Heiligkeit

Über die zentrale christliche Eigenschaft der Heiligkeit schreibt Jonathan Edwards:

Ein weiterer Ausfluß der göttlichen Fülle ist die Mitteilung von Tugend und Heiligkeit an das Geschöpf. Dies ist eine Mittteilung der Heiligkeit Gottes, so daß hierbei das Geschöpf an der moralischen Vortrefflichkeit von Gott selbst Anteil nimmt; welche die Schönheit der göttlichen Natur darstellt. Und wie Gott sich an seiner eigenen Schönheit erfreut, so erfreut er sich notwendigerweise an der Heiligkeit des Geschöpfes, die ein Abbild und Anteil seiner eigenen ist, so wie die strahlende Schönheit eines Juwels, wenn man ihn in das Sonnenlicht hält, ein Anteil und eine Ableitung der Helligkeit der Sonne ist, natürlich unendlich niedriger im Rang. Und worin besteht die Heiligkeit des Geschöpfs? In der Liebe, die die Zusammenfassung jeglicher Tugend ist, und hierin primär die Liebe zu Gott, die sich in einer Hochachtung Gottes äußert, ein Wertschätzen seiner Eigenschaften und eine Zufriedenheit darin und ein Lobpreis derselben. Diese Dinge sind nichts anderes als ein Herz, welches Gott erhebt, groß macht und verherrlicht. Wie ich vorher gezeigt habe: Gott gefällt solch ein Herz notwendigerweise und er ist gleichsam zufrieden damit, wie er sich selbst und die Herrlichkeit seiner eigenen Natur liebt.

Heiligkeit ist die große Vernachlässigung der evangelikalen Bewegung in Deutschland. Wir erfreuen uns an Gottes Gaben und an der Gemeinde, aber wir haben das Streben nach und die Liebe zur Heiligkeit aufgegeben. Wenn Gott aber Heiligkeit so schätzt, wie Edwards es hier beschreibt, dann sollte sie zu unserem obersten Ziel werden, dann unsere Liebe zu Gott äußert sich in dem Ausmaß unserer Liebe und unserer Praxis der Heiligkeit.

Als gehorsame Kinder paßt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!“ 1. Petrus 1:14-16

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