Paul Tripp über den Jakobusbrief – Christentum für den Hausgebrauch

Paul Tripp hat eine neue Predigtreihe über den Jakobusbrief veröffentlicht, in der er die großen Wirklichkeiten des Evangeliums ins praktische Leben übersetzt. Wie sollen wir im Licht dessen, was Jesus durch sein Sterben und seine Auferstehung vollbracht hat, leben?

Zunächst einmal schließt uns dieses herrliche Evangelium nicht vom Leid aus. Darauf geht Jakobus im ersten Kapitel seines Briefes ein. Gott gebraucht das Leid, um unseren christlichen Charakter zu stärken und zu verändern. Er möchte Geduld in uns hervorbringen. Aber er rüstet uns auch mit ausreichend Weisheit aus auf unserem neuen Weg in der Nachfolge des Messias. Unseren Wert sollen wir nun nicht mehr in äußerlichem Reichtum finden, sondern im Reichtum der Beziehung zu Christus. Die Sünde in unserem Herzen will uns diesen Schatz aber immer wieder rauben, indem sie uns andere Schätze vorgaukelt und unsere Beziehung zu Gott aus dem Gleichgewicht bringt. Der neue christliche Charakter zeigt sich auch darin, daß wir nicht mehr wütend und selbstbezogen leben, sondern auf andere ausgerichtet und an ihrem Wohl interessiert sind.

Im zweiten Kapitel spricht Jakobus die Gemeinde als Ganzes an. Äußerliche Unterschiede wie Stand und Einkommen sollen in ihr keine Rolle mehr spielen. Unser Glaube muß sich tatsächlich an seinen praktischen Auswirkungen messen lassen und darf nur dann als echt gelten, wenn er uns grundlegend in unseren Einstellungen und Handlungen verändert.

Selbst unser Reden ist von diesem Veränderungsprozeß nicht ausgenommen und Jakobus ruft im dritten Kapitel dazu auf, unsere Zunge zum Segen für andere zu gebrauchen. Worte haben ein gewaltiges Potential: zum Segen und zur Zerstörung.

Im vierten Kapitel setzt sich Jakobus tiefer mit unseren Herzen auseinander. Welche Wünsche, Verlangen und Begierden regieren dort wirklich? Sitzt Gott wirklich auf dem Thron oder hängen wir im Stillen anderen Götzen an? Wie gehen wir miteinander in der Gemeinde um? Einander kritisierend oder einander aufbauend? Schließlich setzt sich Jakobus mit dem lebenspraktischen Götzen der Autonomie auseinander. Wir sollen unser Leben nicht so führen, als ob es in unserer Hand liegt, sondern in beständiger Abhängigkeit und Achtung des souveränen Herrschers des Universums.

Im abschließenden Kapitel seines Briefes behandelt Jakobus nochmal das Problem der Geduld. Wir leben im „schon jetzt“ aber „noch nicht“. Das Reich Gottes ist schon da, Gott hat in unsere Geschichte und in unser Leben mächtig eingegriffen. Aber seine Heilstaten sind noch nicht vollendet und wir müssen geduldig auf diese Vollendung warten. In dieser Wartezeit hat uns der Herr das Gebet geschenkt, durch das wir ihn in guten Zeiten loben und in schlechten Zeiten um Hilfe ersuchen können. Wir sollen auch in der Gemeinde füreinander beten und unsere Sünden einander bekennen. Denn in der Zwischenzeit bis zur Vollendung des Reiches Gottes sind wir als ganze Gemeinde aufgerufen, uns zum Durchhalten und zur Heiligkeit anzuspornen. Wenn jemand abdriftet oder am Wegesrand liegenbleibt, sollen wir ihn nicht ignorieren und mit dem Gemeindebetrieb weitermachen, sondern wir sollen ihn ergreifen und zurückführen. Die Nachfolge Christi ist ein Gemeinschaftsprojekt.

Paul Tripp lädt uns durch diese lebensnahen Predigten aus dem Jakobusbrief ein, unsere theologische Erkenntnis auf die Straße zu bringen, wo die Reifen den Boden berühren. Dadurch wird Reibung entstehen, die Gott gebrauchen wird, um uns zu verändern und unser Herz noch auf viel tiefere Weise zu erobern.

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