Vaughan Roberts – Gottes großer Heilsplan

Vaughan Roberts hat einen kostenlosen Bibelkurs veröffentlicht, der in neun Einheiten die Geschichte der Bibel erklärt. Er ist angelehnt an sein Buch  „Gottes Plan – kein Zufall! Die Bibel im Zusammenhang erklärt„. Die Einheiten beinhalten jeweils ein Video, eine Übersicht, begleitende Notizen und Hinweise für den Leiter des Kurses.

Der Kurs eignet sich sowohl für das persönliche Bibelstudium, als Trainingskurs für Christen in der Gemeinde, aber auch als Einstiegskurs für jemanden, der das Christentum kennenlernen möchte.

Unter folgendem Link findet man alle Materialien des Kurses zum kostenlosen Download: www.clayton.tv/big

Das Primat der Erfahrung

Als ich neulich einem Pastor gegenüber andeutete, daß das Konzept Sünde und die Heiligkeit Gottes in seiner Verkündigung fehlen, antwortete er mir:

Ich erlebe Gott so nicht. Ich erlebe den Gott der Bibel als einen zugewandten Gott.

Ich halte diese Aussage als typisch für eine sogenannte Erfahrungstheologie. Bei dieser bestimmt meine Erfahrung, wie ich an einzelne Bibeltexte herangehe, welche Stellen ich mehr betone und welche ich weniger betone oder gar weglasse. Ich mache bestimmte Erfahrungen mit Gott, auf Grundlage einiger Bibelstellen die ich zur Anwendung bringe, und diese Erfahrungen bestimmen dann mein Bild von Gott, welches zu einer Brille wird, mit der ich den Rest der Bibel lese.

Du wirst, was du anbetest!

Ihnen gleich werden die, welche sie machen, alle, die auf sie vertrauen. Psalm 115:8

Götzendienst beginnt damit, daß wir Gott, die Allgenugsamkeit (El-Shaddai, 1. Mose 17:1), verlassen und unser Glück woanders suchen. All das, woraus wir unser tiefstes Glück, unseren Wert und unser letztes Ziel beziehen, ist unser Götze. Wir beten diese Götzen an, indem wir ihnen unsere Zeit, unser Geld und schließlich unser ganzes Leben weihen.

Anbetung verändert uns. So wie ein Christ, der den wahren Gott der Bibel anbetet, immer mehr in dessen Bild verwandelt wird (2. Petrus 1:4), so verwandelt sich der Götzendiener immer mehr in das Bild seines Götzen. Er nimmt immer mehr dessen Eigenschaften an.

Drama, Lehre, Anbetung, Jüngerschaft

Michael Horton hat ein wunderbares Raster entwickelt, das uns helfen kann, die Bibel zu verstehen und anzuwenden. Es setzt sich aus vier Teilen zusammen:

Drama – die Geschichte, die Gott mit seinem Volk schreibt

Lehre – die Lehren, die aus dieser Geschichte folgen

Anbetung – die Anbetung, die die Geschichte und das, was sie über Gott lehrt, bei uns auslöst

Jüngerschaft – die Jüngerschaft, die als Frucht daraus entsteht

In seinem Buch „The Gospel Commission – Recovering God’s Strategy for Making Disciples“ schreibt Horton dazu folgendes:

Die Auslegungspredigt

David Helm schlägt in seinem Buch Die Auslegungspredigt mehrere diagnostische Fragen vor, die helfen können zu prüfen, ob man in der Predigt wirklich den Text auslegt.

Exegese


Habe ich am Anfang meiner Arbeit um Gottes Hilfe gebetet?

Struktur

Wie hat der Autor diesen Text geordnet? Es wird ihnen helfen, wenn sie Unterbrechungen in einem Abschnitt kennzeichnen können.

Allgemeines: Gibt es sich wiederholende Wörter, Phrasen oder Gedanken in dem Text?

Erzählung: In welche Szenen ist der Text eingeteilt? Ist er anhand geographischer Angaben oder anhand von sich ändernden Charakteren angeordnet? Was ist die Handlung? (Was ist der Konflikt oder wodurch wird die Spannung aufgebaut? Wird die Spannung gelöst? Wenn ja, wie?)

9 Merkmale einer gesunden Gemeinde

Ich wurde kürzlich von einem Pastor gefragt, wie man die 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde in eine bestehende Gemeinde einbringen kann. Hier ist meine Antwort dazu:

Auslegungspredigten
Ich denke, dieses Merkmal bildet die Grundlage für die anderen. Es ist wichtig, daß die Gemeinde einen guten Umgang mit dem Wort Gottes lernt. Durch Auslegungspredigten, besonders wenn man Vers für Vers durch ein Buch der Bibel geht, verändert sich das Denken der Gemeindemitglieder. Statt zu versuchen, die Bibel in ihr bestehendes Leben zu integrieren, lernen die Leute, ihr Leben innerhalb der biblischen Geschichte zu sehen und ihr Denken im Licht des Evangeliums zu verändern. Als Pastor haben sie die Möglichkeit, den Predigtdienst der Gemeinde zu beeinflussen. Ich würde empfehlen, daß sie sich ein Buch aus dem Neuen Testament vornehmen und es Vers für Vers auslegen. Vielleicht machen sie das schon. Als Ressource für diesen Teil empfehle ich das kleine Buch von David Helm – Die Auslegungspredigt.

Christus aus dem Alten Testament verkündigen

Das Alte Testament wird in den Predigten oft vernachlässigt, weil man unbewußt oder bewußt davon ausgeht, daß es keine Relevanz für den neutestamentlichen Christen hat. Diesem Vorurteil begegnet die biblische Theologie, die aufzeigen will, wie das ganze Alte Testament auf Christus hinweist und als Verdeutlichung des Evangeliums verstanden werden kann. Die Grundlage dazu bildet die Aussage von Jesus aus Johannes 5:39.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.

Sidney Greidanus zeigt in seinem Buch „Preaching Christ from the Old Testament“ sieben Wege auf, wie man durch das Alte Testament auf Christus hinweisen kann.

Das Evangelium in der Mitte der Bibel, im Zentrum unseres Lebens

Graeme Goldsworthy gilt als einer der zentralen Vordenker der modernen, biblischen Theologie. Bei diesem theologischen Ansatz wird versucht, die Bibel als Geschichte der Offenbarung Gottes zu lesen, und den roten Faden eines Themas durch die Bibel hindurch zu verfolgen.

Für Goldsworthy ist das zentrale Thema, um das die Offenbarung im Wort Gottes gestrickt ist, das Evangelium. Das Leben, der Tod und die Auferstehung des Messias ist der Mittelpunkt, auf den alles hinläuft und von dem später alles ausgeht.

In der Dreierreihe „The Goldsworthy Trilogy: Gospel & Kingdom, Gospel & Wisdom, The Gospel in Revelation“ lernen wir kennen, wie der Autor durch die Mittel der biblischen Theologie das Evangelium als treibendes Thema jedes Bibelabschnitts herausarbeitet.

Schätze der Gnade: Impulse für die reformierte Bewegung

Das Martin Bucer Seminar hat das Jahrbuch 2013 mit dem Titel „Schätze der Gnade – Reformatorische Theologie im 21. Jahrhundert“ zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Darin sind unter anderem vier Aufsätze enthalten, die ich für die moderne reformierte Bewegung in Deutschland als sehr hilfreich empfinde.

Zum einen befaßt sich der Rektor des Martin Bucer Seminars, Thomas Schirrmacher, mit dem Reformator Johannes Calvin. Er stellt das Leben Calvins der schon zu Lebzeiten eintretenden Verleumdung entgegen, die dann in vielen Calvinbiographien kopiert wurde. Er war eben nicht der grausame, despotische, kalte Prädestinationsdiktator, sondern ein warmherziger, demütiger Christ, der seinen Beitrag zur Erneuerung der Kirche in Europa und zur Hinwendung zum Wort Gottes beigetragen hat. Der Artikel von Dr. Schirrmacher sollte helfen, Calvin als Identifikationsfigur teilweise zu rehabilitieren.