Uneingelöste Versprechen

Os Guinness macht in seinem Buch „Asche des Abendlandes“ eine sehr treffende Analyse des Humanismus. Dieser konnte seine hochfliegenden Versprechen niemals einlösen.

Ehre dem Menschen in der Höhe, dem Schaffer und Meister der Dinge. A.C. Swinburne

Alle Probleme des Menschen wurden von ihm selbst geschaffen und können auch von ihm selbst gelöst werden. John F. Kennedy

Eine große Hoffnung stützte sich dabei auf die Technik, die J.R.R. Tolkien die Magie des modernen Menschen nannte. Aber Technik kann nur die äußeren Begleitumstände des Lebens verbessern, niemals die Kernfragen unseres Herzens beantworten, noch unsere Kernprobleme lösen.

Eine Kultur, die nicht mehr trauern kann

Ein Nebeneffekt unserer areligiösen Gesellschaft ist, daß man die Fähigkeit zum Trauern verloren hat. Man lebt nur noch im Tagesgeschäft oder will möglichst schnell dahin zurückkehren. Besonders deutlich wurde das für mich durch den Umgang mit dem Terroranschlag in Berlin. Wo andere Länder eine Staatstrauer verhängen, fand man sich bei uns mit einem Gedenkgottesdienst ab, zu dem noch nicht mal alle Angehörigen eingelassen wurden, da hochranginge Politiker anwesend waren und deren Schutz vorging.

In einem bewegenden Artikel für Die Welt berichten die Angehörigen von ihrer Fassungslosigkeit, als von der Stadt Berlin nicht zuerst eine Mitleidsbekundung eintraf, sondern ein Gebührenbescheid der Gerichtsmedizin.