Der eindimensionale Mensch

Herbert Marcuse hat in seiner Gesellschaftskritik das Konzept des eindimensionalen Menschen entwickelt. Moderne Technik und soziale Strukturen würden einen Menschen hervorbringen, der nicht mehr fähig sei, zu reflektieren.

Ich denke, an seiner Kritik ist einiges dran, denn wir erleben dieses Typ Mensch heute überall. Menschen, die nur eindimensional über ein Problem nachdenken und aus ihrer gesellschaftlichen Echokammer heraus nur noch eine Meinung dulden.

Nur, wie kommt man aus dieser Eindimensionalität wieder heraus? Für Marcuse war der Weg dazu die gesellschaftliche Revolution und die Weigerung, sich von den Eigengesetzlichkeiten der Moderne bestimmen zu lassen. Dies wurde zu einem Hauptmotiv der 68er Bewegung. Das Ergebnis ist aus meiner Sicht aber sehr ernüchternd, denn die Rebellen sind dann selbst wieder einer neuen Eindimensionalität verfallen.

Um die eigene Position reflektieren zu können, braucht man einen externen Bezugsrahmen. Das kann innerweltlich die Möglichkeit sein, durch Reisen und den Aufenthalt in anderen Kulturen zu lernen, Probleme neu und aus anderen Sichtweisen zu bewerten. Aber letzlich kann dieser externe Bezugsrahmen nur der ewige Gott selbst sein. Durch die Verbindung zu ihm wird der Mensch aus der Eindimensionalität befreit und lernt, seine Position in der Welt zu reflektieren und zu hinterfragen. Wo dieser externe Bezugsrahmen verlorengeht, kann der Mensch noch so progressiv und avantgardistisch sein, er kommt aus seiner Eindimensionalität nicht heraus und sagt sich und seinen Zuhörern doch nur das, was sich aus seiner Prägung und den gesellschaftlichen Umständen ableiten läßt.

Um etwas wirklich Neues zu sagen, muß man etwas Ewiges sagen; etwas, das außerhalb der Zeit steht. Dieses ewige Wort kann man nur von dem ewigen Gott hören.

PS: Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch als pdf-Datei

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