Hat sich die Lehre der katholischen Kirche seit der Reformation gewandelt?

Michael Horton gibt in diesem kurzen Interview eine klare Antwort: Nein. Auch wenn die katholische Kirche sich in ihren äußeren Formen gewandelt hat und z.B. die Messe mittlerweile in der Landessprache abhält, so haben sich ihre theologischen Überzeugungen doch keineswegs geändert. Was damals ein anderes Evangelium war, ist auch heute noch ein anderes Evangelium.

Das Tragische ist nur, daß sich die Protestanten und ihre Nachfolger gar nicht mehr theologisch definieren, d.h. ausgehend von bestimmten theologischen Überzeugungen über Christus und das Evangelium, sondern eher als soziologische Subgruppe des Christentums. Dadurch wird die Ökumene erst ermöglicht, denn wenn es nicht mehr um lehrmäßige Inhalte geht, sondern nur noch darum, daß Christen irgendwie gemeinsame Sache machen, dann gibt es auch keinen Grund mehr, warum man nicht mit der katholischen Kirche zusammenarbeiten sollte.

Aber an das biblische Evangelium glaubt die katholische Kirche trotz aller Weltoffenheit nicht. Deshalb war die Reformation notwendig und ihre Leidenschaft für die Bewahrung und Verkündigung des Evangeliums bleibt weiter wichtig.

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