Gottes Treue

Es gibt viele Teile der Bibel zu denen man erst einen einen besonderen Zugang bekommt, wenn man in einer ähnlichen Lebenssituation steckt, aus der heraus sie geschrieben wurden. Für mich waren die Klagelieder lange Zeit nicht besonders ansprechend, mit Ausnahme des Versprechens von Gottes Treue im dritten Kapitel. Als ich nun unerwartet und kurzfristig mit dem Tod meines Vaters aufgrund eines Schlaganfalls in Verbindung mit einer Lungenentzündung konfrontiert wurde, erfuhr ich Traurigkeit, wie ich sie nie zuvor in meinem Leben empfunden habe. Aber inmitten dieser Trauer hat mich der Herr durch verschiedene wundersame Eingriffe getröstet. Zum einen öffnete mein Vater, der sich ein Leben lang schwer getan hat mit dem Glauben an Gott, und lieber Philosophie und säkulare Literatur gelesen hat, sein Herz für Christus und betete und lud Jesus in sein Leben ein. Dadurch haben wir eine begründete Hoffnung, daß er jetzt in der Gegenwart Gottes ist und in den Lobpreis Jesu und seines Werkes am Kreuz einstimmt. Zum anderen ermutigte mich der Herr durch eine Predigt von Alistair Begg über die Treue Gottes im dritten Kapitel der Klagelieder. Zum ersten Mal nahm ich auch den Kontext wahr, den Zusammenhang absoluter Erschütterung. Ich habe die Predigt mit zitternden Beinen gehört, weil ich in den Worten des Propheten Jeremia meinen eigenen Schmerz ausgedrückt fühlte. Zur gleichen Zeit hob Alistair Begg aber auch die Treue Gottes hervor. Egal, ob wir seine Wege verstehen oder nicht. Er ist einfach treu. Manchmal hilft einfach nur der Lobpreis Gottes. Er ist allmächtig, er ist treu. Wir sind in seiner Hand, unser Leben ist in seiner Hand. Jesus hat bezahlt, sein Zorn ist getilgt. Jetzt ist er nichts als Vater zu uns, der uns in seinen treuen Händen hält. Halleluja.

„15 Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt. 16 Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, hat mich niedergedrückt in die Asche. 17 Ja, du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich das Glück vergaß. 18 Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, und auch meine Hoffnung auf den Herrn! 19 Gedenke doch an mein Elend und mein Umherirren, an den Wermut und das Gift! 20 Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt! 21 Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen: 22 Gnadenbeweise des Herrn sind’s, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; 23 sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß! 24 Der Herr ist mein Teil! spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.“ (Klagelieder 3:15-24)

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