Die Liebe Gottes – Eine schwierige Lehre

Kevin Vanhoozer setzt sich zusammen mit seinen Kollegen in dem Buch „Nothing Greater, Nothing Better – Theological Essays on the Love of God“ mit der Lehre von der Liebe Gottes auseinander. Dieses Thema ist schwieriger und viel komplizierter als man zunächst annimmt.

Götzen im Inneren des Tempels (Hesekiel 8)

Der Prophet Hesekiel wurde eines Tages von der Hand Gottes zu einer Vision geführt, in der er das innere des Tempels beobachten durfte und die Art des Gottesdienstes, der dort stattfindet. Zu seinem Erstaunen wurde dort nicht der wahre Gott der Bibel angebetet, sondern fremde Götzen. Der Herr machte ihm durch dieses Gesicht deutlich, wie der Gottesdienst nach außen weiterhin in seinem Namen stattfinden kann, während im inneren der Gemeinde schon längst andere Götter angebetet werden.

Kein Platz für Wahrheit

Theologie, die Lehre von Gott, ist ein Fremdwort in unseren Gemeinden geworden, teilweise sogar ein Haßwort. Wir wollen Gemeinde bauen, Gemeinschaft leben, Menschen mit dem Evangelium erreichen. Da bleibt keine Zeit für die dröge Beschäftigung mit tieferen Wahrheiten. Nur was funktioniert, zählt. Viele Christen begnügen sich mit einem oberflächlichen Gottesbild und mit einer Einstiegskenntnis der Bibel, solange sie für ihr Leben Trost und Halt finden.

David Wells beschäftigt sich in seinem denkwürdigen Buch „No Place for Truth: or Whatever Happened to Evangelical Theology?“ mit den Gründen für die nebensächliche Rolle bzw. das Verschwinden der Theologie in den evangelikalen Gemeinden.

Gemeindemitgliedschaft, Gemeindezucht und die Liebe Gottes

Nachdem Jonathan Leeman, Ältester bei der Capitol Hill Baptist Church von Mark Dever, im Rahmen der 9Marks Reihe schon in zwei kleineren Büchern über Gemeindemitgliedschaft und Gemeindezucht geschrieben hat, widmet er sich in dem größeren und ausführlicheren Buch „The Church and the Surprising Offense of God’s Love: Reintroducing the Doctrines of Church Membership and Discipline“ diesen Themen auf einer tiefschürfenden, theologischen Ebene.

Gottesfinsternis

Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Römer 1:21)

Im Zuge der Vorbereitungen auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation wird von Seiten der Kirche überlegt, wie der Glaube an Gott den heutigen Menschen vermittelbar sei. Das bestimmende Motto wird „Gott neu denken“ sein. Über den Einfluß der Moderne und den Rückgang von Religiosität in der westlichen Welt wurden viele Gedanken angestellt und Kommentare verfaßt. Dazu gehören die lesenswerten Bücher von Martin Buber – Gottesfinsternis, David Wells – No Place for Truth, Michael Horton – Beyond Culture Wars, Os Guiness – No God but God und natürlich die Werke von Francis Schaeffer.

Der Gott von Jonathan Edwards

Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es vollbringen! Denn wie würde ich sonst gelästert! Und ich will meine Ehre keinem anderen geben. (Jesaja 48:11)

Jonathan Edwards war ein Prediger und Missionar Neuenglands im 18. Jahrhundert und der wohl berühmteste Theologe Nordamerikas. Seine Schriften über die Souveränität Gottes, die Erlösung durch Jesus Christus und zu Fragen der Gemeindepraxis haben das amerikanische Christentum wie keine anderen beeinflußt. Besonders seine Predigt „Sinners in the Hands of an Angry God“ ist in Amerika weitverbreitet worden und gehört zum Standardstoff im Englischunterricht.

Der große Lobpreis Gottes

33 O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! 34 Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35 Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde? 36 Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. (Römer 11:33-36)

John Piper predigte 2004 eine zentrale Predigt über Gottes Souveränität im Rahmen seiner Auslegung des Römerbriefes. In Römer 11:33-36 verfällt Paulus in den Lobpreis Gottes, von dem, durch den und zu dem alle Dinge sind. Er soll alle Ehre bekommen und dem Menschen alle Ehre genommen werden.

Gottes Souveränität in der Errettung

Nachdem Paulus in den ersten acht Kapiteln des Römerbriefs die wunderbare Weise entfaltet hat, wie Gott durch Jesus Sünder rettet, wendet er sich im neunten Kapitel der brennenden Frage zu: Wenn der Messias, der den Juden versprochen wurde, tatsächlich gekommen ist, wie kann es dann sein, daß die meisten Juden ihn ablehnen? Hat Gott seine Versprechen an das jüdische Volk und seinen Bund mit Abraham vergessen? Können wir uns als Christen dann überhaupt auf ihn verlassen, wenn er schon seinem alten Bundesvolk untreu wurde? In der Heilsgeschichte war das Schicksal des jüdischen Volkes zu diesem Zeitpunkt eine entscheidende Frage, weil sie Gottes eigenen Charakter in Frage stellte.

1. Petrus 4:12-19 – Gottes Treue in unserem Leid

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12 Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; 13 sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. 14 Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. 15 Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; 16 wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! 17 Denn die Zeit ist da, daß das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben? 18 Und wenn der Gerechte nur mit Not gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und Sünder wiederfinden? 19 Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun. (1. Petrus 4:12-19)

Gottes Treue

Es gibt viele Teile der Bibel zu denen man erst einen einen besonderen Zugang bekommt, wenn man in einer ähnlichen Lebenssituation steckt, aus der heraus sie geschrieben wurden. Für mich waren die Klagelieder lange Zeit nicht besonders ansprechend, mit Ausnahme des Versprechens von Gottes Treue im dritten Kapitel. Als ich nun unerwartet und kurzfristig mit dem Tod meines Vaters aufgrund eines Schlaganfalls in Verbindung mit einer Lungenentzündung konfrontiert wurde, erfuhr ich Traurigkeit, wie ich sie nie zuvor in meinem Leben empfunden habe. Aber inmitten dieser Trauer hat mich der Herr durch verschiedene wundersame Eingriffe getröstet. Zum einen öffnete mein Vater, der sich ein Leben lang schwer getan hat mit dem Glauben an Gott, und lieber Philosophie und säkulare Literatur gelesen hat, sein Herz für Christus und betete und lud Jesus in sein Leben ein. Dadurch haben wir eine begründete Hoffnung, daß er jetzt in der Gegenwart Gottes ist und in den Lobpreis Jesu und seines Werkes am Kreuz einstimmt. Zum anderen ermutigte mich der Herr durch eine Predigt von Alistair Begg über die Treue Gottes im dritten Kapitel der Klagelieder. Zum ersten Mal nahm ich auch den Kontext wahr, den Zusammenhang absoluter Erschütterung. Ich habe die Predigt mit zitternden Beinen gehört, weil ich in den Worten des Propheten Jeremia meinen eigenen Schmerz ausgedrückt fühlte. Zur gleichen Zeit hob Alistair Begg aber auch die Treue Gottes hervor. Egal, ob wir seine Wege verstehen oder nicht. Er ist einfach treu. Manchmal hilft einfach nur der Lobpreis Gottes. Er ist allmächtig, er ist treu. Wir sind in seiner Hand, unser Leben ist in seiner Hand. Jesus hat bezahlt, sein Zorn ist getilgt. Jetzt ist er nichts als Vater zu uns, der uns in seinen treuen Händen hält. Halleluja.