Eine Geschichte der Irrlehre

Wie kommt es zu falscher Lehre? Ab wann ist eine Meinung, die man vertritt, als falsche Lehre zu bezeichnen? Alister McGrath untersucht diese Fragen in seinem Buch „Heresy – A History of Defending the Truth“.

Er wendet sich in seiner Analyse gegen einige falsche Darstellungen von Häretikern. In der Antike hat man falsche Lehrer gern als von außerhalb des Christentums kommend dargestellt, die mit ihrer Irrlehre dem wahren Glauben schaden wollen. Wenn man sich aber die Entwicklung in der frühen Kirche anschaut, dann war Orthodoxie, der richtige Glaube, oft aus einem Entwicklungs- und Explorationsprozeß entstanden, auf dem sich manche Äste als langfristig nicht tragbar erwiesen hatten. Es war keineswegs immer aus böser Absicht oder nichtchristlicher Überlegung, daß man Positionen entwickelt hat, die später als Irrlehre eingestuft wurden.