Die goldene Kette von William Perkins

Der Puritaner William Perkins entwarf eine Übersicht des Ordo Salutis (lat. für Heilsordnung), die den Menschen seiner Zeit helfen sollte, Gottes Heilshandeln im Evangelium zu verstehen.

Eine Heilsordnung gibt den ganzen Prozeß wieder, den Gott beschreitet, um einen Sünder zu retten. Perkinses Heilsordnung ist durch und durch reformiert ausgerichtet – mit einer starken Betonung auf das Erwählungshandeln Gottes.

Gottes Absicht in der Erwählung

Der Apostel Paulus begründet in Römer 9 Gottes Erwählungshandeln damit, daß dadurch die Barmherzigkeit Gottes noch viel heller und kostbarer erstrahlt.

Wenn nun aber Gott, da er seinen Zorn erweisen und seine Macht offenbar machen wollte, mit großer Langmut die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind, damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeige, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat? Römer 9:22-23

Anscheinend wollte Gott den Reichtum seiner Barmherzigkeit vor dem Hintergrund seines Zornes und seiner Macht offenbarmachen. Indem er den Gefäßen des Zorns die gerechte Strafe für ihre Sünden zukommen läßt, lehrt er den Gefäßen der Barmherzigkeit seine unverdiente Gunst zu schätzen.

Gottes Souveränität in der Errettung

Nachdem Paulus in den ersten acht Kapiteln des Römerbriefs die wunderbare Weise entfaltet hat, wie Gott durch Jesus Sünder rettet, wendet er sich im neunten Kapitel der brennenden Frage zu: Wenn der Messias, der den Juden versprochen wurde, tatsächlich gekommen ist, wie kann es dann sein, daß die meisten Juden ihn ablehnen? Hat Gott seine Versprechen an das jüdische Volk und seinen Bund mit Abraham vergessen? Können wir uns als Christen dann überhaupt auf ihn verlassen, wenn er schon seinem alten Bundesvolk untreu wurde? In der Heilsgeschichte war das Schicksal des jüdischen Volkes zu diesem Zeitpunkt eine entscheidende Frage, weil sie Gottes eigenen Charakter in Frage stellte.