Keine blinde Liebe für Gott

John Owen plädiert in seinem Buch zur Christologie (der Lehre von Christus) in einem Abschnitt, der über unsere Liebe spricht, die wir zu Christus haben sollen, dafür daß diese niemals rein gefühlsmäßig und losgelöst vom Gebrauch des Verstandes sein sollte.

Während Gott verlangt, daß wir ihn mit unserer ganzen Seele und unserem ganzen Verstand lieben, wollen diese Menschen eine Liebe zu Gott, die nur den Willen und die Gefühle mit Gott verbindet, ohne daß der Verstand gebraucht wird. Liebe ist die Handlung unserer ganzen Seele. Aber diese Männer haben sich eine Liebe ausgedacht, die sie bewundern und preisen, welche ihren Verstand völlig umgeht. Und durch diese eingebildete Liebe sind sie in viele lächerliche Exzesse und offene Verführungen gefallen, was ihre eitle Liebe völlig offenbart, die sie vorgeben zu haben.

Schaut, ihr Heiligen; die Sicht ist herrlich!

1 Look, ye saints, the sight is glorious.
See the Man of Sorrows now,
from the fight returned victorious.
Every knee to him shall bow:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Crowns become the victor’s brow.

2 Crown the Saviour; angels, crown him;
rich the trophies Jesus brings;
in the seat of power enthrone him,
while the vault of heaven rings:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Crown the Saviour, King of kings!

3 Sinners in derision crowned him,
mocking thus the Saviour’s claim;
saints and angels crowd around him,
own his title, praise his name:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Spread abroad the victor’s fame!

Du wirst, was du anbetest!

Ihnen gleich werden die, welche sie machen, alle, die auf sie vertrauen. Psalm 115:8

Götzendienst beginnt damit, daß wir Gott, die Allgenugsamkeit (El-Shaddai, 1. Mose 17:1), verlassen und unser Glück woanders suchen. All das, woraus wir unser tiefstes Glück, unseren Wert und unser letztes Ziel beziehen, ist unser Götze. Wir beten diese Götzen an, indem wir ihnen unsere Zeit, unser Geld und schließlich unser ganzes Leben weihen.

Anbetung verändert uns. So wie ein Christ, der den wahren Gott der Bibel anbetet, immer mehr in dessen Bild verwandelt wird (2. Petrus 1:4), so verwandelt sich der Götzendiener immer mehr in das Bild seines Götzen. Er nimmt immer mehr dessen Eigenschaften an.

Die Stufen des Abfalls von Christus

  1. Christus wird nicht mehr als erhaben und herrlich angesehen. Er wird nicht mehr von ganzem Herzen verehrt, geliebt und angebetet.
  2. Christus wird nicht mehr als allgenugsam angesehen. Man beginnt, Ersatzgötter neben ihm anzubeten und von ihnen Hilfe zu erwarten.
  3. Christus wird nicht mehr als notwendig angesehen. Die Ersatzgötter entwickeln ein Eigenleben und verdrängen Christus immer mehr.

Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 2. Johannes 1:9

Wunderbare Vorsehung

Wir jagen besonderen geistlichen Erfahrungen hinterher und meinen, Gott nur zu erleben, wenn wir ein tolles Gefühl im Lobpreis oder eine besondere Gebetserhörung erfahren. Dabei haben Generationen von Christen vor uns Gott im ganz Alltäglichen gesehen und seine Wunder in der Schöpfung und Lenkung der Welt gepriesen. Die Theologie nennt das beständige Wirken Gottes in der Welt seine Vorsehung oder Fügung. Im Psalm 104 haben wir ein wunderschönes Bild davon:

Reformierte Anbetung

Ein Hauptanliegen der Reformatoren und vielleicht das wichtigste Anliegen von Johannes Calvin war die Reformation der Anbetung in den Gemeinden. Christen sollten Gott nicht länger in selbstgewähltem Gottesdienst anbeten, sondern gemäß seines offenbarten Willens.

Was will Gott im zweiten Gebot?
Gott will, dass wir ihn in keiner Weise abbilden, 5. Mose 4, 15-19 / Jes; 40, 18-20.25
noch ihn auf irgendeine andere Art verehren, Röm 1, 23-24 / Apg 17, 29
als er es in seinem Wort befohlen hat. 1. Sam 15, 23 / Mt 15, 9 / 5. Mose 12,30-32

Heidelberger Katechismus, Frage 96

Drama, Lehre, Anbetung, Jüngerschaft

Michael Horton hat ein wunderbares Raster entwickelt, das uns helfen kann, die Bibel zu verstehen und anzuwenden. Es setzt sich aus vier Teilen zusammen:

Drama – die Geschichte, die Gott mit seinem Volk schreibt

Lehre – die Lehren, die aus dieser Geschichte folgen

Anbetung – die Anbetung, die die Geschichte und das, was sie über Gott lehrt, bei uns auslöst

Jüngerschaft – die Jüngerschaft, die als Frucht daraus entsteht

In seinem Buch „The Gospel Commission – Recovering God’s Strategy for Making Disciples“ schreibt Horton dazu folgendes: