Die politische Unabhängigkeit des Christen

Os Guinness schreibt in seinem Buch „Die Asche des Abendlandes“ über den dritten Weg, den Christen oft einschlagen müssen:

Der dritte Weg wird nicht einfach sein. Er wird einsam sein. Manchmal muß der Christ den Mut haben, auf seiten des Establishments zu stehen und den Radikalen ganz klar ihre destruktive und kontraproduktive Gewalt vor Augen halten. Manchmal muß er auf seiten der entrüsteten Radikalen stehen und ihre gerechtfertigten Forderungen nach Abhilfe und Wiedergutmachung unterstützen. Der Christ steht auf beiden Seiten, abhängig davon, wann welche recht hat, aber er steht auch in furchtloser Opposition gegen beide, wenn sie jeweils unrecht haben.

Zu viele Christen lassen sich heute von einer politischen Strömung ganz vereinnahmen, seien es die Linken, die AFD, die CDU oder auch die Liberalen, ohne jeweils zu prüfen, welche Aspekte des Parteiprogramms richtig sind und der biblischen Sichtweise entsprechen und welche ganz klar nicht. Ein Christ sollte sich nie vollkommen einer weltlichen Strömung verschreiben, sondern immer auf seiten des Rechts und der Bibel stehen. Da wo seine Strömung dem entspricht, darf er freudig mitkämpfen oder mitprotestieren. Da wo er merkt, daß die Bibel in eine andere Richtung weist, muß er den Mut haben, auf Opposition zur eigenen Strömung zu gehen. Er ist und bleibt unabhängig, weil er letztlich Gott allein verantwortlich ist.

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