Solschenizyns wichtigste Rede

Am 8. Juni 1978 hielt Alexander Solschenizyn seine wohl bekannteste Rede an der Universität Harvard, bei der er schonungslos die Schwächen des Westens aufdeckte. Ich denke, an seiner Analyse hat sich auch 2017 nichts geändert.

Ein zentraler Kritikpunkt von Solschenizyn ist, daß der Westen seine christlichen Wurzeln in Richtung eines sinnentleerten Humanismus und Konsumismus verlassen hat. Das hat zur Folge, daß es ihm sowohl an Mut als auch an einem Wertekompaß fehlt, die beide nur auf dem Boden starker (christlicher) Überzeugungen entstehen. Dadurch ist der Westen nicht mehr gewappnet, mit seinen Herausforderungen und seinen Gegnern (auch damals schon Terroristen) umzugehen.

Ich denke, daß Solschenizyns Analyse sehr gut erklärt, warum der Westen, insbesondere Deutschland, momentan bei so vielen Krisen versagt. Wir können weder die Krise in Europa meistern noch die Flüchtlingskrise, weil es uns an (christlichen) Werten und an Mut fehlt. Solschenizyn macht einen Zusammenhang besonders greifbar, den aber schon viele Denker vor und nach ihm angesprochen haben: eine Demokratie kann nur leistungsfähig bleiben, wenn sie auf einem Wertegefüge gegründet ist. Wo diese Werte in Vergessenheit geraten, enthöhlt sich die Demokratie selbst und verliert die Fähigkeiten, sich gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen.

Hanniel Strebel hat weitere wichtige Gedanken der Rede hier zusammengefasst.

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