Marktbasierter Gemeindebau vs. die Theologie des Kreuzes

Auch wenn es ein bißchen zynisch klingt, lohnt es sich doch zu fragen, ob die Mischung aus Konsumismus und Tourismus sich auch darin zeigt, wie Menschen heute Religion und Spiritualität nachfragen. Wir nennen sie Sucher, aber „Touristen“ wäre wohl die bessere Beschreibung. Der Ausdruck „Sucher“ beschwört Gedanken an ein Ziel. Man muß nach etwas bestimmten Ausschau halten, um als Sucher zu gelten, aber wir sind mittlerweile gewöhnt daran, Konsumenten und Voyeure der Erfahrungen anderer Menschen zu sein. Anders als Suchende, haben Touristen kein Interesse daran, sich zu verpflichten, sobald sie das gefunden haben, was sie suchten. Sie sind durch fast alles so fasziniert, wie eine Asienrundreise faszinierend ist.

Für eine evangeliumszentrierte Gemeinde

Die Gemeindephilosophie der meisten Freikirchen unserer Zeit läßt sich gut in vier Ansätze einteilen.

Da ist zunächst die Gemeinde als Familie. Viele ältere Gemeinden entwickeln sich in dieses Gemeindemodell. Dabei steht die Gemeinschaft und Eintracht der Mitglieder im Zentrum des Gemeindeanliegens. Die entscheidende Frage, die man sich stellt ist: Wie können wir sicherstellen, daß sich die Mitglieder unserer Gemeinde wohlfühlen und zusammenhalten?

Ein weiterer Ansatz ist die besucherorientierte Gemeinde. Obwohl es hier sehr viele verschiedene Untergruppen gibt, ist doch das gemeinsame Hauptanliegen, Menschen zu erreichen, die noch nicht zur Gemeinde gehören. Ob man nun versucht, die Predigt an den Bedürfnissen der Besucher auszurichten oder einen gesellschaftstransformatorischen Ansatz verfolgt, so ist doch die Frage am Ende die gleiche: Wie können wir unsere Gemeinde so gestalten, daß sie anziehend für Außenstehende wirkt?