InaraTalk vom 8.6.2017 – Politik

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In dieser Ausgabe von InaraTalk beschäftigen wir uns mit dem Thema Politik, was sie ist, welche Sicht man als Christ auf Politik haben und welche Partei man wählen sollte. Außerdem besprechen wir einige hilfreiche Ressourcen zu dem Thema.

Die politische Unabhängigkeit des Christen

Os Guinness schreibt in seinem Buch „Die Asche des Abendlandes“ über den dritten Weg, den Christen oft einschlagen müssen:

Der dritte Weg wird nicht einfach sein. Er wird einsam sein. Manchmal muß der Christ den Mut haben, auf seiten des Establishments zu stehen und den Radikalen ganz klar ihre destruktive und kontraproduktive Gewalt vor Augen halten. Manchmal muß er auf seiten der entrüsteten Radikalen stehen und ihre gerechtfertigten Forderungen nach Abhilfe und Wiedergutmachung unterstützen. Der Christ steht auf beiden Seiten, abhängig davon, wann welche recht hat, aber er steht auch in furchtloser Opposition gegen beide, wenn sie jeweils unrecht haben.

Der eindimensionale Mensch

Herbert Marcuse hat in seiner Gesellschaftskritik das Konzept des eindimensionalen Menschen entwickelt. Moderne Technik und soziale Strukturen würden einen Menschen hervorbringen, der nicht mehr fähig sei, zu reflektieren.

Ich denke, an seiner Kritik ist einiges dran, denn wir erleben dieses Typ Mensch heute überall. Menschen, die nur eindimensional über ein Problem nachdenken und aus ihrer gesellschaftlichen Echokammer heraus nur noch eine Meinung dulden.

Nur, wie kommt man aus dieser Eindimensionalität wieder heraus? Für Marcuse war der Weg dazu die gesellschaftliche Revolution und die Weigerung, sich von den Eigengesetzlichkeiten der Moderne bestimmen zu lassen. Dies wurde zu einem Hauptmotiv der 68er Bewegung. Das Ergebnis ist aus meiner Sicht aber sehr ernüchternd, denn die Rebellen sind dann selbst wieder einer neuen Eindimensionalität verfallen.

Wayne Grudem zur Klimadebatte

In seinem äußerst umfangreichen Buch „Politics – According to the Bible“ versucht Wayne Grudem eine christliche Position gegenüber einer Vielzahl von Problemen zu entwickeln, die momentan in der Politik diskutiert werden. Ein längeres Kapitel befaßt sich mit Fragen zum Thema Umwelt- bzw. Klimaschutz.

Zum einen deckt Grudem auf, wie vorurteilsgesteuert viele Modelle sind, die dazu gebraucht werden, um Entwicklungen der Umwelt zu berechnen. Oft müssen Faktoren gewichtet werden (Wirken sie sich positiv oder negativ aus und wenn ja, wie stark?), wobei diese Wichtung höchst subjektiv ist.

Albert Mohler – Eine christliche Sicht auf die Wirtschaft

Leider wissen viele Christen wenig über Wirtschaft. Darüber hinaus nehmen viele Christen an, daß die Bibel nichts über Wirtschaft zu sagen hat. Aber eine biblische Weltsicht lehrt uns sehr viel über wirtschaftliche Belange. Die Bedeutung von Arbeit, der Wert der Arbeit und andere wirtschaftliche Fragen sind alle Teile einer biblischen Weltsicht. Christen müssen ihr Denken durch die wirtschaftlichen Prinzipien formen lassen, die wir in der Bibel finden. Hier sind 12 Thesen darüber, was ein christliches Verständnis der Wirtschaft leisten muß.

  1. Es muß Gottes Herrlichkeit als oberstes Ziel haben.
    • Für Christen beginnt jede ökonomische Theorie mit dem Ziel, Gott zu verherrlichen (1. Korinther 10:31). Wir haben eine transzendente wirtschaftliche Autorität.