Den Glauben weitergeben

In diesem Video spricht Ray Comfort mit vielen Studenten und ein paar Professoren an den Universitäten USC (University of Southern California) und UCLA (Unversity of California in Los Angeles).

Es ist sehr lehrreich, wie er die Menschen nicht nur auf weltanschaulicher Ebene hinterfragt, sondern auch durch Fragen das Gesetz Gottes lehrt und dann das Evangelium von Jesus Christus verkündigt.

Wenn man bedenkt, wie weit weg die meisten seiner Interview-Partner zu Beginn vom christlichen Glauben zu sein scheinen, ist es erstaunlich, wie er es dennoch schafft, das Evangelium von Jesus Christus, der für unsere Sünden gestorben ist, verständlich zu machen.

In Christus sein

Warum wird eigentliche die wichtigste Bezeichnung des Neuen Testaments für die Nachfolger Jesu Christi, nämlich daß sie „in Christus“ sind, heute so wenig von ihnen als Selbstbezeichnung gewählt? Diese Frage ist der Aufhänger eines äußert interessanten Buchs von Sinclair Ferguson „The Whole Christ: Legaglism, Antinomianism, and Gospel Assurance„.

Ferguson beschäftigt sich in diesem Buch mit dem Spannungsfeld zwischen Gesetzlichkeit und ihrem Gegenteil, Freizügigkeit. Er bettet seine Überlegungen in eine Behandlung einer historischen Auseinandersetzung innerhalb der schottischen Kirche ein. Dort hatte im 18. Jahrhundert ein Buch namens „The Marrow of Modern Divinity“ großes Aufsehen erregt, weil es von Pastoren benutzt wurde, um die Gesetzlichkeit der Kirche ihrer Zeit anzuklagen und wieder neu auf Jesus und die Herrlichkeit seines Evangeliums hinzuweisen.

Die Religion des Starez Sossima

Im berühmtesten Roman des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski „Die Brüder Karamasow“ stellt der Starez Sossima, ein ehrwürdiger Mönch, wahrscheinlich die eigene religiöse Überzeugung Dostojewskis dar. In einer längeren Ansprache an die Mönche in seinem Kloster sagt der Starez:

Evangeliumsamnesie in der Gemeinde

Timothy Lane und Paul Tripp warnen in ihrem Buch „Alles anders – aber wie?“ davor, daß nicht nur einzelne Christen, sondern auch eine ganze Gemeinde das Evangelium vergessen kann (eine sogenannte Evangeliumsamnesie).

Dabei hat der Grad, inwieweit die Mitglieder der Gemeinde das Evangelium verstehen und auf ihr Leben anwenden können, tiefgreifenden Einfluß auf die Kultur der Gemeinde. Die Autoren beschreiben folgenden Prozeß, der normalerweise in der Ortsgemeinde abläuft:

  1. Jede Woche gibt es in der Gemeinde Menschen mit einer Vielfalt an Problemen.
  2. Die Bibel lehrt, daß wir alles haben, um diesen Menschen zu helfen (siehe 2. Petrus 1:3).

Die Gerechtigkeit Christi im Evangelium

Ein wichtiger Aspekt des Evangeliums, der bei der Verkündigung heute aber oft zu kurz kommt oder gar nicht erwähnt wird, ist die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi. Oft wird das Evangelium nur halb etwa so verkündigt: Unsere Sünden trennen uns von Gott. Jesus ist für unsere Sünden gestorben. Wenn wir an Jesus glauben, gilt sein Tod für uns und wir können mit Gott versöhnt werden.

Das ist aber nicht das biblische Evangelium, zumindest nicht das Ganze. Es kommt nämlich noch ein zweiter Teil hinzu. Nicht nur, daß Jesus für uns gestorben ist und unsere Schuld ihm zugerechnet wurde, sondern er hat auch für uns gelebt und das Gesetz erfüllt und seine Gerechtigkeit wird uns zugeschrieben. Der Heidelberger Katechismus drückt diesen zweiten Teil auf wunderbare Weise aus:

Sei mir tausendmal gegrüßet

Sei mir tausendmal gegrüßet,
der mich je und je geliebt,
Jesu, der du selbst gebüßet
das, womit ich dich betrübt!
Ach wie ist mir doch so wohl,
wenn ich knien und liegen soll
an dem Kreuze, da du stirbest
und um meine Seele wirbest.

Ich bedenke alle Stunden
deiner Leiden große Zahl,
denke deiner heil’gen Wunden,
deiner blut’gen Nägelmal‘.
O wer kann, du Lebensfürst,
den so sehr nach uns gedürst’t,
deine Liebe recht ergründen,
ohne Trost darin zu finden?

Die geistliche Kraft der Puritaner

Beim Lesen von Büchern und Gebeten der Puritaner fällt mir immer wieder ihre Leidenschaft auf, mehr von Jesu Gegenwart zu erleben und ihm ähnlicher zu werden. Als Beispiel kann dieser Auszug aus einem Kirchenlied von John Newton gelten:

More of thy presence, Lord, impart,
More of thine image let me bear;
Erect thy throne within my heart,
And reign without a rival there.

Was man aber schnell überliest bzw. was ich lange übersehen habe ist, woher diese Leidenschaft kommt. Die Puritaner sind nicht einfach geistlicher geboren worden als wir Menschen heute. Ihr Feuer für Jesus kam durch das Evangelium. Sie dachten tief über die Wahrheiten des Evangeliums nach, wie unsere Sünde durch Christus gesühnt wurde, und der Heilige Geist nutzte das, um ihr Herz zu entzünden. So geht das Kirchenlied folgendermaßen weiter:

Werksgerechtigkeit light

Warum fehlt in vielen Gemeinden und im Leben vieler Christen die tiefe Freude, die doch das Evangelium eigentlich verspricht?

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben. Johannes 10:10

Ich schließe mich der These von Michael Horton an, daß es daran liegt, daß an vielen Orten gar nicht wirklich das Evangelium predigt wird, sondern eine milde Form der Werksgerechtigkeit.

Erkläre!

Oft wird die christliche Botschaft folgendermaßen dargestellt: Jesus hat dir viel zu bieten (Frieden, Freude, Erfüllung, etc.). Um es zu empfangen, mußt du nur an ihn glauben.

Wo wird das wahre Evangelium gepredigt?

Tony Reinke von Desiring God hat drei hilfreiche Fragen vorgeschlagen, die man sich stellen sollte, bevor, während oder nachdem man eine Predigt gehört hat. Sie dienen dazu darüber nachzudenken und sich klar zu werden, ob in der Predigt das wahre Evangelium verkündigt wurde. Man kann sich diese Fragen auch stellen, wenn man christliche Bücher liest, christliche Musik hört oder christliche Konferenzen besucht.

Um zu prüfen, ob das Evangelium, was uns da gerade verkündigt wurde, dem biblischen Evangelium entspricht, helfen diese drei einfachen Fragen:

  • Wie werde ich gerettet?
  • Wovor werde ich gerettet?
  • Wozu werde ich gerettet?