Zufriedenheit im Tal der Demütigung

Als Christine und ihre Begleiterin Erbarmen durch das Tal der Demütigung ziehen, wo einst Christian gegen Apollyon kämpfte, begegnen sie einem Jungen, der die Schafe seines Vaters hütete. Seine Kleidung war ärmlich aber sein Gesicht heiter. Er sang folgendes Lied:

Wer in dem Tal der Demut wohnt,
hat einen sichern Stand.
Der in der höchsten Höhe thront,
führt ihn an seiner Hand.
Mir genügt, was seine Hand mir gab,
sei’s wenig oder viel.
Er zeigte mir, daß ich ihn hab,
daß er mich führt zum Ziel.
Der Erde Reichtum lastet schwer
und hemmt des Siegers Lauf.
Drum geht er erst so arm daher
und wird dann reich darauf.

Die Mahnungen der Hirten

Als Christian und Hoffnungsvoll während ihrer Pilgerreise bei den Hirten vorbeikamen, erhielten sie von ihnen drei Mahnungen:

  1. Sie sahen den Hügel des Irrtums. Sie sollten nie zu hoch steigen oder zu nahe an den Rand seines Steilhangs kommen, um nicht hinunterzufallen und umzukommen.
  2. Sie sahen den Berg der Warnung. Von dort beobachteten sie, wie ein kleiner Zauntritt vom Pilgerweg abführte, den viele beschritten, weil der Weg vor ihnen zu rauh erschien. Doch wurden sie durch diesen Abweg zur Burg des Zweifels geführt und dem Riesen Verzweiflung. Dieser steckte sie in das Gefängnis in seiner Burg, wo sie ihr Augenlicht verloren und zum ständigen Umherirren verdammt wurden.

Die himmlische Eisenbahn

Nathaniel Hawthorne schrieb im 19. Jahrhundert eine Kurzgeschichte, die eine Fortsetzung von Bunyans Pilgerreise darstellt. Der aufreibende Pilgerweg wurde in der Geschichte von pragmatischen Gemeindebauern in eine Eisenbahn umgewandelt, welche die Pilger möglichst schnell und bequem zu ihrem himmlischen Ziel bringen soll. Nur daß sie am Ende eine böse Überraschung erleben, denn der Erbauer der Eisenbahn ist der Teufel selbst, der sich die ganze Zeit über verstellt hat.

Die Kurzgeschichte ist ein wunderbarer Kommentar auf moderne Gemeinden, die nicht klar das Wort Gottes verkündigen, sondern die Botschaft anpassen, um möglichst viele Menschen anzuziehen. Sie könnte nicht aktueller sein.

Schlafende Christen

Auf der Pilgerreise passieren Christian und Hoffnungsvoll den verzauberten Boden, vor dem sie von den Hirten gewarnt wurden. Dieser verzauberte Boden (engl. enchanted ground) steht für die Gefahr, im Glauben müde zu werden und einzuschlafen.

Dann sah ich in meinem Traum, wie sie in eine Gegend kamen, deren Duft einen Fremden, der diese Gegend durchwandert, matt und schläfrig macht. Sie hatten den verzauberten Boden erreicht. „Ich bin so müde, daß ich meine Augen kaum offen halten kann“, sagte Hoffnungsvoll. „Laß uns hier ausruhen.“ „Auf keinen Fall!“, entschied Christian. „Es könnte sonst sein, daß wir einschlafen und nie wieder aufwachen.“