Albert Mohler – Eine christliche Sicht auf die Wirtschaft

Leider wissen viele Christen wenig über Wirtschaft. Darüber hinaus nehmen viele Christen an, daß die Bibel nichts über Wirtschaft zu sagen hat. Aber eine biblische Weltsicht lehrt uns sehr viel über wirtschaftliche Belange. Die Bedeutung von Arbeit, der Wert der Arbeit und andere wirtschaftliche Fragen sind alle Teile einer biblischen Weltsicht. Christen müssen ihr Denken durch die wirtschaftlichen Prinzipien formen lassen, die wir in der Bibel finden. Hier sind 12 Thesen darüber, was ein christliches Verständnis der Wirtschaft leisten muß.

  1. Es muß Gottes Herrlichkeit als oberstes Ziel haben.
    • Für Christen beginnt jede ökonomische Theorie mit dem Ziel, Gott zu verherrlichen (1. Korinther 10:31). Wir haben eine transzendente wirtschaftliche Autorität.
  2. Es muß die Würde des Menschen achten.
    • Egal welches Glaubenssystem jemand vertritt, diejenigen die arbeiten veranschaulichen Gottes Herrlichkeit, ob sie es wissen oder nicht. Menschen glauben vielleicht, daß sie nur aus eigenen Gründen arbeiten, aber sie setzen einen Impuls um, den ihnen ihr Schöpfer zu seiner Ehre ins Herz gelegt hat.
  3. Es muß Privateigentum und Privatbesitz respektieren.
    • Manche ökonomischen Systeme behandeln die Vorstellung von Privateigentum als Problem. Aber die Bibel erachtet Privateigentum nie als ein Problem, das es zu lösen gilt. Die biblische Sicht auf Privateigentum impliziert, daß es ein Lohn für jemandes Arbeit und Herrschaft ist. Das 8. und das 9. Gebot lehren uns, daß wir kein Recht haben, den finanziellen Lohn der Fleißigen zu verletzen.
  4. Es muß mit der Macht der Sünde rechnen.
    • Wenn wir die biblische Lehre über die weitreichenden Auswirkungen der Sünde ernst nehmen, dann erwarten wir, daß in jedem wirtschaftlichen System schlechte Dinge passieren. Ein christliches Verständnis der Wirtschaft versucht, die Auswirkungen der Sünde zu lindern.
  5. Es muß Rechtschaffenheit schätzen und belohnen.
    • Jedes wirtschaftliche System und jedes Regierungssystem kommt mit eingebetteten Anreizen. Das Steuergesetz schafft zum Beispiel Anreize zu bestimmtem wirtschaftlichen Handeln. Ob sie funktionieren wird in der Politik immer wieder neu verhandelt. Aber, aus einer christlichen Weltsicht muß diese Neuverhandlung immer Rechtschaffenheit schätzen und belohnen.
  6. Es muß Initiative, Industrie und Investition belohnen.
    • Initiative, Industrie und Investition sind drei Schlüsselbegriffe im wirtschaftlichen Vokabular eines Christen. Initiative geht über Aktion hinaus. Es ist eine Aktion, die einen Unterschied macht. Industrie ist menschliche Arbeit, die gemeinschaftlich getan wird. Investition ist Teil des Respekts für Privateigentum, den wir in der Schrift finden. Investment ist so alt wie der Garten Eden. Wertzuwachs ist ehrbar, und der Impuls den Wert zu steigern ist ehrbar. Demnach verurteilt eine christliche Theorie der Wirtschaft jede fähige Person, die nicht arbeitet, und jeden, der nicht Privateigentum respektiert oder Investition belohnt.
  7. Es muß Sparsamkeit belohnen und dazu anreizen.
    • In einer gefallenen Welt können Geld und Investitionen schnell zu götzenhaften Zielen mißbraucht werden. Deshalb ist Sparsamkeit ein sehr wichtiges Thema in einer christlichen Weltsicht. In einer gefallen Welt kann sich der heutige Überfluß morgen in eine Knappheit verwandeln. Sparsamkeit kann in Zeiten der Armut das Überleben sichern.
  8. Es muß die Familie als grundlegendste ökonomische Einheit schätzen.
    • Wenn wir über die Theorie der Wirtschaft nachdenken, die in die Anfänge der Bibel eingewoben ist, dann ist der Herrschaftsauftrag zentral. Aber genauso zentral ist die Institution der Ehe. Das Muster des Verlassens und Anhängens, das uns in 1. Mose 2 beschrieben wird, ist grundlegend für unser wirtschaftliches Verständnis. Adam und Eva waren die erste Wirtschaftseinheit. Daraus folgt, daß die Familie, biblisch definiert, die grundlegendste und wesentlichste Einheit der Wirtschaft ist.
  9. Es muß Gemeinschaft respektieren.
    • Die meisten säkularen Denker und Ökonomen beginnen mit Gemeinschaft und kommen dann zur Familie. Aber, wenn man von größeren Wirtschaftseinheiten auf kleinere schließt, funktioniert das weder in der Theorie noch in der Praxis. Eine viel weisere Option ist mit der Familie anzufangen und dann über die größere Gesellschaft nachzudenken. Die Lehre die Subsidiarität – die aus der Theorie des natürlichen Rechts kommt – besagt, daß Sinn, Wahrheit und Autorität in der kleinsten Einheit wohnt. Wenn die Familieneinheit nicht funktioniert, kann kein Staat für die Bedürfnisse der Bürger sorgen. Wenn die Familie stark ist, kann der Staat klein sein.
    • Wenn die Familie schwach ist, muß der Staat den Mangel kompensieren. Indem wir uns auf die Familie konzentrieren, respektieren und verbessern wir die Gesellschaft.
  10. Es muß Großzügigkeit und Haushalterschaft belohnen.
    • Christen, die der Ökonomie des Reiches Gottes und dem Wohl der nächsten Generation verpflichtet sind, müssen mit einer zukunftsorientierten, finanziellen Perspektive leben. Jeder von uns hat die Verantwortung, egal ob wir viel oder wenig besitzen, zuzusehen, daß unsere Großzügigkeit unsere Lebensspanne überdauert. Geistliche Großzügigkeit, die so klar in der Schrift gelehrt wird, ist für ein christliches Verständnis der Wirtschaft essentiell.
  11. Es muß die Priorität der Gemeinde und ihrer Mission respektieren
    • Christen müssen wirtschaftliche Prioritäten haben, die der Rest der Welt einfach nicht verstehen kann. Christen müssen in die Gemeinde, Bibelschulen und die weltweite Mission investieren. Das sind speziell-christliche, wirtschaftliche Verpflichtungen. Unsere wichtigste finanzielle Verpflichtung gilt nicht uns selbst oder unseren Investitionen, sondern dem Reich Christi. Deshalb sollten Christen immer bereit sein, gravierende Änderungen in ihren wirtschaftlichen Prioritäten und Umständen zu erleben, denn dringende Anliegen des Reiches Gottes können jeder Zeit dazwischenkommen.
  12. Es muß auf das endzeitliche Gericht und die endzeitliche Verheißungen ausgerichtet sein.
    • Dieses Leben und seine Ressourcen können keine letzte Freude liefern. Die christliche Weltanschauung erinnert uns daran, daß wir dem Herrn einmal Rechenschaft geben müssen, wie wir mit unseren Ressourcen umgegangen sind. Zur gleichen Zeit müssen Christen auf die endzeitlichen Verheißungen eines neuen Himmels und einer neuen Erde für unsere letztendliche wirtschaftliche Hoffnung schauen. Wir müssen Schätze im Himmel sammeln, nicht auf Erden.

Quelle: http://www.ligonier.org/learn/articles/toward-christian-view-economics/

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