Ein Taufgespräch um 1662

Im Book of Common Prayer der anglikanischen Kirche von 1662 wird eine Liturgie für die Taufe eines Erwachsenen wiedergegeben. Es fällt auf, welch große Bedeutung richtigem Glauben und echter Buße beigemessen wird.

Frage: Entsagst du dem Teufel und all seinen Werken, dem eitlen Pomp und der Herrlichkeit der Welt, zusammen mit allem habgierigen Verlangen danach, und dem fleischlichen Verlangen der sündhaften Natur, so daß du ihnen weder folgst noch dich von ihnen führen läßt?

Antwort: Ich entsage allem.

Frage: Glaubst du an Gott den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde? Und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn? Und daß er durch den Heiligen Geist empfangen wurde; von der Jungfrau Maria geboren wurde; daß er unter Pontius Pilatus litt, gekreuzigt wurde, starb und begraben wurde; daß er hinabgestiegen ist in das Totenreich, und am dritten Tage auferstand; daß er in den Himmel auffuhr, und zur rechten Gottes des allmächtigen Vaters sitzt; von woher er wiederkommen wird am Ende der Welt, um die Lebenden und die Toten zu richten? Und glaubst du an den Heiligen Geist; die heilige allgemeine Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; die Vergebung der Sünden; die Auferstehung des Leibes; und das ewige Leben nach dem Tod?

Antwort: Ich glaube an all dies unerschütterlich.

Frage: Willst du in diesem Glauben getauft werden?

Antwort: Das ist mein Begehren.

Frage: Wirst du dann gehorsam dem heiligen Willen Gottes folgen und seinen Geboten, und in ihnen wandeln alle Tage deines Lebens?

Antwort: Ich werde danach streben, so zu tun, und Gott sei mein Beistand.

Davon sind die Bedingungen, die heute in Freikirchen an Täuflinge gestellt werden, ein schwacher Abglanz. Zumeist reicht es, daß man irgendwann mal irgendwie „Ja“ zu Jesus gesagt hat. Die Gefahr ist dabei eine doppelte. Zum einen tauft man Menschen, die sich noch gar nicht wirklich bekehrt haben und füllt die Gemeinde mit falschen Christen. Oder man macht wirklichen Gläubigen zu wenig bewußt, daß die Bibel Buße und ein gehorsames Leben von ihnen fordert.

Wenn wir gesunde Gemeinden bauen wollen, müssen wir darauf achten, daß die Menschen, die wir taufen sich wirklich zu Gott bekehrt haben und bereit sind, ihm ein Leben lang gehorsam zu sein. Darüber hinaus ist es wichtig, zentrale Glaubensinhalte als verbindlich zu vermitteln, damit sie auch in der zweiten und dritten Generation noch verbindlich geglaubt werden.

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