Gründe für die Säkularisierung

Charles Taylor reflektiert in seinem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ darüber, was sich im Zuge der erfolgreichen Reformation im Denken der Menschen geändert hat. Johannes Calvin hatte laut Taylor ein zweifältiges Anliegen. Er wollte, daß die Menschen wieder alles zur Ehre Gottes allein tun. Und er wollte, daß sie sich bewußt werden, daß alles Gute, das sie im Leben empfangen und tun, nur durch die Gnade Gottes möglich wird.

Hoffnung in der säkularen Einsamkeit

In diesem Vortrag zeichnet Timothy Keller die Entwicklung hin zum gegenwärtigen Individualismus nach, der allzuoft in Einsamkeit mündet. Er gründet seine Argumentation auf zwei bahnbrechende Bücher des 20. Jahrhunderts: Charles Taylor – Ein säkulares Zeitalter und Habits of the Heart von Robert Bellah.

Dabei zeigt Keller nicht nur die Probleme von Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung auf, sondern geht auch kritisch mit der Kirche ins Gericht, die es nicht geschafft hat, die Attraktivität des Evangeliums zu zeigen, welches die Identität des Menschen weder im Staat, der Familie oder im Volk verankert, aber auch nicht im eigenen Selbst, sondern in Christus. Mitunter hat die Kirche durch ihr schlechtes Zeugnis in der Gesellschaft die Menschen in gewisser Hinsicht gezwungen, sich außerhalb der Kirche nach Lösungen für gesellschaftliche und persönliche Probleme umzusehen.