Angriff auf die Moderne

Der christliche Glaube ist in der modernen Welt vielen Einsprüchen und zum Teil Widersprüchen ausgesetzt. Viele Menschen wollen an den alten Gott des Christentums nicht mehr glauben. Oder sie halten die christliche Moral für überkommen. Die Bibel als historisch zuverlässiges Buch wird selbst innerhalb des Christentums kaum noch für voll genommen. Wie können, wie sollen wir als Christen den Herausforderungen des modernen Weltbilds begegnen?

Den Weg, den die evangelische Kirche in Deutschland beschritten hat, kann man mit dem Wort Anpassung zusammenfassen. Sie hat sich dem modernen Zeitgeist angepaßt und die biblische Botschaft gleich mit. Statt ewige Antworten auf zeitliche Fragen zu geben, hat sie sich zum Bauchredner des Zeitgeistes entwickelt, der versucht, die Bibel irgendwie relevant für die moderne Zeit zu machen.

Auf der anderen Seite begeben sich einige Freikirchen auf eine Weltflucht, bei der sie sich vor den kritischen Fragen der Außenwelt in die innere Welt der Seele zurückziehen. Die Gemeinde wird als Festung verstanden, die vor der sündigen Welt schützt. Intellektuelle Herausforderungen werden nicht aufgenommen, sondern mit einfachen Antworten und dem Aufruf zu mehr Glauben abgespeist.

Georg Huntemann geht meines Erachtens in seinem Buch „Angriff auf die Moderne“ den richtigen Weg. Er setzt sich mit den Problemen und Fragen der heutigen Zeit ernsthaft auseinander, versucht aber die Botschaft der Bibel nicht zu verändern, sondern verständlich zu vermitteln. Dazu betrachtet er die einzigartigen Herausforderungen für den Glauben an den christlichen Gott in der modernen Welt: die moderne Technik, die Schwierigkeit an etwas wie Seele, Wunder, Hölle oder Schöpfung zu glauben, das Leiden in der Welt, die unscheinbare Vorsehung Gottes und die Evolutionstheorie.

Er macht sich auf tiefschürfende Weise dafür stark, daß wir auch in der heutigen Zeit an die Wunder der Bibel glauben können, ja müssen, um überhaupt klar denken zu können. Wenn Gott nicht die Welt geschaffen hat, ist sie ziellos und wird im Chaos versinken. Unsere einzige wirkliche Hoffnung im Leben wird durch die Auferstehung Jesu Christi begründet. Wir brauchen die Lehre der Sünde, um die Gnade der Vergebung durch das Kreuz Christi ergreifen zu können.

Für Georg Huntemann ist die moderne Welt mit ihren Fortschritten in der Technik etwas Begrüßenswertes. Aber er macht unmißverständlich klar, daß uns Technik nicht erlösen kann. Und auch nichts anderes, was unsere schöne neue Welt uns anbietet. Nur der christliche Glaube gibt ein Fundament, was uns auch in der Leidenszeit trägt. Die Menschheit nach der Aufklärung hat immer wieder nach dem Übermenschen gesucht, sei es aus philosophischen, psychologischen, genetischen oder technischen Überlegungen heraus. Dabei ist der Übermensch schon da. Jesus Christus ist Gott ins Fleisch gekommen. Wir müssen uns nicht selbst erlösen, indem wir aus dieser Welt alles an Lust und Vergnügen herauspressen, sondern wir dürfen mitten in der Freude und dem Leid unseres Lebens die Hände dieses wahren Retters ergreifen. Er wird uns wahrhaftig aufnehmen.

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