1. Petrus 5 – Wie wir geistlich wachsen können

Einleitung

Petrus schreibt seinen Brief an verfolgte und zerstreute Christen im Gebiet der heutigen Türkei (1. Petrus 1:1,2). Er verweist sie auf die Sicherheit des himmlischen Erbes und ermahnt sie zu einem heiligen Lebenswandel (1. Petrus 1:3-25). Er erinnert sie, daß Jesus im Zentrum ihres Glaubens steht (1. Petrus 2:1-10). Die Zugehörigkeit zu seinem Königreich und zum Reich eines heiligen Gottes soll sich in einem ehrbaren Wandel vor den Regierenden (1. Petrus 2:11-17) und Vorgesetzen (1. Petrus 2:18-25), in der Familie (1. Petrus 3:1-7), in der Gemeinde (1. Petrus 3:8-12) und im Erleiden von Verfolgung äußern (1. Petrus 3:13-17). Petrus erinnert die Adressaten seines Briefes auch daran, daß Jesus selbst und sein Werk am Kreuz die Quelle dieses neuen Wandels ist (1. Petrus 3:18-22). Als Antwort auf das Evangelium vom dem Gerechten, der für die Ungerechten litt, damit er sie zu Gott führe, ruft Petrus zu einem neuen Leben auf, nicht mehr nach den Lüsten der Menschen, sondern für den Willen Gottes (1. Petrus 4:1-6). Dieses neue Leben soll sich in einer aktiven Mitarbeit in der Gemeinde äußern (1. Petrus 4:7-11). Schließlich ermahnt er die zerstreuten Christen zu Standhaftigkeit und Ausharren in den schwierigen Lebensumständen der Verfolgung (1. Petrus 4:12-18). Unser himmlischer Schöpfer ist dennoch treu (1. Petrus 4:19). Im letzten Kapitel seines Briefes schließt Petrus mit einigen persönlichen Ermahnungen an die Ältesten der Gemeinden und an deren Gemeindemitglieder. Er vermittelt wichtige Prinzipien für das geistliche Wachstum innerhalb einer Gemeinde.

Geistliches Wachstum als Teil einer lebendigen Gemeinde (Verse 1-4)

Zunächst spricht er die Ältesten der Gemeinden persönlich an und gibt damit zu erkennen, daß die Christen, obwohl zerstreut, dennoch in Gemeinden zusammen kommen können. Geistliches Wachstum geschieht am besten in einer Gemeinde, die von treuen Ältesten geführt wird. Auch bei Jesus war das Leiden die Voraussetzung für die Herrlichkeit, die offenbart werden soll. Das sollte den verfolgten Christen mutmachen, daß ihre Verfolgung, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit zur Folge hat (2. Korinther 4:17). Aber selbst im jetzigen Leben als Nachfolger Christi können sie wie Petrus eine Gewißheit der zukünftigen Herrlichkeiten inmitten der Leiden der Heiligung, Verfolgung und aufrichtigen Christusnachfolge erfahren. Petrus ermahnt die Ältesten der Gemeinden, ihr Hirtenamt im hüten der Gemeinde auszuüben, was ein geistliches nähren, leiten und beschützen einschließt. Die Motivation für den Ältestendienst sollte nicht von außen kommen (das heißt aus Zwang oder um Gewinnes willen), sondern einer inneren Berufung und Antrieb folgen. Leiter sollen Vorbilder sein, welche die Herde nachahmen kann. Das setzt aber persönliche Jüngerschaftsbeziehungen wie Paulus und Timotheus voraus, der ihm nicht nur in der Predigt, sondern in der Lehre, der Lebensführung, im Vorsatz, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, im standhaften Ausharren, in den Verfolgungen und in den Leiden gefolgt ist (2. Timotheus 3:10,11). Schließlich verheißt Petrus den Ältesten für ihren treuen Dienst eine himmlische Belohnung. Auch Jesus konnte das Leiden des Kreuzes erdulden, weil er auf die himmlische Freude schaute, die vor ihm lag (Hebräer 12:2).

Geistliches Wachstum durch eine persönliche Beziehung zu Gott (Verse 5-7)

Im Rahmen der persönlichen Beziehung zu Gott geschieht geistliches Wachstum durch die Anerkennung der Autorität Gottes über das eigene Leben. Demut ist eine Einstellung des Herzens, die Gott seinen rechten Platz im Leben zuweist, nämlich auf dem Thron. Außerdem drückt sich geistliches Wachstum in der Bereitschaft aus, den Willen Gottes zu tun und auf seine Zeitplanung zu warten. Schließlich entsteht es auch aus einer persönlichen Vertrauensbeziehung zum Herrn, in der man seine Sorgen immer wieder auf die mächtigen Schultern des himmlischen Vaters wirft und sein treues Tragen erlebt.

Geistliches Wachstum wird angefochten (Verse 8-9)

Geistliches Wachstum ist in dieser gefallenen Welt Angriffen ausgesetzt. Der Teufel möchte den guten Samen des Wortes aus den Herzen der Gläubigen wegnehmen (Matthäus 13:19) oder am wachsen hindern. Sie sollen besonnen und wachsam für seine Machenschaften sein (2. Korinther 2:11). Darüber hinaus bildet der Schild des Glaubens die zentrale Waffe gegen die feurigen Pfeile des Bösen (Epheser 6:16) und die Christen sollten sich in der Gemeinde gegenseitig stärken, damit sie nicht auf den Betrug der Sünde hereinfallen (Hebräer 3:13).

Geistliches Wachstum kommt von Gott (Vers 10)

Neben all den Verantwortlichkeiten des Gläubigen erinnert Petrus aber daran, daß Gott selbst die Festigkeit und Gründung des Glaubens schenk muß und schenken möchte. Geistliches Wachstum entspricht seinem eigenen Willen für die Gläubigen und deswegen können Christen mit seiner Gnade rechnen, wie sie um geistliches Wachstum bitten.

Geistliches Wachstum verherrlicht Gott (Vers 11)

Reife Christen verherrlichen Gott. Deswegen möchte er uns auch in das Bild seines Sohnes verwandeln (Römer 8:29). Das Ziel von geistlichem Wachstum ist nicht, mehr weltlichen Segen von Gott zu bekommen, sondern eine immer größere Fähigkeit zu entwickeln, Gott zu verherrlichen. So wie Gott selbst das Ziel des Evangeliums ist (1. Petrus 3:18), so ist er auch das Ziel geistlichen Wachstums der Gläubigen.

Geistliches Wachstum benötigt Ermahnung und Zurechtweisung (Vers 12)

Petrus schrieb diesen Brief an verfolgte und zerstreute Christen, um sie zu ermahnen und sie an die Gnade Gottes zu erinnern. Sie brauchen die Gemeinde, damit Brüder mitten im Leid wieder an Gottes Gnade und Güte erinnern und ihren Glauben erwecken können.

Geistliches Wachstum geschieht mitten in einer nichtchristlichen Umgebung (Vers 13)

Der Apostel verfasste seinen Brief mitten in der nichtchristlichen Hochburg der damaligen Zeit – Rom (Deckname Babylon) und macht dadurch deutlich, daß geistliches Wachstum nicht in der Zurückgezogenheit aus der Welt geschieht, sondern inmitten der zum Teil sehr gottfernen Orte, an die sie der Herr gesendet hat (siehe das Buch Daniel).

Geistliches Wachstum mündet in Frieden (Vers 14).

Petrus schließt seinen Brief, indem er den leidenden Christen Frieden zuspricht. Einen Frieden, den die Welt nicht geben kann, der Friede Christi (Johannes 14:27). Geistliches Wachstum und Nähe zu Gott wird, trotz all der Schwierigkeiten und Trübsale, in einem tiefen Herzensfrieden münden, den Gott allen schenkt, deren Herzen fest bei ihm ist.

Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut! Jesaja 26:3 (Hoffnung für alle)

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