Ein Taufgespräch um 1662

Im Book of Common Prayer der anglikanischen Kirche von 1662 wird eine Liturgie für die Taufe eines Erwachsenen wiedergegeben. Es fällt auf, welch große Bedeutung richtigem Glauben und echter Buße beigemessen wird.

Frage: Entsagst du dem Teufel und all seinen Werken, dem eitlen Pomp und der Herrlichkeit der Welt, zusammen mit allem habgierigen Verlangen danach, und dem fleischlichen Verlangen der sündhaften Natur, so daß du ihnen weder folgst noch dich von ihnen führen läßt?

Antwort: Ich entsage allem.

Können wir von der Versuchung zur Lust freiwerden?

In diesem Videoclip erklärt Dr. Jeremy Pierre einige hilfreiche Konzepte in Bezug auf den Kampf mit sexueller Versuchung.

Zunächst macht er deutlich, daß sexuelle Reinheit nicht bedeutet, daß man keiner Versuchung mehr ausgesetzt ist oder daß jedwede Versuchung so an einem abperlt, daß man sie eigentlich gar nicht mehr spürt. Statt dessen bedeutet Heiligkeit im biblischen Sinn, daß die Versuchung weiterhin da ist, denn wir bleiben ja in der Welt und unser Fleisch bleibt uns auch erhalten, aber daß wir in den Momenten der Versuchung unser Herz bewußt auf Gott ausrichten.

Die Anbetung unseres Herzens

Timothy Keller macht in vielen seiner Predigten den Punkt, daß der Kern des menschlichen Problems mit der Sünde der Götzendienst ist.

Wenn ich als Christ, der sich schon zu Jesus bekehrt hat und von Neuem geboren wurde, dennoch langfristig immer wieder mit einer Sünde oder der Neigung zu einer Sünde in meinem Leben zu kämpfen habe, dann verbirgt sich dahinter ein falscher Gott, den ich mit einem bestimmten Teil meines Herzens immernoch anbete.

Unsere geliebten Götzen

In seinem Buch über Götzendienst gibt Timothy Keller am Ende eine Liste zeitgenössischer Götzen mit, die auch heute noch unser Leben beherrschen. Martin Luther sprach in seiner ersten These davon, daß unser ganzes Leben ein Abwenden von unseren falschen Göttern und ein Hinwenden zum wahren Gott sein sollte:

Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, daß das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.

Mehr erleben

Es finden in Deutschland regelmäßig Konferenzen statt, die den Christen ein Mehr im Glauben versprechen. Ich habe dabei besonders die zwei großen vor Augen, die Willow Creek Konferenz und die Mehr Konferenz vom Gebetshaus in Augsburg. Der Zustrom ist gewaltig und ist Ausdruck einer Sehnsucht, mehr mit Gott zu erleben. Die Antworten und Angebote der Konferenzen unterscheiden sich zwar leicht (besuche eine hippe Gemeinde bei Willow Creek, connecte direkt mit Gott und anderen beim Gebetshaus), aber ich bezweifle, daß das Versprechen nach Mehr langfristig gehalten werden kann. Das hat vier Gründe.

Fünf Schritte zum Abfall einer Gemeinde

John MacArthur stellt in dieser Predigt 5 Schritte vor, die der Teufel gebraucht, um eine Kirche vom Evangelium abzulenken und letztlich zu zerstören. Diese 5 Schritte sind in ihrer Reihenfolge von den Sendschreiben an die 7 Gemeinden im Buch Offenbarung abgeleitet. Ich halte diese Auslegung nicht für zwingend, aber doch insoweit nachvollziehbar und hilfreich, daß ich sie hier wiedergeben möchte.

Jesus übermittelt in der Offenbarung des Johannes eine persönliche Botschaft an sieben Gemeinden in Kleinasien (der heutigen Türkei). Die Reihenfolge der Briefe, wie sie im Buch wiedergegeben werden, entspricht der damaligen Postroute. Fünf dieser sieben Gemeinden werden von Jesus an irgendeinem Punkt zurechtgewiesen und zur Umkehr aufgerufen. MacArthurs These ist es, daß sich daraus eine Entwicklung bzw. ein gradueller Abfall vom Evangelium ableiten läßt.