. Der Apostel Paulus hat eine ähnliche Perspektive, wenn er schreibt:

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! (Römer 16:17)

von Stefan Beyer

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Martin Luther

Luthers letzte Predigt

kurz vor seinem Tode gehalten
am St. Matthiastage (15. Februar 1546)

25 Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbaret. 26 Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. 27 Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. 28 Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken! 29 Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,25-30)

Dies ist ein schön Evangelium und hat viel seiner Lehre in sich begriffen, aber wir wollen jetzt zum Theil davon reden, als so viel wir können, und Gott Gnade verleihet. Der Herr lobet und preiset seinen himmlischen Vater allhier, daß er habe verborgen solches den Klugen und Weisen; das ist, daß er das heilige Evangelium den Weisen und Klugen nicht hat kund gemacht, sondern den Kindern und Unwürdigen offenbaret hat, die nicht reden noch predigen können, noch klug und weise sind. Hiermit hat er angezeigt, daß er den Weisen und Klugen feind sei und Lust und Liebe haben zu denen, so nicht klug und weise, sondern wie die jungen Kinder sind.

Aber das ist vor der Welt sehr thöricht und ärgerlich geredet, daß Gott den Weisen so feind sollte sein und sie also verdammen, so wir doch meinen, Gott können nicht regieren, er müsse kluge und weise Leute dazu haben. Aber es hat diese Meinung: die Weisen und Klugen in der Welt machen’s also, daß ihnen Gott nicht günstig oder gut sein kann; denn sie haben das Herzeleiden, machen’s in der christlichen Kirche wie sie es selbst wollen; Alles was Gott thut und macht, das müssen sie bessern, daß also kein ärmerer, geringerer, ungerechter Discipel nicht ist auf Erden als Gott; er muß aller Jünger sein, jedermann will sein Schulmeister und Präceptor sein. Das sieht man von Anbeginn der Welt in allen Ketzern, Arius und Pelagius, und jetzt zu unserer Zeit die Wiedertäufer und Sacramentirer, und alle Schwärmer und Aufrührer, die sind damit nicht zufrieden, was Gott gemacht und eingesetzt hat, können es nicht lassen bleiben, wie er es geordnet; meinen, sie müssen auch etwas machen, auf daß sie etwas Besseres seien vor anderen Leuten, und rühmen können, das hab‘ ich gemacht; es ist zu schlecht und gering, ja zu kindisch und närrisch, was Gott machet und stiftet, ich muß etwas dazu thun.

Das ist die Natur der schändlichen Weisheit auf Erden, sondern in der christlichen Kirche, da ein Bischof auf den andern, ein Pfarrherr auf den andern hacket und beißet, und einer den andern hindert und stößet, wie man allezeit im Kirchen-Regimente solches mit großem Schaden erfahren hat; dieselben sind die rechten Meister Klügling, davon Christus hier redet, die das Pferd am Hinteren zäumen und nicht auf dem Wege bleiben wollen, so uns Gott selbst fürgestellt, sondern immer etwas sonderliches haben und machen müssen, daß die Leute darnach sagen: Ei es ist nichts mit unserm Pfarrherrn oder Prediger, das ist der rechte Mann, der wird’s thun. Ist’s aber nicht verdrießlich, und sollte Gott darüber nicht ungeduldig werden, sollte er an solchen großen Gefallen haben, die ihm so gar zu klug und weise sind und allezeit ihn zur Schule führen wollen? wie in demselbigen Kapitel Vers 19 vorher stehet: Die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren eigenen Kindern. Es es stehet fein, wenn das Ei will klüger sein als die Henne; eine schöner Meisterschaft muß es sein, wo die Kinder ihren Vater oder Mutter, die Narren und Thoren weise Leute regieren wollen. Siehe, das ist die Ursache, daß allenthalben die Klugen und Weisen in der Schrift verdammet werden.

Der Papst hat gleich auch also gethan. Als da Christus das Predigtamt und das Sacrament seines Leibes und Blutes eingesetzt und bestätigt, wie es die Christen brauchen sollen, ihren Glauben damit zu stärken und zu kräftigen, da schreiet der Papst: Nein, nein, es muß also nicht sein, es ist nicht gewißlich gehandelt; denn sein Decret sagt: es sei nicht fein, daß das Sacrament zur Stärkung des Glaubens den Christen soll gereicht werden, sondern es muß ein Opfer sein, wenn der Priester die Messe lieset für die Lebendigen und die Todten; als wenn ein Kaufmann über Land reisen will, so soll er zuvor ihm eine Messe lesen lassen, alsdann werde es ihm glückselig ergehen.

Also daß Gott die Taufe hat eingesetzet, daß ist dem Papst ein gering Ding und bei ihm bald verloren und kraftlos geworden, dagegen mehret er sein Schürling, die da Kappen und Platten tragen, die müssen mit ihren Orden und Möncherei der Welt helfen, daß wer in solchen Orden tritt, der habe eine neue bessere Taufe, dadurch nicht allein ihm, sondern auch andern Leuten, wo sie wollen selig werden, geholfen werden. Das ist des Papstes Weisheit und Klugheit. Also geht’s unserm Herr Gott in der Welt deß allewege, was er stiftet und ernennet, daß muß vom Teufel und den Seinigen verkehret, dazu gelästert und geschändet werden, und hält doch die Welt dafür, daß Gott ihm solches gar wohl gefallen und gut sein lasse, daß ein jeglicher Narr ihn meistern und regieren wolle.

Im weltlichen Regimente und Sachen geht’s zwar auch also zu, wie auch Aristoteles davon schreibet, daß etliche Leute sind mit großer Weisheit und Verstande begnadet, und nicht gemeine Leute, als Gott oft einen feinen hohen verständigen Mann giebt, der mit Weisheit und Rath Landen und Leuten dienen könnte, aber solche fliehen vor den Geschäften, daß man sie schmerzlich zur Regierung kann bringen. Aber darnach sind andere, die wollens sein und thun und können doch nichts thun, die heißet man im weltlichen Regiment Naseweisen und Meister Klügel. Diese schilt man sehr und man ist ihnen auch billig feind, und muß jedermann klagen, daß man vor den Narren nirgends kann auskommen, die sind zu keiner Sache nütz denn daß sie nur Haar eintragen. Darum sagen auch die Leute von ihnen, hat uns der Teufel mit Narren beschmissen. Und Aristoteles, der solches im Regiment gesehen, daß wenig rechter und tüchtiger Leute sind zur Regierung, machet einen Unterschied zwischen rechten Weisen und Klugen und anderen, die er nennet i.e. opinione sua sapientes, die sich dünken lassen, sie seien klug und weise, gleich wie man auf deutsch sagt: der Dünkel macht den Tanz gut. Diese meinen, dieweil sie im Regiment sitzen und eine hohe Person führen, so müssen sie klug sein, und ein solcher Narr im Rath hindert die andern, daß sie mit keinem Schaden fortkommen können, denn er will in’s Teufels Namen klug sein mit Gewalt und ist doch ein Narr.

So man nun solchen im weltlichen Regiment billig feind ist, die da wollen klug sein und sind’s doch nicht, vielmehr sind das verdrüßliche Leute, denen beide, Gott und Menschen billig gram sind, die in der heiligen christlichen Kirche klug sein wollen und sind’s nicht; denn diese hindern das Predigtamt, daß die Leute nicht zu Gott kommen können. Als da ist gewesen zu unserer Zeit Münzer, die Wiedertäufer und Sacramentirer, die dem Evangelio seinen Lauf hindern und wehren, verführen die Leute, meinen, sie sind allein klug und weise, weil sie im Amt und Regiment der Kirche sitzen.

Also will auch der Papst ein sehr kluger Mann sein, ja der allerweiseste, allein darum, daß er hoch sitzet und vorgibt, er sei das Haupt der Kirche, damit ihn der Teufel so aufblähet, daß er meinet, was er nur darf vornehmen und sagen, das sei eitel göttliche Weisheit, und jedermann müsse es annehmen und folgen, und soll niemand weiter fragen, ob es Gottes Wort sei oder nicht. Wie er in seinem großen Narrenbuche darf unverschämt sagen, es sei nicht zu vermuthen, daß eine solche Hoheit (als er sein will) können irren. Also auch Kaiser, Könige, Kardinäle, dieweil sie hoch sitzen, so meinen sie, daß sie nicht irren noch fehlen können. Eben solche Weisheit hatte Kaiphas auch, da er mit den Juden zu Rathe ging, Ihr groben Narren! ihr habt keine Köpfe, ihr wisset und verstehet nichts, ist’s nicht besser, daß ein Mann sterbe, denn das ganze Volk verderbe (Johannes 11,49 und 50). Das wäre ein weiser kluger Rath, daß es besser wäre, einen Menschen erwürgen, denn das ganze Land verderben. Wie ging aber dieser Rath hinaus? Eben damit brachte er’s dazu, daß das ganze Land verderben und untergehen mußte. Also thun auch alle solche Naseweisen in der christlichen Kirche und im weltlichen Regimente.

Das ist’s nun, daß der Herr Christus hier spricht, er sein den Naseweisen feind, er wolle sie nicht leiden in seiner christlichen Kirche, sie heißen Papst, Kaiser, Könige, Fürsten, Doctores, die ihm sein göttliches Wort meistern und mit ihrer eigenen Klugheit in den hohen großen Sachen des Glaubens und unserer Seligkeit regieren. Solcher Exempel haben wir selbst viel erfahren in kurzer Zeit, daß solche Klüglinge sich unterstanden, Einigkeit und Reformation anzurichten, dadurch in der christlichen Kirche Einigkeit würde, und solches mit köstlichem Vorgeben zu Markte brachten, sagend: so und so sollen’s der Kaiser, die Könige, Fürsten und Herren machen, so könnte man Land und Leuten helfen und viel Gutes in der Christenheit schaffen. Aber was man durch solche eigene Anschläge Klugheit ausrichtet und schaffet, das sieht man, meine ich, jetzt wohl.

Am allermeisten aber hat solche Weisheit und Klugheit der Papst und die Kardinäle allweg getrieben, so Gottes Meister haben sein wollen und selbst die Christenheit regieren. Aber das will und kann Gott nicht leiden. Er will nicht Schüler sein, sie sollen Schüler sein. Er ist die ewige Weisheit und weiß wohl, was er thun oder lassen will. Sie meinen, dieweil sie obenan im Regiment sitzen, darum seien sie die Klügsten, sehen tiefer in die Schrift denn andere Leute, darum stürzet sie Gott auch greulich, denn er will’s und kann’s und soll’s auch nicht leiden, und macht’s doch also, daß das Evangelium den Hohen und Weisen verborgen bleibt, und regiert seine Kirche viel anders, denn sie gedenken und verstehen, ob sie sich gleich dünken lassen, sie wissen und verstehen alles, und weil sie im Regiment sitzen, so könne Gott ihres Rathes und Regierens nicht entrathen.

Und lautet gleich als sei es neidisch geredet, daß er eben also spricht: Ich danke dir himmlischer Vater, so doch gar kein Neid noch Haß in seinem Herzen gewesen; denn so er sich selbst mit Leib und Leben für uns hat gegeben, wie konnte da ein Neid sein. Aber der Verdruß und Unlust kommt daher, daß die elenden thörichten Leute die göttliche Majestät meistern wollen, das kann und soll er auch nicht leiden, und alle frommen Herzen danken ihm dafür, denn des Klügelns und Meisterns wäre auch sonst kein Ende. Der Teufel reitet die Leute, daß sie aus der heiligen Schrift und Gottes Wort einen hohen Namen, eigen Lob und Ehre suchen und mehr sein wollen denn andere Leute, aber wir sollten hier sagen: Lieber himmlischer Vater rede du, ich will gern ein Schüler und Kind sein und schweigen, denn sollte ich die Kirche regieren, aus meinem eigenen Witz, Weisheit und Vernunft führen, so stäke der Karren längst im Dreck und wäre das Schiff lang zu Trümmern gegangen, darum, lieber Gott, regiere und führe du es selbst, ich will gerne meine Augen ausstechen, die Vernunft zuthun und dich allein durch dein Wort regieren lassen.

Aber das kann man bei der Welt nicht erhalten, die Rottengeister stehen darum auf, suchen im Grund nichts anderes, denn daß sie bei dem Volk große Ehre haben mögen, daß man von ihnen sage, das ist der rechte Mann, der wird’s thun, und daß sie sich selbst auch mit solchem Ruhme kitzeln und brüsten können; das hast du gethan, das ist dein Werk, du bist der treffliche Mann, der rechte Meister, das taugt nun nicht für alle Hunde.

Denn rechte Prediger sollen nur allein Gottes Wort fleißig und treulich lehren und deß Ehre und Lob allein suchen. Desgleichen sollen auch die Zuhörer sagen: Ich glaube nicht an meinen Pfarrherrn, sondern er sagt mir von einem andern Herrn, der heißt Christus, den zeigt er mir, auf deß Mund ich will sehen, und sofern er mich auf denselben rechten Meister und Präceptor, Gottes Sohn, führet, also würde es recht in der Kirche stehen und wohl regiert heißen und allenthalben Einigkeit bleiben, sonst bleibt allewege die Unlust, so auch in der Welt Regiment gemein ist. Und wie ein Rath in einer Stadt einen solchen Narren, der oft die ganze Stadt irre machet, nicht gerne leidet, sondern stößet ihn heraus, daß sich auch das ganze Land freuet, also solls auch hier in der christlichen Kirche zugehen, daß niemand soll gepredigt oder gelehret werden, denn allein der Sohn Gottes; der ist’s allein, von dem gesagt ist Matthäus 3,17: Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören und keinen anderen Menschen, er sei Kaiser, König, Papst, Kardinal.

Darum sagen wir also: Ich laß geschehen, daß Kaiser, König, Papst, Kardinäle, Fürsten und Herren klug und weise seien, aber ich will an meinen Herrn Christum allein glauben, der ist mein Meister und Herr, den mich Gott hat heißen hören und von ihm lernen, was rechte göttliche Weisheit und Klugheit sei. Da schreiet dann der Papst und was ihm anhanget: Nein, nein, du sollst solches nicht thun, du sollst der Obrigkeit gehorsam sein und thun, was wir dir gebieten. Ja, sage ich, das soll ich thun, aber sei du zuvor eins mit dem Herrn, der allhier spricht: Es ist mir alles übergeben von meinem Vater. Darum lieber Papst, Kaiser, König, Herr und Fürst, fahre nicht so einher, ich will dich gerne hören in weltlicher Regierung, aber daß du willst in der Christenheit sitzen, als ein Herr und Gewalt haben, zu beschließen, was ich glauben und thun soll, das nehme ich nicht an; denn du willst klug und weise sein an dem Ort, da du ein Narr bist und dir nicht offenbaret ist. Denn hier ist der Herr, den man allein soll hören in diesen Sachen, wie er auch hier spricht: Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren; das sind die Albernen und Einfältigen, so sich selbst nicht weise noch klug wissen, sondern sein Wort hören und annehmen. Ist’s nun sein Wort, das du mir vorhälst und gebeutst, so will ich’s gerne annehmen, wenn’s gleich ein jung Kind redet, oder auch der Esel, so mit Bileam redete, und will hier keinen Unterschied haben der Person, so solches redet, sie sei klug oder ein Narr; denn es soll heißen und ist beschlossen: Mir ist alles übergeben, ich bin der Mann, der allein lehren und regieren soll, trotz allen Klugen und Weisen, die sollen ihre Augen blenden lassen und ihre Vernunft zuthun.

Denn unsere Weisheit und Klugheit in göttlichen Sachen ist das Auge, so der Teufel uns im Paradies aufgethan hat, da Adam und Eva ins Teufels Namen auch wollten klug sein. Gott hatte sie selbst gelehret und sein Wort ihnen gegeben; das sie halten sollten, wo sie wollten recht klug sein; so kommt der Teufel, der machts besser, that ihnen die Augen zu, daß sie Gott nicht sehen, da sie den Teufel nicht sehen konnten. Das ist die Plage, so uns noch immer anhänget, daß wir ins Teufels Namen weise und klug sein wollen.

Aber hinwieder sollen wir lernen, was das ist, mir ist alles gegeben, das ist, ich soll regieren, lehren, rathen, heißen und gebieten in meiner Kirche. Und hiemit bekennt er öffentlich, daß er sei wahrhaftiger Gott. Denn kein Engel, noch etwa eine Kreatur hat diesen Ruhm, daß ihm alles gegeben sei. Der Teufel wollte sich wohl einmal in den Stuhl setzen, und Gott gleich sein, er ward aber darob bald vom Himmel gestoßen. Darum sagt Christus: Mir ist alles gegeben, das ist: mir, mir soll man gehorchen. Hast du mein Wort, so bleib dabei und siehe niemand an, wer dich anders lehret oder heißt, ich will dich wohl regieren, schützen und retten, lasse den Papst, Kaiser, Gewaltige gelehrt, weise und klug sein, aber folge du ihnen nicht, wenn sie dir mein Wort nicht bringen, ob ihrer gleich tausendmal mehr und alle viel klüger wären. Item thue das nicht, das auch kein Engel im Himmel darf thun, daß er sich hierinnen in der Herrschaft und Gewalt unterstünde, selbst klug zu sein oder in Gottes Regiment zu walten und herrschen und haben doch die elenden armen Leute, Papst, Kaiser, Könige und alle Rotten, nicht Scheu, sich solches anzumaßen, aber Gott hat seinen Sohn zur rechten Hand gesetzt und gesagt: Psalm 2,7: Du bist mein Sohn, dir habe ich alle Welt und alle Völker zu eigen gegeben, den sollt ihr Könige und Herren hören, wollt ihr klug sein, und ihn huldigen als euren Herrn und wissen, was er euch gesagt, daß ich’s euch sage.

Dieses sollen wir Christen lernen und erkennen, (ob es die Welt nicht thun will) und Gott auch dafür dankbar sein, (wie Christus selbst allhier seinem himmlischen Vater fröhlich danket) daß er uns so reichlich gesegnet und gegeben hat, daß wir ihn selbst können hören. Vor Zeiten wären wir gelaufen an der Welt Ende, wenn wir einen Ort gewußt, da wir hätten mögen Gott hören reden, aber das siehet man nicht, daß wir jetzt täglich solches in Predigten hören, ja alle Bücher des voll sind. Du hörst daheim im Hause Vater und Mutter, Kinder singen und sagen davon, der Prediger und der Pfarrherr redet davon; da solltest du die Hände aufheben und fröhlich sein, daß wir zu den Ehren sind gekommen, daß wir Gott durch sein Wort mit uns reden hören.

O, sagt man, was ist das, predigt man doch alle Tage, und oft einen Tag vielmal, daß man sich schier müde daran hören muß; was haben wir mehr davon? Wohlan, so fahre hin, lieber Bruder, magst du das nicht, daß Gott täglich mit dir redet, beide, daheim in deinem Hause und in deiner Pfarrkirche, so sei nur immerhin klug und such dir ein anders. Zu Trier ist unsers Herrn Gottes Rock, zu Aachen sind Josephs Hosen und unsrer lieben Frau Hemde, da laufe hin, verzehre dein Geld, und kaufe Ablaß und des Papstes Trödelmarkt; daß ist köstlich Ding! darum hat man müssen weit laufen und groß Geld verzehren, Haus und Hof stehen lassen.

Sind wir aber nicht toll und thöricht, ja, vom Teufel geblendet und besessen? Da sitzt der Kauz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich mit ihrem Geld und Gut. Da ein jeglicher zu seiner Tauf, Sacrament und Predigtstuhl laufen sollte, denn wir sind damit ja hoch genug geehret und reichlich begnadet, daß wir wissen, daß Gott mit uns redet, und mit seinem Wort uns speiset, giebt uns seine Taufe, Schlüssel. Aber da sagen die rohen, gottlosen Leute dagegen: Was Tauf, Sakrament, Gottes Wort! Joseph’s Hosen, die thuns. Das ist der Teufel in der Welt, daß die hohen Personen, Kaiser, König, solches nicht achten, und sich durch die Erzbuben und Lügner, den Papst und sein Plättlinge und Schürlinge, also gröblich betrügen und narren lassen und ihres Unflaths gar voll schmeißen. Aber wir sollen Gottes Wort hören, daß er unser Schulmeister sei, und nichts wissen von Josephs Hosen, oder des Papstes Narrenwerk.

Das ist das erste Stück vom Evangelio, wie Christus und Gott der Vater selbst den Klugen und Weisen feind ist, denn sie ihm auch großen Verdruß thun.

Sie zerreißen die Sakramente und Kirchen, und setzen sich an seine Statt, wollen selbst Meister sein und denen sind alle Engel im Himmel, alle Christen auf Erden feind und sollen zu ihnen sagen: Willst du mir Christum weisen und sein Wort lehren, so will ich gerne zuhören, sonst nicht, und wenn du ein Engel vom Himmel wärest, wie St. Paulus Galater 1,8 sagt: Siquis aliud Evangelium docuerit. Ob nun darnach die großen Herrn, Kaiser, Papst, Kardinal und Bischoff feindlich zürnen, thun uns in Bann, wollen uns alle gerne verbrennen und morden, das müssen wir leiden, und sagen: Um Papsts, Bischöffen, Fürsten willen nicht gelassen. Christus sagt: Kommt zu mir, die ihr mühselig seid, Als wollte er auch sagen: Haltet euch nur an mich, bleibet bei meinem Wort, und laßt gehen, was da gehet; werdet ihr darob verbrannt, geköpft, so habt Geduld, ich will’s euch so süße machen, daß ihrs wohl sollt ertragen.

Wie man von der Jungfrau St. Agnes schreibt, da sie zum Kerker geführet ward und sollte umgebracht werden, war ihr gleich, als ging sie zum Tanze. Woher kam ihr solcher großer Muth? Ei, allein von diesem Christo, durch den Glauben an die Worte, so er hier sagt: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Gehet’s euch übel, so will ich euch den Muth geben, daß ihr noch dazu lachen sollt, und soll euch die Marter nicht groß sein, der Teufel nicht so bös; wenn ihr auch auf feurigen Kohlen ginget, so soll euch dünken, als ginget ihr auf Rosen. Ich will euch das Herz geben, daß ihr lachen sollt, wenn der Türk, Papst, Kaiser, aufs allergräulichste zürnen und toben, allein kommt zu mir. Habt ihr Beschwerung, Tod oder Marter, so Papst, Türk, Kaiser euch angreift, erschreckt nicht, es soll euch nicht schwer zu tragen, sondern leicht und sanft werden, denn ich geben den Geist, daß solche Last, so der Welt unerträglich wäre, euch eine leichte Bürde wird.

Denn es heißt alsdann, so ihr um meinetwillen leidet, mein Joch und meine Last, die ich euch mit Gnade auflege, daß ihr wisset, daß Gott und mir solch euer Leiden wohlgefället und ich selbst euch helfe tragen, dazu Kraft und Stärke gebe. Wie auch der 31. Psalm, Vers 5, saget: Seid getrost und unverzaget alle, die ihr des Herrn harret; das ist, die ihr um seinetwillen leidet euer eigen Unglück, Sünde, Tod, und was euch der Teufel und Welt dazu anleget, lasset alles an euch laufen und stürmen; bleibt nur ihr getrost und unverzagt mit eurem Harren und Warten des Herrn durch den Glauben, so habt ihr schon gewonnen und seid dem Tode entlaufen, dem Teufel und der Welt weit überlegen.

Siehe, das heißt nun, die Weisen der Welt verworfen, auf das wir lernen, nicht selbst weise uns dünken lassen, und alle hohe Personen aus den Augen setzen, und schlecht die Augen zugethan, an Christi Wort uns halten und zu ihm kommen, wie er uns aufs freundlichste locket, und saget: Du bist allein mein lieber Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Dies, und viel mehr wäre von diesem Evangelio weiter zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollens hierbei bleiben lassen. Der liebe Gott gebe Gnade, daß wir sein theures Wort mit Danksagung annehmen, in Erkenntnis, Glauben seines Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, zunehmen und wachsen, und im Bekenntnis seines heiligen Wortes beständiglich bleiben bis ans Ende. Amen!

Eduard Luther: Dresden, 1846

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Eindrücke

Eindrücke sind Eindrücke

Viele Christen, denen ich begegne, glauben, daß Gott uns durch subjektive Eindrücke seinen Willen offenbart. Das können Träume, zufällige Umstände oder einfach ein besonderes Bauchgefühl sein. Dieser Glaube an persönliche Eindrücke scheint so fest zu sein, daß er auch in manchen christlichen Publikationen auftaucht und als normatives christliches Verhalten gelehrt wird.

Was vielen nicht bewußt ist, ist daß das Neue Testament nirgendwo dazu aufruft, Gottes Willen in und durch solche Eindrücke zu suchen. Stattdessen sollen wir uns ganz Gott hingeben, unser Denken durch sein Wort verändern lassen und dann aus Weisheit handeln.

1 Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! 2 Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Römer 12:1-2)

Den Willen Gottes erfahren wir nicht durch subjektive Erlebnisse, sondern durch sein objektives Wort. Dieses Wort strahlt heller und ist fester als selbst die Erfahrung des Petrus auf dem Berg der Verklärung.

18 Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. 19 Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. (2. Petrus 1:18-19)

Die Reformatoren lehnten diese subjektiven Eindrücke ab, weil sie sich unserer sündigen Herzens bewußt waren. Wir können uns sehr leicht selbst betrügen, weil wir kein objektives Kriterium haben, um zu entscheiden, ob ein Eindruck von Gott, vom Teufel, von unserem sündhaften Herzen oder rein von unserer menschlichen Natur stammt.

26 Wer sich auf sein eigenes Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber in der Weisheit wandelt, der wird entkommen. (Sprüche 28:26)

Im Neuen Testament wird uns der Wille Gottes für unser Leben klar offenbart, was eine Suche nach den Begriff „Wille Gottes“ belegt. Gott will, daß wir vollkommen im Willen Gottes sind (Kolosser 4:12), heilig (1. Thessalonicher 4:3), dankbar (1. Thessalonicher 5:18) sowie standhaft im Gutestun (1. Petrus 2:15) und im Leiden (1. Petrus 3:17).

In den anderen Bereichen sollen wir nicht entsprechend unserer Gefühle und Eindrücke leben, sondern aus biblischer Weisheit.

17 Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig; sie läßt sich etwas sagen, ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei. (Jakobus 3:17)

Da wo Menschen in der Bibel direkt von Gott angesprochen wurden, war das eine heilsgeschichtliche Tatsache, die im Neuen Testament aber nie zur Aufgabe gemacht wird, nach der wir suchen sollen.

Meine Erfahrung ist es, daß Menschen oft aus einer Evangeliumsarmut und einer geistlichen Unterernährung mit dem Wort Gottes heraus nach übernatürlichen, besonderen Erlebnissen suchen. Der Weg zu einer engen Beziehung mit Gott und zum Tun seines Willens führt aber nicht weg vom Wort Gottes oder parallel dazu entlang, sondern hin zum Wort Gottes. Desto mehr wir das Wort Gottes als Schatz wiederentdecken, desto kostbarer wird uns Jesus Christus, vom dem das Wort Gottes spricht, und desto mehr werden wir seine göttliche Weisheit kennenlernen.

8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise. 9 Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen. 10 Die Furcht des HERRN ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht. 11 Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim. 12 Auch dein Knecht wird durch sie belehrt, und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn. (Psalm 19:8-12)

Was braucht ein Christ mehr?

von Stefan Beyer

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E21 Bonn 2016

Mit Jesus im Boot

Vom 1. bis 2. Juli 2016 fand die erste Evangelium21 Regionalkonferenz in Bonn statt. Hauptredner war der Evangelist Pete Woodcock. Das Thema „Jesus nachfolgen“ entfaltete er in spannenden Vorträgen aus dem Matthäusevangelium.

Zu Beginn ging es anhand von Matthäus 8:16-34 um unsere Hingabe zu Jesus. Am Ende eines schweren Arbeitstages wird Jesus mit Nachfolgebegierigen konfrontiert, denen er ganz klar die Kosten der Nachfolge vor Augen führt. Danach steigen seine wahren Jünger mit ihm ins Boot, nicht um eine erholsame Kreuzfahrt zu machen, sondern um in einen seismischen Sturm zu geraten, der ihren Glauben herausfordert. Das alles dient dazu, damit sie am anderen Ufer Menschen von ihrer Besessenheit befreien können.

Als nächstes sprach Pete Woodcock aus Matthäus 9:35-10:8 über die Barmherzigkeit Jesu. Das griechische Wort drückt ein tiefes Berührtsein bis in die Eingeweide hinein aus. Um den Dienst Jesu an den Menschen tun zu können, brauchen wir die Barmherzigkeit Jesu in unserem Inneren. Jesus setzt ein Team von Jüngern ein, die mit ihm gemeinsam die Ernte bearbeiten. Wir sollen für solche Mitarbeiter für unsere Gemeinden beten und bereit sein, daß Gott uns selbst gebrauchen kann.

Schließlich ging es anhand der Speisung der 5000 (Matthäus 14:13-21) um die Fähigkeit Jesu, aus etwas Kleinem etwas zu machen, was in seinem Reich gebraucht werden und viele Menschen erreichen kann. Wir sollen uns mit unseren ganzen Schwachheiten (unsere fünf Brote und zwei Fische) Jesus ganz hingeben und er wird uns reichlich gebrauchen. Wir sollen uns nicht von der geistlichen Not in Europa einschüchtern lassen, sondern dem Herrn Jesus vertrauen, daß er mit schwachen Werkzeugen Großes vollbringen kann.

Einen Einschub bildete die Einheit von Michael Martens, der über Gottes Heiligungs- und Veränderungsprozeß aus Jakobus 1:1-18 sprach. Gott benutzt Anfechtungen, um unseren Glauben auf die Probe zu stellen und dadurch Bewährung und Ausharren in uns zu bewirken. Für diesen Prozeß schenkt er uns die nötige Weisheit, wenn wir uns von Gott verändern lassen wollen. Dabei geht es dem Herrn vor allem um unser Herz, daß es vollkommen ihm gehört und wir erkennen, daß alle gute Gabe von ihm allein kommt. Für dieses mächtige Werk in uns benutzt Gott das Wort der Wahrheit, die Bibel.

Ein besonderes Highlight der Konferenz war für mich die Zeit mit Ron Kubsch, bei dem wir übernachten und gemeinsam das Spiel Deutschland-Italien verfolgen konnten. Ähnlich wie Francis Schaeffer durften wir ihn in L’Abri (Gieleroth) besuchen und ermutigende, evangeliumsgegründete Gemeinschaft genießen. Ein besonderer Bonus waren die leckeren Grillspieße und der Sieg der deutschen Nationalmannschaft.

Ich kann nur wieder sagen: Ein Besuch bei einer Evangelium21 Konferenz lohnt sich. Auf die nächste Gelegenheit freue ich mich schon.

von Stefan Beyer

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Konzil von Trient

Ein anderes (römisches) Evangelium

In der aktuellen Begeisterung für die katholische Kirche, in die auch zahlreiche Evangelikale einstimmen, und dem Versuch einer ökumenischen Annäherung wird oft die lehrmäßige Basis der römischen Kirche vergessen. Entscheidend sollte die Frage sein: Lehrt die katholische Kirche das biblische Evangelium oder lehrt sie ein anderes Evangelium?

Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Galater 1:8

Ein guter Anhaltspunkt für die Lehre der katholischen Kirche ist zum einen ihr Katechismus, wenn man die Frage nach dem Evangelium stellt aber auch die Beschlüsse des Konzils von Trient. Das Konzil wurde 1545 als Reaktion auf die Reformation einberufen und tagte 18 Jahre bis 1563. In mehreren Sitzungen wurden Beschlüsse über Mißstände in der Kirche getroffen, aber auch eine Antwort auf die Einwände der Reformer gegeben.

Mit dem zentralen Anliegen der Reformation „Rechtfertigung durch Glauben allein“ hat sich die sechste Sitzung befaßt. Neben mehreren Artikeln, in denen die katholische Auffassung der Rechtfertigung dargelegt wird, wurden auch mehrere Kanons verabschiedet, in denen aus katholischer Sicht falsche Lehre verworfen wird. Dazu gehören:

9. Kanon – Wenn jemand sagt, der Sündhafte werde allein durch den Glauben gerechtfertigt; so daß er damit versteht, es werde nichts anderes, das zur Erlangung der Rechtfertigungsgnade mitwirke, erfordert, und es sei keinen Teils notwendig, daß er sich aus Antrieb seines Willens dazu vorbereite, und bereitsam mache, der sei im Bann.

11. Kanon – Wenn jemand sagt, die Menschen werden gerechtfertigt entweder allein durch die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi, oder allein durch die Nachlassung der Sünden, mit Ausschluß der Gnade und der Liebe, welche durch den Heiligen Geist (Römer 5:5) in ihre Herzen ausgegossen wird, und ihnen innehaftet, oder auch, die Gnade, durch welche wir gerechtfertigt werden, sei nur eine Gunst Gottes, der sei im Bann.

16. Kanon – Wenn jemand mit unbedingter und unfehlbarer Gewißheit sagt, er werde gewiß jene große Gabe der Verharrung bis ans Ende besitzen, und ist darüber nicht durch eine besondere Offenbarung unterrichtet, der sei im Bann.

24. Kanon – Wenn jemand sagt, die erhaltene Gerechtigkeit werde durch die guten Werke nicht bewahrt, und auch vermehrt vor Gott, sondern diese Werke seien nur allein Früchte und Zeichen der erlangten Rechtfertigung, aber nicht die Ursache ihrer Vermehrung, der sei im Bann.

30. Kanon – Wenn jemand sagt, es werde nach erhaltener Rechtfertigungsgnade jedem büßenden Sünder so die Schuld nachgelassen, und die Verschuldung der ewigen Strafe getilgt, daß keine Verschuldung einer zeitlichen Strafe zurückbleibe, die entweder auf dieser Welt, oder künftig im Fegefeuer abgetragen werden müsse, ehe der Zugange zum Himmel offen sein könne, der sei im Bann.

32. Kanon – Wenn jemand sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seien so Gottes Gaben, daß sie nicht auch desselben Gerechtfertigten gute Verdienste seien, oder dieser Gerechtfertigte verdiene durch die guten Werke, welche von ihm, mittelst der Gnade Gottes und des Verdienstes Christi, dessen lebendiges Glied er ist, getan werden, nicht wahrhaft die Vermehrung der Gnade, das ewige Leben, und, insofern er in der Gnade dahinscheidet, die Erlangung dieses ewigen Lebens selbst, und auch die Vermehrung der Herrlichkeit, der sei im Bann.

Es wird deutlich, daß das Konzil die zentralen Lehren der Bibel (Rechtfertigung durch Glauben allein, aus Gnade allein, zur Ehre Gottes allein) unter den Bann, d.h. ewigen Fluch, stellt, und statt dessen eine eigene Werksgerechtigkeit aufrichtet. Damit lehrt sie anderes Evangelium.

Da es nun die Schrift voraussah, daß Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im voraus das Evangelium verkündigt: „In dir sollen alle Völker gesegnet werden“. So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun“. Daß aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn „der Gerechte wird aus Glauben leben“. Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: „Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben“. Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt“), damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war. Galater 3:8-14

Es ist noch wichtig zu erwähnen, daß die Beschlüsse das Konzils nie aufgehoben worden. Das geht im katholischen Verständnis der Kirche auch nicht, denn dann würde man ja zugeben, daß sich Konzile irren können und damit wäre die ganze katholische Tradition in Frage gestellt.

Es gibt sicher innerhalb der katholischen Kirche Menschen, die an Jesus glauben und auf ihn allein für ihre Rechtfertigung vor Gott glauben. Diese Menschen sind dann aber trotz und nicht wegen der Lehre ihrer Kirche gerettet. Wer an das Evangelium glaubt, welches die römisch-katholische Kirche verkündigt, der glaubt an ein anderes Evangelium und wird erfahren, daß sein religiöser Eifer ihm im Gericht Gottes nichts nützen wird. Er gleicht den Juden zur Zeit des Apostels Paulus, die ihre eigene religiöse Gerechtigkeit aufrichten wollten, statt die geschenkte Gerechtigkeit durch Christus zu empfangen.

Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel ist, daß sie gerettet werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. Römer 10:1-4

Eine gute Zusammenfassung über das Konzil von Trient aus reformatorischer Perspektive findet sich hier: https://www.thegospelcoalition.org/article/9-things-you-should-know-about-the-council-of-trent

von Stefan Beyer

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Jüngerschaft in der dritten Generation

Mp3: Jüngerschaft in der dritten Generation

  • Der Hebräerbrief betont die langfristige Perspektive im christlichen Leben.
    • 14 Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten. (Hebräer 3:14)
    • 11 Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, so daß ihr die Hoffnung mit voller Gewißheit festhaltet bis ans Ende, 12 damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. (Hebräer 6:11-12)
    • 36 Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. (Hebräer 10:36)
    • 1 Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt. (Hebräer 12:1)
  • Es gibt vier Bereiche, die uns helfen können, einen guten Boden für langfristig treues Christsein zu legen.
Entwickle eine theologische Grundlage!
  • Es ist wichtig, mit theologischen Fragen zu ringen und eine Antwort aus der Bibel zu suchen.
    • 11 Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte. (Apostelgeschichte 17:11)
  • Wir sollen in unserem Glauben wachsen und einen festen Standpunkt entwickeln.
    • 13 Bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; 14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen. (Epheser 4:13-14)
  • Theologische Fragen lassen sich nicht ignorieren, sondern werden auf die eine oder andere Weise immer beantwortet.
    • Und sei es, daß man sagt, Theologie wäre nicht wichtig, was auch schon eine theologische Aussage ist, die eigentlich heißt: Die Wahrheit ist nicht wichtig.
  • Das Neue Testament zeugt von Freude, wenn Christen in der Wahrheit wandeln.
    • 4 Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, daß meine Kinder in der Wahrheit wandeln. (3. Johannes 1:4)
    • 13 Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! 14 Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2. Timotheus 1:13-14)
  • Wir werden auf die Gefahr falscher Lehrer bzw. falscher Lehre hingewiesen.
    • 10 Denn es gibt viele widerspenstige und leere Schwätzer und Verführer, besonders die aus der Beschneidung. 11 Denen muß man den Mund stopfen, denn sie bringen ganze Häuser durcheinander mit ihrem ungehörigen Lehren um schändlichen Gewinnes willen. (Titus 1:10-11)
    • 16 Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, 17 und ihr Wort frißt um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenäus und Philetus, 18 die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie behaupten, die Auferstehung sei schon geschehen, und so den Glauben etlicher Leute umstürzen. (2. Timotheus 2:16-18)
Lies gute Bücher!
  • Wir können sehr von der Weisheit anderer profitieren.
    • 20 Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einläßt, dem geht es schlecht. (Sprüche 13:20)
  • Die meisten treuen Christen, die ich kenne, lesen gern.
    • 13 Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders die Pergamente. (2. Timotheus 4:13)
  • Wir sollten Bücher lesen, die gute Lehre enthalten.
    • 6 Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst, wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist. (1. Timotheus 4:6)
  • Ich kann folgende Verlage empfehlen:
    • Betanien – www.cbuch.de (einschließlich Timotheus Magazin)
    • 3L Verlag – www.3lverlag.de
Werde teil einer guten Gemeinde!
  • Der Hebräerbrief erachtet verbindliche Gemeindemitgliedschaft als zentral für langanhaltenden Glauben.
    • 23 Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken – denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat -, 24 und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht! (Hebräer 10:23-25)
    • 12 Habt acht, ihr Brüder, daß nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! 13 Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! (Hebräer 3:12-13)
    • 12 Darum „richtet wieder auf die schlaff gewordenen Hände und die erlahmten Knie“, 13 und „macht gerade Bahnen für eure Füße“, damit das Lahme nicht vom Weg abkommt, sondern vielmehr geheilt wird! 14 Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird! 15 Und achtet darauf, daß nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden, 16 daß nicht jemand ein Unzüchtiger oder ein gottloser Mensch sei wie Esau, der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. (Hebräer 12:12-16)
  • Wir brauchen eine gute, auf Jüngerschaft und gute Lehre ausgerichtete Gemeinde, um langfristig treu im Glauben zu bleiben.
    • 17 Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. (Philipper 3:17)
    • 7 Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach! (Hebräer 13:7)
  • Die Entscheidung für die richtige Gemeinde ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben und sollte daher die entsprechende Priorität haben.
Gehe seelsorgerliche Probleme an!
  • Probleme unseres Herzens gehen nicht weg, sondern beeinflussen unser ganzes Leben.
    • 23 Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. (Sprüche 4:23)
  • Dazu zählen:
    • Verletzungen, die wir erfahren haben.
    • Fehler, die wir begangen haben.
    • Sünden, die uns beherrschen.
    • Einstellungen, die wir haben.
    • Götzen, die wir anbeten.
  • Tiefgehende Veränderung geschieht nur durch bewußtes Konfrontieren der Sünde in unserem Herzen.
    • 13 Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. (Römer 8:13)
  • Dazu brauchen wir Zeit.
    • 1 Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit: 2 Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit; 3 Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit; 4 Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit; 5 Steine schleudern hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit; 6 Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Wegwerfen hat seine Zeit; 7 Zerreißen hat seine Zeit, und Flicken hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit; 8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit. (Prediger 3:1-8)
  • Dazu brauchen wir gute Mentoren.
    • 36 Joses aber, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas erhalten hatte (das heißt übersetzt: „Sohn des Trostes“), ein Levit, aus Zypern gebürtig. (Apostelgeschichte 4:36)
  • Dazu brauchen wir gute Freunde in einer guten Gemeinde.
    • 26 Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. (1. Korinther 12:26)
    • 20 Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist; 21 bewahrt euch selbst in der Liebe Gottes und hofft auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. (Judas 1:20-21)
    • 32 Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet wurdet, viel Kampf erduldet habt, der mit Leiden verbunden war, 33 da ihr teils selbst Schmähungen und Bedrängnissen öffentlich preisgegeben wart, teils mit denen Gemeinschaft hattet, die so behandelt wurden. 34 Denn ihr hattet Mitleid mit mir in meinen Ketten bewiesen und den Raub eurer Güter mit Freuden hingenommen, weil ihr in euch selbst gewiß seid, daß ihr ein besseres und bleibendes Gut in den Himmeln besitzt. (Hebräer 10:32-34)
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3. Spurgeon Konferenz

3. Spurgeon Konferenz

Dies sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete. (Johannes 12:41)

Vom 18. bis 21. Mai 2016 fand die 3. Spurgeon Konferenz in München statt. Andrew Page, Erfinder des Markusexperiments, führte uns Vers für Vers durch das Johannesevangelium. Die beeindruckendsten Momente für mich waren, als er zwischendurch immer wieder dazu aufrief: „Fühlt euch frei, Jesus anzubeten.“

Das ist auch der Hauptgrund, warum Johannes sein Evangelium geschrieben hat. Er möchte unsere Augen für die Herrlichkeit Jesu öffnen, die durch seine Zeichen offenbart wurde, damit in unseren Herzen Glauben erwächst und Anbetung.

Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. (Johannes 20:31)

Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel anbetend vor ihm nieder. (Johannes 9:38)

Wir sind von Natur aus blind für die Herrlichkeit Christi im Evangelium. Wir sehen in ihm keine schöne Gestalt und fühlen uns von seiner geistlichen Schönheit abgestoßen. Darin besteht die Verlorenheit des natürlichen Menschen und seine Verderbtheit.

Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. (Jesaja 53:2-3)

Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. (2. Korinther 4:4)

Gott muß unsere Augen für die Herrlichkeit seines Sohnes öffnen. Dies tut er, indem er uns durch die überlieferten Berichte über Jesu Wesen, Taten und Worte für seine tiefere, geistliche Schönheit erleuchtet.

Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn. (Johannes 2:11)

Gottes Plan war es von Anfang an nicht, die Herrlichkeit seines Sohnes wahllos zu zeigen, sondern er hat sie immer wieder einzelnen und oft unscheinbaren Menschen offenbart.

Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. (Lukas 10:21)

Es ist ein Wunder des Wirkens des Heiligen Geistes, wenn er verlorenen, blinden Menschen die Augen öffnet. Das geschieht aber nicht unvermittelt, sondern immer durch das Wort Gottes. Die Bibel ist der Schauplatz, wo wir die Herrlichkeit Christi sehen können. Wenn wir das Evangelium anderen verkündigen oder selbst im Glauben wachsen wollen, dann müssen wir das Wort Gottes lesen und den Herrn bitten, die Augen unseres Herzens für die Herrlichkeit des Christus zu öffnen.

Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken, daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist. (Epheser 1:15-18)

Die Auslegung des Johannesevangeliums durch Andrew Page hat mir wieder neu geholfen, die Herrlichkeit des Sohnes Gottes zu sehen. Ich möchte noch mehr und noch tiefer erkennen, wie groß und wunderbar Jesus Christus ist. Genau dazu hat er mir sein Wort geschenkt und er lädt mich ein, ihn darin zu sehen.

von Stefan Beyer

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Matthäus 5:11-20 – Von innen nach außen

Mp3: Matthäus 5:11-20 – Von innen nach außen

  • Jesus vergleicht in der Bergpredigt nicht ein gottesfürchtiges Leben mit einem gottlosen Leben, sondern ein äußerlich religiöses Leben mit einer echten Beziehung zum Vater.
11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen!
  • Echte Nachfolger Jesu versuchen nicht, sich der Welt anzubiedern.
    • 19 Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt. 20 Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort argwöhnisch achtgehabt, so werden sie auch auf das eure argwöhnisch achthaben. 21 Aber das alles werden sie euch antun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. (Johannes 15:19-21)
  • Sie nehmen die Ablehnung für Jesus auf sich und leben aus einer tieferen Freude.
    • 40 Und sie fügten sich ihm und riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Schläge und verboten ihnen, in dem Namen Jesu zu reden, und entließen sie. 41 Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen; 42 und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus, dem Christus, zu verkündigen. (Apostelgeschichte 5:40-42)
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
  • Echte Christen leben aus einer Ewigkeitsperspektive und suchen ihren Lohn nicht in dieser Welt, sondern bei Gott im Himmel.
    • 10 Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. (2. Timotheus 4:10)
    • 1 Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; 3 denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. (Kolosser 3:1-3)
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. 16 So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
  • Eine echte Beziehung zum Vater zeigt sich nicht in der Verurteilung der Welt oder Abschottung von der Welt, sondern in der leidenschaftlichen Hingabe an die Welt.
    • 21 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! (Johannes 20:21-22)
17 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.
  • Eine echte Beziehung zum Vater zeigt sich in einer Liebe zum Wort Gottes und in der Bereitschaft, ihm zu gehorchen.
    • 162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. 163 Ich hasse die Lüge und verabscheue sie; dein Gesetz aber habe ich lieb. 164 Ich lobe dich siebenmal am Tag wegen der Bestimmungen deiner Gerechtigkeit. 165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall. 166 Ich hoffe auf dein Heil, o HERR, und tue deine Gebote. 167 Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse und liebt sie sehr. (Psalm 119:162-167)
20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!
  • Die Gerechtigkeit der Jünger Jesu geht über die der Schriftgelehrten und Pharisäer hinaus, weil sie aus einem veränderten Herzen fließt.
    • 18 Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. 20 Das ist’s, was den Menschen verunreinigt! (Matthäus 15:18-20)
    • 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! (Johannes 3:3)
Wie bekomme ich dieses echte, geistliche Leben?
  • Indem ich in Beziehung trete zu dem, der das Gesetz für mich erfüllt hat (Vers 17).
    • Jesus wurde um unsertwillen verschmäht, verfolgt und schließlich umgebracht.
    • Jesus schaute nicht auf den irdischen Lohn, sondern auf den himmlischen.
    • Jesus gab sich leidenschaftlich für die Welt hin und erlöste sie.
    • Jesus hatte eine tiefe Liebe für den Willen des Vaters und erfüllte ihn bis zum bitteren Ende.
    • Jesus hatte ein vollkommen reines Herz und konnte für uns eine größere Gerechtigkeit erwerben.
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Why We Love the Church

Eine Liebe für die Gemeinde

Kevin DeYoung und Ted Kluck erklären in ihrem Buch „Why We Love the Church: In Praise of Institutions and Organized Religion“ warum sie die traditionelle Gemeinde trotz ihrer Schwächen immer noch schätzen und sich für sie einsetzen. Das Buch ist eine Reaktion auf die moderne Bewegung von Evangelikalen, die die Gemeinde verlassen, um ein anti-institutionelles Christsein in echter Gemeinschaft zu leben.

Während DeYoung und Kluck Schwächen und Makel der traditionellen Gemeinde bereitwillig zugeben, stellen sie doch vier wichtige Fragen an Menschen, die ein Christsein außerhalb der Gemeinde leben wollen:

  • Wendest du dich gegen die Gemeinde oder eigentlich gegen den orthodoxen, christlichen Glauben?
  • Hast du vielleicht unrealistische Erwartungen, die niemals alle gleichzeitig erfüllt werden können?
  • Machst du Authentizität zu einem Götzen?
  • Machst du vielleicht die gleichen Fehler wie andere Generationen, die desillusioniert von der Gemeinde waren?

Das Buch enthält viele witzige aber zugleich nachdenkliche Beschreibungen des Gemeindealltags und versucht im Leser eine neue Liebe für das Gewöhnliche, Unauffällige zu wecken – inmitten einer Generation, die wenig Geduld mit Institutionen hat, die sie langsam und langweilig findet. Dabei vollbringt die traditionelle Gemeinde viel Gutes, das ohne sie nicht geschehen würde. Sie verkündigt das Evangelium, stärkt Christen in ihrem geistlichen Leben, sorgt sich um die Bedürfnisse der Gemeinde und darüber hinaus. Diese Erfolgsbilanz sollte man nicht leichtfertig beiseite wischen.

Gegen den Gedanken eines gemeindelosen Christentums führt das Buch sechs Argumente an: 1) Die Gemeinde ist im Glaubensbekenntnis von Nizäa als katholisch (allgemein) definiert. Es sollte an keinem Ort einen Christen ohne Gemeinde geben. 2) In der ganzen Kirchengeschichte gehörte Christsein und Gemeindezugehörigkeit eng zusammen. 3) Das neutestamentliche Wort für Gemeinde „ekklesia“ kennzeichnet eine öffentliche Versammlung und zeugt von der Notwendigkeit, unseren Glauben öffentlich zu machen. 4) Wir müssen nicht zwischen keiner Gemeinde und der Akzeptanz der Gemeinde mit all ihren Problemen wählen. Wir können sie selbst prägen. 5) Ohne Gemeindemitgliedschaft gibt es keine Möglichkeit für Rechenschaft und Gemeindezucht. 6) Die Gemeinde wird ärmer durch jeden Christen, der sich nicht zu ihr bekennt. Dabei sollte sie ein Bild der vielfältigen Gnade Gottes sein.

Ein weiterer moderner Einwand gegen die verfaßte, institutionalisierte Gemeinde ist, daß Christen durch ihre Verbindung zu Jesus Christus zur allgemeinen, unsichtbaren Gemeinde Gottes gehören. Das heißt, das Wort Gemeinde bezeichnet eigentlich nur eine Gruppe von Christen, egal wo sie sich treffen, was sie machen und welche Ordnungen sie haben. Dieses minimalistische Verständnis von Gemeinde wird dem Neuen Testament jedoch nicht gerecht, welches der Gemeinde eine feste Struktur, mit festen Ämtern, festen Ordnungen (Taufe und Abendmahl), einer festen Aufgabe (Verkündigung des Evangeliums) und fester Autorität (Gemeindezucht) gibt. Die Bibel lehrt keine leiterlose Gemeinde, sondern ruft sowohl Leiter als auch Geleitete zu einem hohen Amtsverständnis:

Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen; denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch! (Hebräer 13:17)

Das Buch macht sich für eine Wiederentdeckung der Ekklesiologie (Lehre von der Gemeinde) stark. Wir tun gut daran, in unseren Gemeinden aufs Neue tiefschürfend über das Wesen, die Aufgabe und die Ordnungen der Gemeinde nachzudenken. Nur dadurch können wir sie gegenüber ihren Kritikern verteidigen und in ihren Mitgliedern eine neue Liebe und Wertschätzung für sie erwecken.

von Stefan Beyer

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