Paul Washers Abrechnung mit untreuen Pastoren

In dieser Predigt ruft Paul Washer alle christlichen Leiter auf, die Gemeinde Gottes ausschließlich auf Grundlage der Heiligen Schrift und zur Ehre Gottes allein zu führen. Eine schallende Ohrfeige für die evangelikale Bewegung.

Der Gebrauch des Verstandes

Wir sind unter den Evangelikalen sehr vorsichtig, wenn es darum geht, den Verstand zu gebrauchen. Oft lauert aus unserer Sicht dahinter die Gefahr der Bibelkritik. Das hat natürlich eine Grundlage, denn zu oft hat sich die menschliche Ratio selbst vergöttert und sich immer mehr vom Vertrauen auf das Wort Gottes entfernt. Aber das ist kein zwangsläufiger Schritt. Gerade die Puritaner zeigten, wie die menschliche Vernunft wunderbar mit dem Wort Gottes zusammenarbeiten kann.

Mark Driscoll ist zurück

Mark Driscoll arbeitet sich langsam wieder ins Rampenlicht zurück. Neulich wurde er in der christlichen Sendung LIVE Today exklusiv interviewt. Das ganze Interview findet man auf seiner Webseite.

Mir sind folgende Punkte bei dem Interview aufgefallen, die ich bezeichnend für die gegenwärtige Lage der evangelikalen Bewegung erachte:

Fehlende Rechenschaft

Driscoll erzählt, wie er relativ früh nachdem er zum Glauben gekommen war die Mars Hill Gemeinde gegründet hat. Als es dann zu Schwierigkeiten kam, zog er sich, nachdem er ein Wort von Gott hörte, mit seiner Familie zurück. Sie feierten dann gemeinsam in der Familie Gottesdienst. Als später die Kinder vorschlugen, Mark könne doch eine neue Gemeinde gründen, tat er das.

Therapeutische Spiritualität

Die gegenwärtige Spiritualität ist neu in dem Sinn, daß sie auf den gefühlten Bedürfnissen einer Person gründet statt auf einer autoritativen Person oder Text. Selbstentfaltung ist zur neuen Form der Anbetung geworden, sowohl in traditionellen als auch in innovativen religiösen Kontexten – im Gegensatz zur Praxis der Selbstverleugnung. Diese Spiritualität übernimmt Präferenzen als ein Mittel zur Selbstverwirklichung (d.h. ein Weg zum vollsten Ausdruck seiner selbst als menschliches Wesen). Die Hingabe zu diesen Präferenzen ist zutiefst persönlich und subjektiv, was zu einem „persönlichen Jesus“ führt, der weder mit seiner transzendenten „Andersartigkeit“ konfrontiert noch die Kategorien Sünde, Hölle und Gericht bedient. Therapie als Modell der Spiritualität hat die traditionellen Normen als Folge der Säkularisierung der Kultur (d.h. der kulturelle Wandel der dazu geführt hat, daß religiöse Überzeugungen vollkommen privatisiert und vom sozialen Raum losgelöst wurden) ersetzt. Die göttliche Vorsehung, die über die Menschheit wacht, wurde durch die unsichtbare Hand der ökonomischen Kräfte ausgetauscht. Wo einst das allmächtige, wohlwollende Wesen als wesentlich für das tägliche Leben und Wohlbefinden angesehen wurde, wird es heute als ein kosmischer Hotelpage erachtet, der unsere Wünsche zu erfüllen hat.

Theologia Crucis

In diesem Video reden Mark Driscoll und Joshua Harris mit Francis Chan über seinen Schritt, eine große, funktionierende Gemeinde zu verlassen und eine neue Gemeinde in Los Angeles zu gründen, welche die radikale Nachfolge Jesu im Zentrum hat.

Es fällt auf, wie stark Chan von den beiden anderen hinterfragt wird, warum er den Schritt macht, eine Stelle des guten Ansehens, Einkommens und Einflusses zu verlassen, um nochmal neu in relativer Unbekanntheit zu starten. Es wird deutlich, wie sehr die evangelikale Bewegung von Götzen beeinflußt ist und Chan muß sich mehrfach erklären, daß er diesen Weg nicht geht, weil er eine falsche Theologie der Armut hat, sondern weil er von Herzen Christus liebt und vor allem ihn immer besser kennenlernen will.

Gedanken zur Gemeindewachstumsbewegung

In seinem einflußreichen Buch „Dining with the Devil – The Megachurch Movement Flirts with Modernity“ setzt sich der Autor Os Guinness mit der Frage auseinander, wie die Moderne das Christentum beeinflußt und, weil sie vielfach unkritisch aufgenommen wird, auch verändert.

Die Moderne als globale Kultur ist heute ein zentraler Fakt des menschlichen Lebens. Sie wurde aus den Kräften der Modernisierung, Kapitalismus, Industrialisierung und den modernen Kommunikationsmöglichkeiten geboren. Für Menschen im allgemeinen, aber auch für Nachfolger Jesu, ist sie ein zweischneidiges Schwert. Sie eröffnet viele Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren. Im Zuge der Moderne wurde die Frage der kulturellen Autorität neu gestellt und neu beantwortet. Welche Gruppen und Institutionen beeinflussen die Werte, Ziele und Ideale einer Gesellschaft? Die Moderne stellt die Gemeinde Christi vor die Versuchung, an dem Konsumdenken der größeren Gesellschaft teilzunehmen statt in die echte Nachfolge Christi zu treten.

Christentum ohne Christus

In seinem grundlegendem Werk „Christless Christianity“ bespricht Michael Horton die religiöse Lage und die gelebte Spiritualität in Amerika. Seine zentrale These ist, daß das Evangelium von Jesus Christus vielfach ausgeklammert  und Gottesdienst als unser privater Dienst gegenüber und unsere persönliche Erfahrung von Gott verstanden wird, der unser Leben in einfachen how-to Schritten verändern möchte. Horton nennt das Werksgerechtigkeit. So wie die Juden versuchten, ihre eigene Gerechtigkeit vor Gott durch das Gesetz aufzurichten (siehe Römer 10:3), so versucht der moderne Evangelikalismus durch missionales Denken, praktische Theologie, postmodernen Gemeindebau und sucherfreundliche Gottesdienste aus eigenen Kräften Gottes Reich zu bauen und versteht das Christentum mehr als „moralistischen, therapeutischen Deismus“, statt als Leben durch, aus und hin zum Evangelium Jesu Christi.

Apotheose und das moderne Streben nach Ruhm

In dem Videoclip zeigt ein junger New Yorker, wie leicht es ist, eine Berühmtheit zu werden, und wie tief das moderne Verlangen sitzt, Menschen in den Status eines Gottes zu erheben, sie zu vergöttern. Das Altertum hatte dafür den Begriff der Apotheose, bei der geglaubt wurde, daß große Persönlichkeiten in den Status eines Gottes erhoben und als solcher verehrt und um Hilfe ersucht werden konnten.

Der Prophet Jesaja offenbart im 43. Kapitel seines Buches dagegen die wahre Bestimmung des Menschen. Er wurde nicht dazu geschaffen, seinen eigenen Ruhm zu suchen und zu vergrößern, sondern er ist zur Ehre Gottes geschaffen. Der Mensch wurde im Bilde Gottes geschaffen, damit er dessen Größe und Herrlichkeit sucht und widerspiegelt.