Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)

Die Gegenreformation in Österreich und Bayern

Auch in Österreich erfaßt das Gedankengut der Reformation einen großen Teil der Bevölkerung. Weil aber die Habsburger klar zur alten Kirche stehen und in Österreich führende Persönlichkeiten und geistige Zentren für die Reformation fehlen, erreich die Bewegung nicht die erforderliche Nachhaltigkeit. Unter dem Schutz des Landesfürsten eröffnen schon 1551 zehnt Jesuiten in Wien ein Gymnasium, das sieben Jahre später bereits 500 Schüler unterrichtet. Bald werden die Kinder der führenden Schichten auch in Graz und Innsbruck in Jesuitenkollegien erzogen. In Zeiten der Türkengefahr gewähren die von jesuitischen Beichtvätern beratenen Habsburger eine gewisse Toleranz. Sobald aber der Druck aus dem Osten nachgibt, ersetzen sie ihre Zusagen durch systematische Verfolgung. Beamte in Hof und Verwaltung, Pfarrer und Lehrer werden vertrieben, evangelische Literatur wird fuderweise verbrannt. Die Bevölkerung muß in den Kirchen antreten und den katholischen Glauben bekennen; wer sich weigert, wird vertrieben. Zum Universitätsstudium werden nur Katholiken zugelassen usw. Der von Jesuiten erzogene Ferdinand II. (1619-1637) erklärt, lieber über eine Wüste als über ein ketzerisches Land herrschen zu wollen.