Die Kennzeichen eines treuen Dienstes am Evangelium

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  • Paulus hat ein sehr besonderes Verhältnis zur Gemeinde in Ephesus, die er mitgegründet hatte und wo er viel Zeit zu Beginn seiner dritten Missionsreise verbracht hatte.
  • Später sandte er Timotheus als Pastor nach Ephesus und schließlich würde sogar Johannes dort dienen.
  • Die Gemeinde hatte für ihn strategische Bedeutung für die ganze Region.
17 Von Milet aber sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
  • Als Paulus sich auf der Rückreise befand, wollte er nochmal ausdrücklich mit den Ältesten der Gemeinde in Ephesus sprechen und sie besonders ermahnen und ermutigen.
  • Nebenbei gemerkt merken wir hier die Struktur der neutestamentlichen Gemeinden:
    • kongregationalistisch (Paulus besucht einzelne Gemeinden)
    • ältestengeführt (Paulus trifft sich gesondert mit den Führern der Gemeinde)
18 Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asia betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe,
19 daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter vielen Tränen und Anfechtungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellungen der Juden;
  • Paulus war zunächst der Gemeinde ein Vorbild gewesen im Lebenswandel: Er diente dem Herrn aufrichtig und mit echter Liebe für die Gemeinde.
  • Er mußte seinen Dienst im Kontext von Anfechtungen und Verfolgungen ausführen und nahm diese bereitwillig auf sich.
    • Er veränderte nicht seinen Dienst oder seine Botschaft, um Anfechtungen zu entgehen.
20 und wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe, öffentlich und in den Häusern,
21 indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugt habe.
  • Paulus hatte das ganze Evangelium verkündigt: Buße zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus.
  • Er lehrte sowohl öffentlich als auch in persönlicher Jüngerschaft.
22 Und siehe, jetzt reise ich gebunden im Geist nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, 23 außer daß der Heilige Geist von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt und sagt, daß Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten. 24 Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht; mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. 25 Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei denen ich umhergezogen bin und das Reich Gottes verkündigt habe.
  • Paulus selbst war das Beispiel für ein Leben, welches dem Evangelium geweiht war.
  • Seine höchste Leidenschaft war es, das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.
  • Er betrachtete seinen Dienst als eine göttliche Berufung und Auftrag.
  • Er war bereit, Gott dahin zu folgen, wo er ihn hinführen würde.
  • Wie betrachtete Paulus Erfolg in seinem Leben: Das Evangelium treu zu verkündigen.
  • Für ihn war das Evangelium sowohl eine Botschaft der Gnade als auch des Reiches Gottes.
26 Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag, daß ich rein bin von aller Blut. 27 Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt.
  • Wie der Wächter aus Hesekiel 3 sah Paulus seine Verantwortung darin, die Botschaft umfassend und treu auszurichten, die er von Gott bekommen hatte.
  • Der Wächter ist nicht verantwortlich, ob die Menschen auf die Nachricht hören.
  • Er ist aber verantwortlich, daß er sie treu und umfassend ausrichtet.
28 So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat!
  • Die primäre Aufgaben der Ältesten in der Gemeinde sind:
    • das treue Verkündigen des Evangeliums (kerysso)
    • das Achten auf und Hüten der Schafe (poimaino)
  • Älteste werden nicht durch Wahlen, sondern durch den Heiligen Geist eingesetzt.
  • Die Gemeinde gehört nicht einer Person oder Gruppe in der Gemeinde, sondern Gott, der sie selbst erworben hat.
29 Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; 30 und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.
  • Die Gemeinde wird von außen als auch von innen angegriffen scharf angegriffen werden:
    • Es werden falsche Christen von außen kommen, um die Herde auszunutzen.
    • Es werden falsche Brüder von innen versuchen, verkehrte Lehre zu verkünden und Einfluß auf die Herde zu gewinnen.
  • Der Angriff kommt über die Lehre, weshalb die Gemeinde ein festes theologisches Fundament benötigt und Älteste, die bereit sind, es zu verteidigen.
31 Darum wacht und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.
  • Paulus hatte einen Dienst am Einzelnen: persönliche Jüngerschaft und Lehre des Einzelnen.
  • Sein Dienst an den einzelnen Gemeindemitgliedern hatte sich nicht auf die seelsorgerliche Betreuung beschränkt, sondern er ermahnte jeden Einzelnen im Glauben.
    • 28 Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. (Kolosser 1:28)
32 Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten.
  • Letztlich wurde die Gemeinde für Paulus getragen von Gott selbst und er war verantwortlich für den Bau und den Erhalt der Gemeinde.
  • Aber als zentrales Mittel dazu benutzt der Herr das Wort seiner Gnade, weshalb es für Paulus so wichtig war, es umfassend in der Gemeinde zu lehren.
  • Das Wort Gottes selbst hat Kraft, die Gemeinde aufzubauen, das heißt Glauben zu schaffen und zu erhalten.
  • Gnade wird im Neuen Testament zweifältig gebraucht:
    • Gott vergibt Sündern aufgrund des Werkes Jesus am Kreuz.
    • Gott befähigt vergebene Sünder durch sein Wort.
  • Beide Aspekte der Gnade gehören zusammen: Die Freude über die Vergebung mündet in bereitwilligem Dienst für den Herrn.
33 Silber oder Gold oder Kleidung habe ich von niemand begehrt; 34 ihr wißt ja selbst, daß diese Hände für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten gesorgt haben. 35 In allem habe ich euch gezeigt, daß man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als Nehmen!
  • Paulus hatte die Gemeinde nie ausgenutzt, sondern war immer zuerst ein Gebender, bevor er ein Nehmender war.
  • Damit folgte er dem Beispiel und dem Befehl Jesu.
  • Paulus zitiert hier einen Satz, den wir nicht in den Evangelien finden.
    • Jesus Dienst und Werk war noch viel umfassender.
    • Das, was uns im Neuen Testament gegeben ist, ist ausreichend und begründent für unseren Dienst in der Gemeinde.
36 Und nachdem er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen. 37 Da weinten alle sehr, fielen Paulus um den Hals und küßten ihn, 38 am meisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, daß sie sein Angesicht nicht mehr sehen würden. Und sie geleiteten ihn zum Schiff.
  • Zum Abschluß sehen wir nochmal die innige Liebe von Paulus zur Gemeinde in Ephesus und umgekehrt.
  • Für beide war das Verhältnis weniger vertraglich, als vom Evangelium her bestimmt.
  • Hinter der Lehre des Paulus stand eine liebevolle Person, die sowohl treue Lehre als auch aufrichtige Fürsorge ausstrahlte.

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