Ein reformierter Umgang mit christlichen Berühmtheiten

Wenn Gott Menschen auf eine besondere Weise begabt, die Bibel zu lehren, und ihnen einen fruchtbaren Dienst schenkt, dann ist das zunächst erst einmal Grund zur Dankbarkeit. Es ist ein Zeichen der Gnade Gottes, daß er seinem Volk fähige Lehrer schenkt.

Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus. Epheser 4:11-12

Aber, wie sollten wir mit diesen begabten Lehrern (ob historisch oder lebend) umgehen, ohne sie zu sehr zu verehren oder uns auf ungesunde Weise von ihnen abhängig zu machen? Hier kann ein bekannter Ausspruch aus dem Buch „Die Ethik der Väter“, einem rabbinischem Werk aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, helfen.

Macht sie nicht zu einer Krone, die euch Glanz verleiht, oder zu einem Spaten, den ihr zum Graben benutzt.

Ein Christ sollte seine ganze Identität und Wert allein aus Christus beziehen, nicht aus der Zugehörigkeit zu einer theologischen Schule oder einem Bibellehrer. Kein Diener Gottes sollte vom Ruhm wegnehmen, der Gott allein gebührt.

Wer ist denn Paulus, und wer Apollos? Was sind sie anderes als Diener, durch die ihr gläubig geworden seid, und zwar, wie es der Herr jedem gegeben hat? Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 1. Korinther 3:5-7

Außerdem sollte kein Theologe oder Bibellehrer so sehr verehrt werden, daß man die Heilige Schrift nur noch durch seine Brille liest. Wir sind alle aufgerufen, selber im Wort Gottes zu graben und seine Schätze zu heben. Wir können uns natürlich durch die Erkenntnisse anderer helfen lassen, aber es gibt keine stellvertretende geistliche Reife. Zu dieser kommen wir nur, wenn wir selber im Wort Gottes studieren und über seine Wahrheiten nachsinnen.

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Psalm 1:1-2

Deswegen möchte ich gerade im Reformationsjahr dazu aufrufen, daß wir den Mut haben, die Bibel selbst zu studieren. Nichts Geringeres hätten die Reformatoren von uns erwartet.

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