Von der Erkenntnis Gottes

Wir erkennen aber Gott auf zwei Weisen: Zuerst durch die Schöpfung, Erhaltung und Regierung dieser ganzen Welt1. Denn diese ist für unsre Augen wie ein schönes Buch, in welchem alle Geschöpfe, kleine und große, gleich wie hingeschriebene Buchstaben sind, aus denen das unsichtbare Wesen Gottes ersehen und erkannt werden kann, nämlich seine ewige Macht und Göttlichkeit, wie der Apostel Paulus sagt Röm. 1, 20. Dies alles reicht hin, um die Menschen zu überführen und zu machen, dass sie keine Entschuldigung haben. Zweitens gibt er sich uns weit klarer und deutlicher in seinem heiligen und göttlichen Worte2 zu erkennen und offenbart sich, soviel nämlich uns in diesem Leben zu seiner Ehre und zum Heile der Seinigen notwendig ist.

George Herbert – The Sacrifice

O all ye, who pass by, whose eyes and mind
To worldly things are sharp, but to me blind;
To me, who took eyes that I might you find:
Was ever grief like mine?

The Princes of my people make a head
Against their Maker: they do wish me dead,
Who cannot wish, except I give them bread:
Was ever grief like mine?

Without me each one, who doth now me brave,
Had to this day been an Egyptian slave.
They use that power against me, which I gave:
Was ever grief like mine?

Hoffnungslosigkeit und Selbstwiderspruch der Atheisten

Richard Dawkins schrieb 1992 in seinem Buch „Und es entsprang ein Fluß in Eden„:

In einem Universum von blinden, physischen Kräften und genetischer Replikation werden manche Menschen verletzt werden, andere Menschen werden glücklich sein, und du wirst keinen Reim oder Sinn darin entdecken können, noch irgendeine Gerechtigkeit. Das Universum, welches wir beobachten, hat genau die Eigenschaften, die wir erwarten würden, wenn es im Grunde keinen Entwurf, keinen Sinn, kein Böse und kein Gut gibt. Nichts als blinde, erbarmungslose Gleichgültigkeit. DNA weiß nichts und sorgt sich um nichts. DNA existiert einfach. Und wir tanzen nach ihrer Musik.

Warum will Allah, daß Frauen sich verschleiern?

In einem interessanten Hadith (eine Überlieferung aus dem Leben des Propheten Muhammad) wird berichtet, wie die Verse über die Verschleierung der Frauen ursprünglich entstanden sind.

Die Frauen des Propheten pflegten zu Al-Manasi, einem weiten, offenen Platz, zu gehen, wenn sie nachts ihre Notdurft verrichten wollten. Umar plegte zum Propheten zu sagen: „Laß deine Frauen sich verhüllen.“, aber der Prophet tat dies nicht. Eines nachts ging Sauda bint Zam’a, eine Frau des Propheten, zur Abendzeit hinaus und sie war eine große Frau. Umar sprach sie an und sagte: „Ich habe dich erkannt, o Sauda.“ Er sagte dies, weil er eifrig wollte, daß die Verse des Hijabs offenbart würden. Und so offenbarte Allah die Verse des Hijabs. Sahih Al-Bukhari 4,12

Advantages from Remaining Sin – Ein Brief von John Newton

My last two letters touched upon a mournful subject, the depravity of the heart, which impedes us when we would do good, and pollutes our best intended services with evil. We have cause, upon this account, to go softly all our days; yet we need not sorrow as they who have no hope. The Lord has provided his people relief under those complaints, and teaches us to draw improvement from them. If the evils we feel were not capable of being over-ruled for good, he would not permit them to remain in us. This we may infer from his hatred to sin, and the love which he bears to his people.

Wie definieren unterschiedliche religiöse Traditionen die Erbsünde?

  • die römisch-katholische Sicht
    • Die Sünde Adams kostete ihm und der ganzen Menschheit die ursprüngliche Heiligkeit, die Gott ihm gab. Aber diese ursprüngliche Sünde wird den Nachkommen Adams nicht als persönliche Schuld angerechnet. Nur freiwillige Übertretung ist Sünde. Die Begierde (Konkupiszenz), die verbleibt, ist keine Sünde. Erbsünde ist nur ein Mangel an Heiligkeit, ein Fleck oder eine Deformation. Die gefallene menschliche Natur ist nicht vollkommen verdorben worden, noch hat sie die Fähigkeit verloren, auf Gottes Liebe zu antworten. Demnach hat die Erbsünde die Freiheit des Willens geschwächt aber nicht vollkommen zerstört.

Gewalt im Islam und im Christentum

Mir begegnet in Gesprächen immer wieder der Einwand, daß das Christentum doch auch eine Geschichte der Gewalt hätte und damit dem Islam gar nicht so unähnlich wäre. Außerdem rufe das Alte Testament doch sehr deutlich zu Krieg und Mord auf.

Auf diesen Einwand reagiere ich meistens in drei Schritten:

  1. Jesus hat nie zu Gewalt aufgerufen, sondern sich immer offen davon distanziert.
    • „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.“ Johannes 18:36

Heilsgewißheit

Für Luther wie auch für Calvin war die Gewißheit des Heils eines der größten Gnadengaben des Evangeliums, welche durch die Reformation erst wieder neu entdeckt wurde. Daß aber um diese Gewißheit im Herzen des Gläubigen ein ständiger Kampf tobt, davon schreibt Luther in seinem Kommentar zum Galaterbrief:

Zufriedenheit im Tal der Demütigung

Als Christine und ihre Begleiterin Erbarmen durch das Tal der Demütigung ziehen, wo einst Christian gegen Apollyon kämpfte, begegnen sie einem Jungen, der die Schafe seines Vaters hütete. Seine Kleidung war ärmlich aber sein Gesicht heiter. Er sang folgendes Lied:

Wer in dem Tal der Demut wohnt,
hat einen sichern Stand.
Der in der höchsten Höhe thront,
führt ihn an seiner Hand.
Mir genügt, was seine Hand mir gab,
sei’s wenig oder viel.
Er zeigte mir, daß ich ihn hab,
daß er mich führt zum Ziel.
Der Erde Reichtum lastet schwer
und hemmt des Siegers Lauf.
Drum geht er erst so arm daher
und wird dann reich darauf.