Heilsgewißheit

Für Luther wie auch für Calvin war die Gewißheit des Heils eines der größten Gnadengaben des Evangeliums, welche durch die Reformation erst wieder neu entdeckt wurde. Daß aber um diese Gewißheit im Herzen des Gläubigen ein ständiger Kampf tobt, davon schreibt Luther in seinem Kommentar zum Galaterbrief:

In den ersten Schrecken und im Streit des Gewissens ergreifen wir zwar Christus und glauben ihn als unseren Heiland. Aber dann schreckt das Gesetz aufs heftigste und die Sünde verwirrt uns, schließlich streitet der Teufel gegen uns mit allen Mitteln und mit seinen feurigen Pfeilen und versucht uns mit allen Kräften Christus zu rauben und allen Trost auszulöschen. Da ist es nicht weit hin, daß wir ganz unterliegen und verzweifeln; dann sind wir nämlich „jenes zerbrochene Rohr und jener glimmende Docht“ (Matthäus 12:20). Inzwischen hilft aber doch der Heilige Geist unseren Schwachheiten auf, tritt für uns mit unaussprechlichen Seufzern ein und gibt unserem Geist das Zeugnis, daß wir Gottes Kindern sind. Auf diese Weise wird mitten in den Schrecken unser Geist aufgerichtet, so daß er zu unserem Heiland und Hohenpriester seufzt, die Schwachheit des Fleisches überwindet und wieder Trost empfängt und spricht: Abba, lieber Vater.

Laßt uns dieses große Gut des Evangeliums schätzen und da, wo wir es verloren haben, eifrig suchen, bis wir es wieder gefunden haben, und da, wo der Teufel versucht es uns zu entreißen, auf die Verheißungen Gottes bauen und uns vom Heiligen Geist helfen lassen.

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