Das glorreiche Evangelium im Römerbrief

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«. Römer 1:16‭-‬17

  1. Kapitel: Die Verlorenheit des nichtreligiösen Menschen
  2. Kapitel: Die Verlorenheit des religiösen Menschen
  3. Kapitel: Das Sühneopfer Christi
  4. Kapitel: Die Gerechtigkeit durch Glauben
  5. Kapitel: Die Folgen des Gehorsams Christi
  6. Kapitel: Das neue Leben in Christus
  7. Kapitel: Die fortdauernde Präsenz des alten Lebens

Ein tägliches Leben aus dem Evangelium

In seinem Buch „Leben mit dem Kreuz im Zentrum“ betont C.J. Mahaney, daß dieses Leben geführt werden muß, indem man kreuzzentrierte Tage aneinanderreiht. Um dieses tägliche Leben aus dem Evangelium zu ermöglichen, gibt Mahaney einige praktische Tips:

  • Predigen sie das Evangelium zu sich selbst.
  • Lernen sie das Evangelium auswendig.
  • Beten sie die Wahrheiten des Evangeliums.
  • Singen sie das Evangelium.
  • Denken sie darüber nach, wie das Evangelium ihr Leben verändert hat.
  • Studieren sie das Evangelium.
  • Suchen sie nach evangeliumszentrierter Gemeinschaft mit anderen.

War der Tod Jesu ein Sühneopfer?

Wie Ron Kubsch in einem kürzlich erschienen Blogeintrag betonte, wird der Gedanke an das Sühneopfer Jesu Christi heute immer mehr hinterfragt, um nicht zu sagen bestritten. Deshalb stellt sich die Frage, wie Jesus selbst eigentlich seine Mission auffaßte. Warum war er auf die Erde gekommen? War der Tod am Kreuz nur ein unvorhergesehener Einschnitt auf seinem Weg, die Gemeinde zu bauen und ihr ein moralisches Vorbild zu liefern? Oder war er gekommen, um sein Leben für seine Schafe zu geben?

Können wir von der Versuchung zur Lust freiwerden?

In diesem Videoclip erklärt Dr. Jeremy Pierre einige hilfreiche Konzepte in Bezug auf den Kampf mit sexueller Versuchung.

Zunächst macht er deutlich, daß sexuelle Reinheit nicht bedeutet, daß man keiner Versuchung mehr ausgesetzt ist oder daß jedwede Versuchung so an einem abperlt, daß man sie eigentlich gar nicht mehr spürt. Statt dessen bedeutet Heiligkeit im biblischen Sinn, daß die Versuchung weiterhin da ist, denn wir bleiben ja in der Welt und unser Fleisch bleibt uns auch erhalten, aber daß wir in den Momenten der Versuchung unser Herz bewußt auf Gott ausrichten.

Gibt es heutzutage Zungenrede?

In diesem etwas humorvollen Video unterhalten sich Alistair Begg, R.C. Sproul und Michael Horton über die Frage, ob es auch heute noch die Zungenrede gibt.

Einige der wichtigen Punkte, auf die die drei hinweisen, sind:

  • Pfingsten war ein einzigartiges Ereignis.
  • Worauf Paulus in 1. Korinther 14 hinweist, ist nicht einfach zu verstehen.
  • Die Zungenrede, fall sie überhaupt interpretiert wird, gibt im besten Fall geistliche Wahrheiten wieder, die wir schon im klaren Wort Gottes haben.
  • Im schlimmsten Fall ist Zungenrede oberflächlich und bizarr.
  • Wäre Zungenrede ein normales Phänomen der christlichen Anbetung gewesen, hätte sie in den verschiedenen christlichen Traditionen außerhalb von Korinth weiter fortbestanden.

Anonyme Christen?

Im 20. Jahrhundert sprach der katholische Theologe Karl Rahner davon, daß auch Menschen in anderen Religionen Christen sein können, selbst wenn sie es gar nicht wissen. Er nannte diese Menschen „anonyme Christen“. Seitdem versuchen auch viele Evangelikale eine Theologie zu entwickeln, die den Alleinanspruch Jesu nicht mehr in den Mittelpunkt nimmt, sondern allen Menschen die Möglichkeit gibt, auf ihre Weise Gott zu erkennen und am Ende gerettet zu sein (Inklusivismus).

Brian McLaren, ein Vertreter der emergenten Gemeindebewegung, schreibt zum Beispiel über den Missionsbefehl:

Christus der Fels allein hält stand!

Mein ganzes Hoffen ruht allein
auf Christi Blut und Kreuzespein;
ob jede andre Stütze bricht,
der ewge Fels betrügt mich nicht.

Christus der Fels allein hält stand!
Wer anders baut der baut auf Sand,
wer anders baut der baut auf Sand.

Umgibt mich Zweifel dann und wann,
doch seine Treu nicht ändern kann.
Ob Sturm auf Sturm das Herz mir presst,
der Fels hält meinen Anker fest.

Christus der Fels allein hält stand!
Wer anders baut der baut auf Sand,
wer anders baut der baut auf Sand.

Gesetz vs. Evangelium

Martin Luther hat in seinem theologischen Denken sehr stark zwischen den Begriffen Gesetz und Evangelium unterschieden. In seinem Kommentar zum Galaterbrief schreibt er:

Wenn ein Pferd reden könnte, müßte es zugestehen, daß es zwei verschiedene Dinge sind, wenn ihm das eine Mal der Pferdeknecht Hafer zum Fraß vorwirft und wenn er ein anderes Mal auf ihm reitet. So sind Verheißung und Gesetz so weit wie Himmel und Erde voneinander entfernt. Das Gesetz fordert: Tu das! Die Verheißung schenkt: Nimm das!

Hat sich die Lehre der katholischen Kirche seit der Reformation gewandelt?

Michael Horton gibt in diesem kurzen Interview eine klare Antwort: Nein. Auch wenn die katholische Kirche sich in ihren äußeren Formen gewandelt hat und z.B. die Messe mittlerweile in der Landessprache abhält, so haben sich ihre theologischen Überzeugungen doch keineswegs geändert. Was damals ein anderes Evangelium war, ist auch heute noch ein anderes Evangelium.

Das Tragische ist nur, daß sich die Protestanten und ihre Nachfolger gar nicht mehr theologisch definieren, d.h. ausgehend von bestimmten theologischen Überzeugungen über Christus und das Evangelium, sondern eher als soziologische Subgruppe des Christentums. Dadurch wird die Ökumene erst ermöglicht, denn wenn es nicht mehr um lehrmäßige Inhalte geht, sondern nur noch darum, daß Christen irgendwie gemeinsame Sache machen, dann gibt es auch keinen Grund mehr, warum man nicht mit der katholischen Kirche zusammenarbeiten sollte.

Das Evangelium und die Reformation in einer These Luthers

In der letzten These der Heidelberger Disputation brachte Martin Luther das besondere am Evangelium und das ganze Anliegen der Reformation auf den Punkt.

Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt. Die Liebe des Menschen entsteht nur an dem, was sie liebenswert findet.