Gewalt im Islam und im Christentum

Mir begegnet in Gesprächen immer wieder der Einwand, daß das Christentum doch auch eine Geschichte der Gewalt hätte und damit dem Islam gar nicht so unähnlich wäre. Außerdem rufe das Alte Testament doch sehr deutlich zu Krieg und Mord auf.

Auf diesen Einwand reagiere ich meistens in drei Schritten:

  1. Jesus hat nie zu Gewalt aufgerufen, sondern sich immer offen davon distanziert.
    • „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.“ Johannes 18:36

Christus aus dem Alten Testament verkündigen

Das Alte Testament wird in den Predigten oft vernachlässigt, weil man unbewußt oder bewußt davon ausgeht, daß es keine Relevanz für den neutestamentlichen Christen hat. Diesem Vorurteil begegnet die biblische Theologie, die aufzeigen will, wie das ganze Alte Testament auf Christus hinweist und als Verdeutlichung des Evangeliums verstanden werden kann. Die Grundlage dazu bildet die Aussage von Jesus aus Johannes 5:39.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.

Sidney Greidanus zeigt in seinem Buch „Preaching Christ from the Old Testament“ sieben Wege auf, wie man durch das Alte Testament auf Christus hinweisen kann.

David, Goliat und das Evangelium

Bibelgeschichten aus dem Alten Testament werden oft als Abenteuergeschichten erzählt, in deren Helden wir uns wiederfinden sollen. So wird die Geschichte des Sieges von David über Goliat meistens als Ermutigung verstanden, sich den eigenen sprichwörtlichen Riesen im Leben zu stellen und sie mit Gottes Hilfe zu besiegen. Dabei geht es im Alten Testament eigentlich primär darum, die Ankunft des Messias vorzubereiten. Jesus und die Apostel haben das Alte Testament radikal christus-zentriert gelesen (siehe Lukas 24:27; 1. Petrus 1:11). Die Lehre aus der Geschichte von David und Goliat ist vielmehr, daß es nur einen Retter für das Volk Gottes geben kann, der als Stellvertreter für sein Volk kämpft und siegt. Jesus hat unseren Kampf gekämpft (Matthäus 4:1-11), für uns den Sieg errungen (Kolosser 2:15) und läßt uns Anteil an seinem Triumphzug haben (2. Korinther 2:14). David ist in erster Linie ein Bild für Jesus, unseren wunderbaren Retter.