Interview mit Ron Kubsch vom TheoBlog.de

Ron Kubsch vom TheoBlog.de hat mir freundlicherweise ein paar Fragen beantwortet, die ich ihm im Rahmen des „Liebster Award“ gestellt hatte. Bei dem „Liebster Award“ werden Blogs nominiert, die einem gefallen und denen man regelmäßig folgt. Diese werden durch den Award weiterempfohlen, um sie einem breiteren Publikum bekannter zu machen. Es werden 11 Fragen gestellt, um den Blogger besser kennenzulernen. Hier sind meine Fragen und die Antworten von Ron:

1. Wann hattest du die größte Freude an deinem Blog?

Besonders froh bin ich, wenn aus den Rückmeldungen von Lesern herauszulesen ist, dass das Blog etwas in ihrem Leben angestoßen hat. Menschen fangen an, (wieder) in der Bibel zu lesen oder überwinden – mit Gottes Hilfe – ihre Zweifel. Dies kommt hin und wieder vor. Dafür lohnt sich der Aufwand.

2. Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog?

Das schwankt. Oft bereite ich am Wochenende mehrere Beiträge vor, die ich dann im Verlauf der nächsten Woche freischalte. Da sitze ich vielleicht zwei bis drei Stunden pro Woche am Rechner oder Tablet. Der Aufwand ist überschaubar, da ich ja oft nur wie ein Pressespiegel auf andere Beiträge verweise.

Es gibt aber auch heiße Zeiten, dann beschäftigt mich der Blog mehrere Stunden am Tag. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich ausführliche Diskussionen entwickeln oder Leute sehr persönlich schreiben. Mehrmals war der TheoBlog Hackerangriffen ausgesetzt. Da kann es schon sein, dass man einige Nächte braucht, um den Schaden zu begrenzen.

3. Was ist dein meistgelesener Artikel?

Das ist etwas abhängig von der Zeitspanne, auf die sich diese Frage bezieht. Ich blogge jetzt seit sieben Jahren und habe leider keine Statistik, die sich auf den gesamten Zeitraum bezieht. Am häufigsten aufgerufen wurde einer von diesen drei Beiträgen:

Die Radikalisierung der „Wort+Geist“-Bewegung

Cindy Sherman – Meisterin der Verfremdung und Irritation

Die Liebe siegt? Eine Buchbesprechung über „Love Wins“ von Rob Bell

4. Was inspiriert dich zum Schreiben?

Die Impulse kommen von allen Seiten. Oft markiere ich bei meiner Lektüre Absätze, die dann irgendwann als Zitate im Blog stehen. Manchmal stammt die Anregung für einen Beitrag aus einem Gespräch. In den meisten Fällen greife ich Inhalte auf, die mir in der Presse oder bei Recherchen begegnet sind. Hin und wieder sind Beiträge auch Abkömmlinge aus meiner eigenen Arbeit.

5. Wie bist du zum Glauben gekommen?

Ich bin ja in der wunderschönen Sächsischen Schweiz, also in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Mein Vater ist Ende der siebziger Jahre in die Bundesrepublik geflüchtet. Als Familie konnten wir zwei Jahre später ausreisen. Eine ältere Freundin unserer Familie schenkte mir zum Abschied eine Lutherbibel aus dem Jahre 1912. Ich begann zu lesen und war so hingerissen, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte. Obwohl ich beim 3. Mosebuch (da geht es u. a. um die Opfer) völlig überfordert war, kaufte ich mir eine verständlichere Übersetzung und las das Neue Testament. Ĭch erkannte schnell, dass Jesus Christus die Antwort auf die Fragen meines Lebens ist. Gott ist gut und stellte mir Christen zur Seite, die mir halfen, das Evangelium zu verstehen. Die Gespräche, die sich über einige Monate hinzogen, führten dann zu meiner Bekehrung und schließlich zu meiner Taufe.

6. Über was würdest du bloggen, wenn du einen weiteren Blog hättest?

Ehrlich gesagt kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ich noch ein weiteres Blog betreue. Ein Blog reicht völlig aus und so erspare ich mir das Grübeln darüber, was ich machen würde.

7. Was hat sich bei dir durch das Bloggen verändert?

Mal davon abgesehen, dass das Bloggen einen respektablen Teil meiner Freizeit in Anspruch nimmt, hat sich nicht sehr viel geändert. Ich habe ein paar neue Freunde und Feinde. Ich erhalte Bestätigungen dafür, dass Menschen sich für Glaubensfragen interessieren und auf der Suche nach Antworten sind. Ich bekomme hin und wieder Bücher zugeschickt, verbunden mit der Bitte, eine Rezension zu schreiben. Die vielleicht tiefgreifendste Erfahrung ist die, zu merken, wie viele Christen großen Hunger nach biblischer Lehre verspüren. Es gibt da reichliche Defiziterfahrungen. Oft hört man ja, dass die Gläubigen in den Gemeinden keinesfalls überfordert werden dürfen. Ich habe eher den Eindruck, dass die Zeit reif dafür ist, wieder tiefer in das Wort Gottes hineinzuschauen.

Noch etwas: Durch das Blog habe ich einige Leute kennengelernt, die inzwischen in dem Netzwerk „Evangelium21“ zusammenarbeiten. Dafür bin ich sehr dankbar.

8. Wie viele Leser hat dein Blog?

Darüber spricht ein Blogger nicht. (Lacht.)

9. Beschreibe ein Erlebnis, das dir durch das Blog passiert ist.

Bei mir meldete sich eines Tages ein Drehbuchautor und fragte, ob ich ihm bei der Fortentwicklung eines Films über Glaubensfragen beraten könne.

10. Wer ist ein Vorbild für dich?

Der Evangelist Francis Schaeffer ist für mich ein Vorbild im Blick auf die „Retterliebe“. Er hat die Menschen mit ihren Fragen und Nöten ernst genommen, ohne dabei die Wahrheitsfrage zu suspendieren. Leider werden heute oft Wahrheit und Liebe gegeneinander ausgespielt. Durch Schaeffer habe ich gelernt, dass beides notwendig zusammengehört. Im deutschsprachigen Raum ist Klaus Bockmühl jemand gewesen, der es mit seinem unvorstellbar großen Weitblick verstand, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus heutiger Perspektive bin ich dankbar, einige sehr persönliche Begegnungen mit John Stott gehabt zu haben. Mitte der 80er Jahre habe ich ihn mal vom Frankfurter Flughafen abgeholt und saß ungefähr zweieinhalb Stunden mit ihm im Auto. Auf keiner Autofahrt habe ich mehr gelernt.

Was die Theologie der Gegenwart angeht, schätze ich J.I. Packer und Paul Helm. Blicken wir weit in die Kirchengeschichte zurück, sind gewiss Augustinus, Luther und Calvin Leute, denen ich viel verdanke. Bei diesen „Doktoren der Gnade“ gehe ich gern in die Schule. Was das geistliche Leben angeht, lerne ich freilich viel von ganz einfachen und treuen Leuten, z. B. von Eltern, die ihr behindertes Kind mit unverbrüchlicher Zuwendung begleiten, obwohl sie oft völlig erschöpft sind. Mehrere ältere, eher unscheinbare Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren oder sind unfassbar treue Beter. Sie beten nicht nur, sie beten in Jesu Namen (vgl. Joh 14,13–14), also für das, was Gott verherrlicht. Sie gehören im Himmelreich gewiss zu den Großen (vgl. Mt 5,19). Nicht zu vergessen: Meine Frau ist mir ein großes Vorbild!

11. Was planst du in der Zukunft mit deinem Blog?

Da gibt’s keine Pläne. Ich lebe da eher von Monat zu Monat und bin froh, wenn ich die Ausgaben irgendwie gedeckt bekomme.


Nominierungen

Ron hat die folgenden Blogs nominiert, am „Liebster Award“ teilzunehmen:

  • http://www.wortzentriert.at
  • http://lahayne.lt
  • http://www.jesus24.de
  • http://jonaserne.blogspot.de
  • http://www.thegospelcoalition.org/blogs/justintaylor/

0 Gedanken zu „Interview mit Ron Kubsch vom TheoBlog.de

  1. Pingback: Ein Interview | TheoBlog.de

Kommentar verfassen