Sei mir tausendmal gegrüßet

Sei mir tausendmal gegrüßet,
der mich je und je geliebt,
Jesu, der du selbst gebüßet
das, womit ich dich betrübt!
Ach wie ist mir doch so wohl,
wenn ich knien und liegen soll
an dem Kreuze, da du stirbest
und um meine Seele wirbest.

Ich bedenke alle Stunden
deiner Leiden große Zahl,
denke deiner heil’gen Wunden,
deiner blut’gen Nägelmal‘.
O wer kann, du Lebensfürst,
den so sehr nach uns gedürst’t,
deine Liebe recht ergründen,
ohne Trost darin zu finden?

Heile mich, o Heil der Seelen,
wo ich krank und traurig bin;
nimm die Schmerzen, die mich quälen,
und den ganzen Schaden hin,
den mir Adams Fall gebracht
und ich selber mir gemacht.
Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen,
wird sich all mein Jammer setzen.

Schreibe deine blut’gen Wunden
mir, Herr, in das Herz hinein,
daß sie mögen alle Stunden
bei mir unvergessen sein.
Du bist doch mein schönstes Gut,
da mein ganzes Herze ruht.
Laß mich hier zu deinen Füßen
deiner Lieb‘ und Gunst genießen.

Dich, dich will ich ewig halten;
gib mir, daß ich’s ewig kann!
Schaue meiner Hände Falten
und mich selber freundlich an;
schau vom hohen Kreuzesstamm
auf mich nieder, Gotteslamm!
Sprich: Laß all dein Trauern schwinden;
ich, ich tilge deine Sünden.

Paul Gerhardt

Kommentar verfassen