Bedeutungsvolle Gemeindemitgliedschaft

Auch wenn Mitgliedschaft als Begriff nicht explizit im Neuen Testament vorkommt, finden wir das Konzept doch an vielen Stellen. Jonathan Leeman weist in seinem Buch „Church Membership – How the World Knows Who Represents Jesus“ auf 10 Sachverhalte hin, die nahelegen, daß die Christen zur Zeit des Neuen Testaments sich verbindlich einer Ortsgemeinde zugehörig fühlten und auch klar abgegrenzt werden konnten.

  • Die Gemeinden gründeten sich auf eine gemeinsame Botschaft: Jesus ist Retter und Herr (2. Korinther 4:5; Apostelgeschichte 17:3; Johannes 20:31).
  • Die Christen wurden einzelnen Ortsgemeinden hinzugefügt, die miteinander verbunden waren (siehe die ganze Apostelgeschichte).
  • Die Christen identifizierten sich zuweilen gemeinschaftlich als „die Gemeinde“ (Apostelgeschichte 8:3; 11:22; 11:26; 12:1; 12:5; 14:27; 15:3; 15:4).
  • Die Christen besaßen ein besondere Autorität und gemeinschaftliche Identität, wenn sie sich öffentlich versammelten (1. Korinther 5:4; 11:18).
  • Der erste Schritt im christlichen Leben war die Taufe – immer (Apostelgeschichte 2:38; 2:41; 8:12; 9:18; 16:33; 18:8; 22:16).
  • Die Christen waren aufgefordert, sich abzusondern und sich nicht offiziell mit der Welt zu verbinden (2. Korinther 6:14; 6:17).
  • Das Leben und die Autorität der Ortsgemeinde formte und leitete das Leben ihrer Mitglieder (Römer 12:4-16; 1. Korinther 5:11; Galater 2:11-12; 1. Timotheus 5:9-10; Hebräer 10:34; 1. Petrus 4:8-11).
  • Christliche Leiter waren verantwortlich für spezifische Schafe (Apostelgeschichte 20:38; 1. Petrus 5:2).
  • Die Christen waren verantwortlich, sich spezifischen Leitern unterzuordnen (1. Timotheus 5:17; Hebräer 13:17).
  • Die Christen schlossen falsche Bekenner aus ihrer Gemeinschaft aus (1. Korinther 5:13; Titus 3:10; 1. Johannes 2:19).

Diese zehn Punkte sind nur umsetzbar, wenn es so etwas wie Gemeindemitgliedschaft gibt. Man kann nur einer Ortsgemeinde hinzugefügt werden, wenn es eine feste Ortsgemeinde gibt. Durch die Taufe wurde man normalerweise Teil einer Gemeinde. Nur durch die verbindliche Mitgliedschaft in einer Ortsgemeinde wird nach außen deutlich, wer zum Reich Gottes und wer zur Welt gehört. Die Leiter einer Gemeinde können nur wissen, für wen sie verantwortlich sind, wenn sich Menschen fest an die Gemeinde binden. Es ist auch nur möglich, Menschen aus der Gemeinde auszuschließen, wenn es ein festes Dazugehören gibt.

Die ganze Welt der neutestamentlichen Gemeinde setzt ein Konzept der verbindlichen Mitgliedschaft voraus, egal ob man den Begriff verwendet oder nicht. Dieses biblische Verständnis von Gemeindemitgliedschaft müssen wir neu entdecken und in unsere Gemeinde bringen, damit sich das neutestamentliche Leben mit seiner aktiven Gemeinschaft und heiligem Lebenswandel auch in unseren Gemeinde wieder zeigt.

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