Was sagt denn die Schrift?

Das baptistische Glaubensbekenntnis von 1649 enthält folgende interessante Passage zur Herangehensweise an die Heilige Schrift und zur Art und Weise, wie man Theologie betreiben sollte:

Der ganze Ratschluß Gottes bezüglich all der Dinge, die zu seiner eigenen Ehre und für die Erlösung, den Glauben und das Leben des Menschen notwendig sind, ist entweder ausdrücklich in der Schrift dargelegt oder kann mit Gewißheit aus der Schrift erschlossen werden. Zu ihr darf zu keiner Zeit irgend etwas hinzugefügt werden, weder durch neue Offenbarung des Geistes noch durch menschliche Überlieferungen. (siehe 2 Tim 3,15-17; Gal 1,8-9)

Eindrücke sind Eindrücke

Viele Christen, denen ich begegne, glauben, daß Gott uns durch subjektive Eindrücke seinen Willen offenbart. Das können Träume, zufällige Umstände oder einfach ein besonderes Bauchgefühl sein. Dieser Glaube an persönliche Eindrücke scheint so fest zu sein, daß er auch in manchen christlichen Publikationen auftaucht und als normatives christliches Verhalten gelehrt wird.

Was vielen nicht bewußt ist, ist daß das Neue Testament nirgendwo dazu aufruft, Gottes Willen in und durch solche Eindrücke zu suchen. Stattdessen sollen wir uns ganz Gott hingeben, unser Denken durch sein Wort verändern lassen und dann aus Weisheit handeln.

Richter 17 – Pragmatischer Glaube

Nach den Ereignissen bei der Mars Hill Gemeinde in Seattle und Olaf Latzels Gemeinde in Bremen denke ich immer wieder darüber nach, wie pragmatisch und kurzsichtig wir oft mit Themen und Entscheidungen im christlichen Leben umgehen. Statt Martin Luthers „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“, handeln wir oft nach dem Motto: „Ich stehe nirgends und kann immer anders.“ Wir versuchen oft nicht zu Themen den wirklich biblischen Standpunkt herauszufinden und dann als Liebe zu unserem Herrn umzusetzen, sondern wir tun das, was sich gerade ergibt oder am meisten Frucht verspricht. Dieses Denken habe ich in der Studentenarbeit auch oft bei Fragen der Beziehungsethik erlebt, wenn argumentiert wird: „Na, das schadet doch niemanden.“, „Wir haben doch sowieso vor, zu heiraten.“ und „Das ist nicht mehr zeitgemäß.“