Gesetz vs. Evangelium

Martin Luther hat in seinem theologischen Denken sehr stark zwischen den Begriffen Gesetz und Evangelium unterschieden. In seinem Kommentar zum Galaterbrief schreibt er:

Wenn ein Pferd reden könnte, müßte es zugestehen, daß es zwei verschiedene Dinge sind, wenn ihm das eine Mal der Pferdeknecht Hafer zum Fraß vorwirft und wenn er ein anderes Mal auf ihm reitet. So sind Verheißung und Gesetz so weit wie Himmel und Erde voneinander entfernt. Das Gesetz fordert: Tu das! Die Verheißung schenkt: Nimm das!

Den Glauben weitergeben

In diesem Video spricht Ray Comfort mit vielen Studenten und ein paar Professoren an den Universitäten USC (University of Southern California) und UCLA (Unversity of California in Los Angeles).

Es ist sehr lehrreich, wie er die Menschen nicht nur auf weltanschaulicher Ebene hinterfragt, sondern auch durch Fragen das Gesetz Gottes lehrt und dann das Evangelium von Jesus Christus verkündigt.

Wenn man bedenkt, wie weit weg die meisten seiner Interview-Partner zu Beginn vom christlichen Glauben zu sein scheinen, ist es erstaunlich, wie er es dennoch schafft, das Evangelium von Jesus Christus, der für unsere Sünden gestorben ist, verständlich zu machen.

Werksgerechtigkeit light

Warum fehlt in vielen Gemeinden und im Leben vieler Christen die tiefe Freude, die doch das Evangelium eigentlich verspricht?

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben. Johannes 10:10

Ich schließe mich der These von Michael Horton an, daß es daran liegt, daß an vielen Orten gar nicht wirklich das Evangelium predigt wird, sondern eine milde Form der Werksgerechtigkeit.

Erkläre!

Oft wird die christliche Botschaft folgendermaßen dargestellt: Jesus hat dir viel zu bieten (Frieden, Freude, Erfüllung, etc.). Um es zu empfangen, mußt du nur an ihn glauben.

Hypergrace

Es gibt eine neue Strömung in der evangelikalen Bewegung, welche die Gnade Gottes auf eine Weise einseitig betont, daß kein Raum mehr bleibt für einen echten Aufruf zur Nachfolge. Vertreter dieser Perspektive, die von ihren Kritikern als „hypergrace“ bezeichnet wird, sehen die Aufgabe des Gesetzes fast ausschließlich darin, unsere Schuld aufzudecken und uns zu Christus zu führen. Unser ganzes christliches Leben besteht nun darin, immer wieder unsere Schuld anzuerkennen und die Gnade Gottes im Evangelium in Anspruch zu nehmen.

Paulus und das Gesetz

Die Freie evangelische Gemeinde München-Mitte und das Martin Bucer Seminar luden am 23. März zu einem Vortragsabend mit dem Neutestamentler Prof. Dr. Peter O’Brien ein. Das Thema war „Paulus und das Gesetz“.

O’Brien bezeichnete das Verhältnis zum Gesetz als den kompliziertesten Aspekt der Theologie des Paulus. Dabei sei seine Theologie des Gesetzes tief verwoben mit seinem Verständnis des Evangeliums. Es sei wichtig zu verstehen, worin es eine Kontinuität vom Alten zum Neuen Testament gäbe, und wo die Diskontinuität läge. Eine zentrale Frage des Abends drehte sich um den Platz des Gesetzes im Leben des Gläubigen. Jesus hatte das Gesetz bis auf den kleinsten Buchstaben bekräftigt (Matthäus 5:17-19). Für Paulus war das Gesetz heilig, gerecht und gut (Römer 7:12). Auf der anderen Seite äußere der Apostel aber sehr deutlich, daß das Gesetz abgeschafft sei. Der Hebräerbrief spreche sogar von einer Änderung des Gesetzes. Und doch zitiere Paulus aus dem mosaischen Gesetz und verbinde es mit dem Christen.

Galater 6:11-18 – Das einfache Evangelium

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11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch geschrieben habe mit eigener Hand! 12 Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, daß ihr euch beschneiden laßt, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. 13 Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, daß ihr euch beschneiden laßt, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14 Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. 15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. 16 Über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen, und über das Israel Gottes! 17 Hinfort mache mir niemand weitere Mühe; denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesus an meinem Leib. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist, Brüder! Amen. (Galater 6:11-18)