Anonyme Christen?

Im 20. Jahrhundert sprach der katholische Theologe Karl Rahner davon, daß auch Menschen in anderen Religionen Christen sein können, selbst wenn sie es gar nicht wissen. Er nannte diese Menschen „anonyme Christen“. Seitdem versuchen auch viele Evangelikale eine Theologie zu entwickeln, die den Alleinanspruch Jesu nicht mehr in den Mittelpunkt nimmt, sondern allen Menschen die Möglichkeit gibt, auf ihre Weise Gott zu erkennen und am Ende gerettet zu sein (Inklusivismus).

Brian McLaren, ein Vertreter der emergenten Gemeindebewegung, schreibt zum Beispiel über den Missionsbefehl:

Eine Liebe für die Gemeinde

Kevin DeYoung und Ted Kluck erklären in ihrem Buch „Why We Love the Church: In Praise of Institutions and Organized Religion“ warum sie die traditionelle Gemeinde trotz ihrer Schwächen immer noch schätzen und sich für sie einsetzen. Das Buch ist eine Reaktion auf die moderne Bewegung von Evangelikalen, die die Gemeinde verlassen, um ein anti-institutionelles Christsein in echter Gemeinschaft zu leben.

Während DeYoung und Kluck Schwächen und Makel der traditionellen Gemeinde bereitwillig zugeben, stellen sie doch vier wichtige Fragen an Menschen, die ein Christsein außerhalb der Gemeinde leben wollen:

  • Wendest du dich gegen die Gemeinde oder eigentlich gegen den orthodoxen, christlichen Glauben?