Heilsgewißheit

Für Luther wie auch für Calvin war die Gewißheit des Heils eines der größten Gnadengaben des Evangeliums, welche durch die Reformation erst wieder neu entdeckt wurde. Daß aber um diese Gewißheit im Herzen des Gläubigen ein ständiger Kampf tobt, davon schreibt Luther in seinem Kommentar zum Galaterbrief:

Gesetz vs. Evangelium

Martin Luther hat in seinem theologischen Denken sehr stark zwischen den Begriffen Gesetz und Evangelium unterschieden. In seinem Kommentar zum Galaterbrief schreibt er:

Wenn ein Pferd reden könnte, müßte es zugestehen, daß es zwei verschiedene Dinge sind, wenn ihm das eine Mal der Pferdeknecht Hafer zum Fraß vorwirft und wenn er ein anderes Mal auf ihm reitet. So sind Verheißung und Gesetz so weit wie Himmel und Erde voneinander entfernt. Das Gesetz fordert: Tu das! Die Verheißung schenkt: Nimm das!

Die Gründung der Sieben-Tags-Adventisten

Ich beschäftige mich gerade mit der Gründungsphase der Sieben-Tags-Adventisten anhand des Buchs von George Knight „A Search For Identity – The Development of Seventh-day Adventist Beliefs„. Für mich erstaunlich war es, daß die Gründerväter sowohl die Göttlichkeit Jesu als auch damit zusammenhängend die Dreieinigkeit leugneten.

Besonders interessant fand ich ihr Verständnis davon, wie ein Mensch erlöst wird. Grundlegend für die Bibelauslegung der Adventisten sind die Botschaften der drei Engel in Offenbarung 14. Der erste Engel predigt aus ihrer Sicht in Vers 7 die Rückkehr Jesu und das damit verbundene Gericht Gottes. Diese Predigt wurde 1844 erfüllt, indem der Gründervater William Miller die leibliche Rückkehr Jesu ausgehend von Daniel 8:14 für dieses Jahr voraussagte. Diese wurde dann in eine geistliche Rückkehr uminterpretiert, indem das Heiligtum, welches Jesu reinigt, nicht mehr als die Welt, sondern als das himmlische Heiligtum verstanden wurde. Jesus übt jetzt einen zweiten Dienst dort aus.

Martin Luther über das außergewöhnliche Wirken des Heiligen Geistes

Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung vom Glauben? Galater 3:2

In seinem Kommentar zu Galater 3:2 schreibt Martin Luther folgendes über das außergewöhnliche Wirken des Heiligen Geistes in der Apostelgeschichte:

Es spricht aber Paulus hier von einer Kundmachung des Geistes in der Urgemeinde; es kam nämlich der Heilige Geist in einer Art offenkundiger Erscheinung über die Gläubigen und so gab er sicheres Zeugnis, daß er bei der Predigt der Apostel zugegen sei; gleichzeitig bezeugte er, daß die, die das Wort vom Glauben von den Aposteln hörten, bei Gott für gerecht gehalten würden; sonst wäre er nicht auf sie herabgestiegen. –

Martin Luthers Kommentar zum Galaterbrief

In seinem Kommentar zum Galaterbrief verteidigt Luther das Evangelium auf energischste Weise (wie der Apostel Paulus selbst in seiner Epistel). Ich kann manche Aussagen Luthers zu den, wie er sie nennt, Sektierern und Wiedertäufern nicht teilen und denke, daß er nicht in allen Punkten seine Gedanken durch das Wort Gottes reformieren läßt, sondern doch mitunter zur Eisegese bzw. Sprungbrettauslegung neigt.

Aber, der Hauptpunkt des Galaterbriefs, daß wir nicht durch eigene Werke, sondern durch eine fremde Gerechtigkeit, die Martin Luther passive Gerechtigkeit nennt, vor Gott gerechtfertigt werden, den hämmert er eindrücklich in den Schädel jedes Lesers. Kein Wunder, daß Charles Wesley, der Bruder von John Wesley, durch das Lesen dieses Kommentars zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist.

Galater 6:11-18 – Das einfache Evangelium

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11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch geschrieben habe mit eigener Hand! 12 Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, daß ihr euch beschneiden laßt, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. 13 Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, daß ihr euch beschneiden laßt, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14 Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. 15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. 16 Über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen, und über das Israel Gottes! 17 Hinfort mache mir niemand weitere Mühe; denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesus an meinem Leib. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist, Brüder! Amen. (Galater 6:11-18)