Autorität oder Chaos

Daß wir in einer autoritätsfeindlichen Zeit leben, ist offensichtlich. Georg Huntemann nimmt sich dieses Themas in seinem Buch „Autorität der Chaos“ auf eine leidenschaftliche und sprachgewaltige Weise an. Er deutet das Thema Autorität mit dem Begriff und dem Bild des Vaters.

Gott ist unser Vater und er übt seine Autorität in Liebe aus. Indem der Mensch sich von dieser Autorität löst, und als Gesellschaft durch die Aufklärung gelöst hat, wird er vaterlos und driftet ins Chaos ab. Er schafft sich andere Götter oder macht sich selbst zum Gott.

Es entsteht eine persönliche Krise, denn der Mensch fühlt sich in die nunmehr vaterlose Welt geworfen und anonymen Mächten der technokratischen Welt unterworfen. Nur durch eine Beziehung zu Gott kann er ein Leben finden, daß nicht sinnentleert und angepaßt ist. Einzig durch die Beziehung zum himmlischen Vater erlebt der Mensch Liebe, Freude und Hoffnung.

Die Abkoppelung von der väterlichen Autorität Gottes hat auch Auswirkungen auf unser Verständnis von Autorität im alltäglichen Leben. Autorität wird entweder abgelehnt oder kollektiviert. Statt in das Gegenüber zu einer Person wird Autorität in Institutionen, Ausschüsse sowie Regeln und Verordnungen verlagert. Wir trauen persönlicher, gelebter Autorität nicht mehr.

Huntemann ruft die Christen seiner Zeit auf, durch gelebtes Christsein als ein Licht in dieser autoritätslosen Zeit zu strahlen. Indem wir die Autorität des himmlischen Vaters anerkennen und uns ihr anvertrauen, werden wir die persönliche Freiheit und Seelenruhe bekommen, um für andere da zu sein und den Wirren der modernen Gesellschaft entgegentreten zu können.

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