Gottesfürchtige Bibelschulen

John Piper legt in seinem Buch „Brothers, We Are Not Professionales“ 20 Anliegen dar, die er für theologische Ausbildungsstätten betet. Sie dürfen als Grundprinzipien gelten, die an jedem Ort, wo die Bibel gelehrt wird, absolut unentbehrlich sind.

  1. Daß das höchste Anliegen eines jeden Lehrers ist, so zu lehren und zu leben, daß die Schüler die Herrlichkeit Gottes mit größtmöglicher Leidenschaft bewundern (1. Korinther 10:31; Matthäus 5:16).
  2. Daß dieses Anliegen auf dem Weg erreicht wird, den 1. Petrus 4:11 beschreibt: „Dient … aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus.“
  3. Daß die Herausforderungen des christlichen Dienstes auf eine Weise dargelegt werden, daß sich den Schülern die Frage stellt: „Wer ist hierzu tüchtig?“ (2. Korinther 2:16)
  4. Daß in jeder Unterrichtseinheit die unersetzliche und kostbare Befähigung durch den Heiligen Geist im Vergleich zu anderen Mitteln des geistlichen Erfolges betont wird (Galater 3:5).
  5. Daß die Lehrer die pastorale Einstellung kultivieren, welche in 1. Korinther 15:10 und Römer 15:18 beschrieben wird: „Ich habe mehr gearbeitet als sie alle; jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist. … Ich würde nicht wagen, von irgend etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk.“
  6. Daß die Armut im Geist, die in Matthäus 5:3 gelobt wird, und die Niedrigkeit und Sanftmut in Kolosser 3:12; Epheser 4:2 und 1. Petrus 5:5-6, sich in der Leitung, den Lehrern und Schülern manifestiert.
  7. Daß die Lehrer ihren Schülern durch Lehre und Vorbild nahebringen, wie wichtig es im pastoralem Dienst ist, ohne Unterlaß zu beten und keinen Erfolg zu erwarten, der nicht auf durchhaltendem Gebet und Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit gründet (Matthäus 7:7-11; Epheser 6:18).
  8. Daß die Lehrer ihren Schülern helfen zu fühlen, wie unfaßbar kostbar es ist, daß uns der heilige Gott mit Barmherzigkeit behandelt, obwohl wir es verdienen, für immer in der Hölle bestraft zu werden (Matthäus 25:46; Matthäus 18:23-35; Lukas 7:42,47).
  9. Daß wegen der Lehrer an der Bibelschule hunderte von Pastoren in 50 Jahren wie John Newton aus dem Leben scheiden, der sagte: „Ich kann mich an fast nichts mehr erinnern, außer an diese zwei Dinge: daß ich ein großer Sünder bin und daß Jesus ein großer Retter ist.“
  10. Daß die Lehrer ihre Schüler mit einer unqualifizierten und tiefen Freude über die Wahrheiten der Schrift inspirieren. „Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele“ (Psalm 19:8).
  11. Daß jeder Lehrer seinen Unterricht so gestaltet, daß er der Maxime von James Denney entspricht: „Niemand kann den Anschein erwecken, daß er selbst schlau und daß Christus mächtig zu retten ist.“
  12. Daß in der Behandlung der Schrift keine verkürzte Wertschätzung dessen geschieht, was wertvoll für die Predigt und das Leben ist.
  13. Daß die Schüler Respekt für die furchtbaren Warnungen der Schrift entwickeln, als auch für ihre kostbaren Verheißungen; und daß der Befehl „jagt der Heiligung nach“ (Hebräer 12:14) nicht abgeschwächt, sondern ermöglicht wird durch die Gewißheit der göttlichen Befähigung. „Der Gott des Friedens aber … rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Hebräer 13:20-21)
  14. Daß es eine starke und spürbare Überzeugung gibt, daß das tiefe und andauernde Studium der Heiligen Schrift der beste Weg ist, weise mit den Problemen der Menschen umgehen zu können. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ (2. Timotheus 3:16-17)
  15. Daß die Lehrer nicht den Zeitgeist widerspiegeln, der in der Bibel „minimale Einheit und weitreichende Vielfalt“ sieht; sondern daß sie nach dem einheitlichen „ganzen Ratschluß Gottes“ streben und den Schülern helfen zu erkennen, wie alles zusammenpaßt. „Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt.“ (Apostelgeschichte 20:27)
  16. Daß ausdrücklich biblische Einsichten alle Unterrichtseinheiten durchziehen, auch wenn der Lehrstoff mit Sprache und Paradigmen aus den zeitgenössischen Wissenschaften behandelt wird. Daß Gott und sein Wort nicht als stille Grundlage angenommen wird, über die man nicht mehr spricht oder die nicht mehr bewundert wird.
  17. Daß die Lehrer die strenge Disziplin der Textanalyse mit einer tiefen Ehrfurcht für die Wahrheit und Schönheit des Wortes Gottes verbinden.
  18. Daß frische Einsichten im Studium der Schrift gemacht und mit den Gemeinden durch Artikel und Bücher geteilt werden.
  19. Daß die Lehrer und Leiter Weisheit und Mut von Gott haben, solche Menschen in den Dienst an der Bibelschule zu berufen, die diese Anliegen erfüllen.
  20. Daß alle Gremien und diejenigen mit Leitungsaufgaben über die moralische und lehrmäßige Treue der Lehrer wachen und da Zucht anwenden, wo sie zur Bewahrung der biblischen Treue von allem, was gelehrt und getan wird, notwendig ist.

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