Von der Angst befreit

Eduard Lohses Einleitung zu den Mysterienreligionen im alten Griechenland kommt mir merkwürdig aktuell vor:

Aberglaube und Schicksalsvorstellung, Wundersucht, Astrologie und Magie, die in hellenistischer Zeit zahlreiche Anhänger gefunden hatten, lassen erkennen, daß die Menschen von tiefer Sorge und Lebensunsicherheit erfaßt waren. Bedroht von Mächten und Dämonen, von Krankheiten und unvorhergesehenen Schicksalsschlägen, lebte man in Ungewißheit und Angst und fühlte sich übermächtigen Gewalten unterworfen, denen gegenüber man sich nicht zu behaupten vermochte. Durch allerlei Praktiken und Vorsichtsmaßnahmen suchte man sich zu wappnen und zu schützen, um dem Schicksal standhalten zu können. Die Frage, wie man einem düsteren Untergang entrinnen und von der Angst befreit werden könne, verlangte nach einer Antwort. Diese Antwort gaben für ihren Teil die Mysterienreligionen, die dem Menschen Rettung verhießen, indem sie ihm heilende Kraft anboten, die dem Leiden und selbst dem Tode Widerstand leisten sollte.

Angesichts der weltpolitischen Bedrohungslage, aber auch den vielen alltäglichen Herausforderungen, leben viele Menschen in einem Zustand latenter Unsicherheit und Angst. Deshalb sind sie auch heute geneigt, sich irgendwo Schutz zu suchen und es scheint für viele wieder attraktiv zu sein, mittels esoterischer Angebote diese negativen Gefühle zu überwinden.

Der christliche Glaube hat neben dem Heilsangebot, das uns vor unserer größten Bedrohung, dem Zorn Gottes, schützt, auch viele Verheißungen des Beistandes Gottes, die genau diese existentielle Angst abnehmen können, z.B.:

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit! Jesaja 41:10

Wir können wissen, daß Gott uns in Christus trägt und führt, egal wie die Umstände um uns herum sich entwickeln. Und er gibt uns sogar Gewißheit über den Tod hinaus, und nimmt uns damit einer der Grundängste des Menschen.

Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. Hebräer 2:14-15

Jesus befreit uns zum Leben unter anderem dadurch, daß er uns die Angst nimmt.

Kommentar verfassen