Neue Gemeinden braucht das Land

Wie kann man bestehende Gemeinden verändern? Insbesondere wenn man das Anliegen hat, daß sich Gemeinden wieder am Evangelium ausrichten, stellt sich diese Frage mitunter recht häufig, wenn man die Gemeindelandschaft in der eigenen Region anschaut oder vielleicht sogar die Gemeinde, in der man selbst Mitglied ist.

Mark Dever hat das sehr hilfreiche Buch „Der Weg zur authentischen Gemeinde“ geschrieben, welches viele Anregungen gibt, wie man Veränderungsprozesse in der eigenen Gemeinde anstoßen kann. Allerdings hat man es oft mit einem enormen Widerstand zu tun. Dieser stammt zu einem großen Teil daher, daß Menschen an bestimmte Überzeugungen und Formen gewöhnt sind und diese nur schwer ändern wollen. Im Marketing spricht man bei der Einführung von Innovationen von sogenannten frühen Übernehmern, denen eine Mehrheit gegenübersteht, die erstmal sehen will, daß sich die Innovation bewährt hat, bevor sie bereit ist, sie selbst zu übernehmen.

Deshalb stimme ich Timothy Kellers These im Prinzip und auch aus eigener Erfahrung zu. Man muß erstmal eine gesunde, auf das Evangelium ausgerichtete, Gemeinde gründen, die dann als Anschauungsobjekt für andere Gemeinden in der Region dienen kann. Dadurch werden bestehende Gemeinden herausgefordert aber auch ermutigt, biblische Prinzipien in ihrem eigenen Gemeindekontext einzubauen.

Wenn wir uns eine Rückkehr zum Evangelium in Deutschland wünschen und Gemeinden, die aus der Kraft dieses Evangeliums leben, dann kann es durchaus sinnvoll sein, zu versuchen bestehende Gemeinden zu verändern. Es wird aber darüber hinaus nötig sein, auch an Orten wo es schon protestantische Gemeinden gibt, neue Gemeinden zu gründen, die sowohl eine Außenwirkung auf Menschen haben, die noch keine Christen sind, die aber auch ein Ansporn und ein Vorbild für bestehende Gemeinden am Ort sein können.

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