InaraTalk vom 21.5.2017 – Unterscheidung

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In dieser Ausgabe von InaraTalk sprechen wir über die biblische Disziplin der Unterscheidung, warum sie wichtig ist und wie man sie gut ausüben kann.

Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. 1. Johannes 4:1

Augustinus verteidigt die Heilige Schrift gegen den großen Hieronymus

Obwohl Hieronymus in der alten Kirche sehr geachtet war, zögerte Augustinus nicht, ihn zurechtzuweisen, als er merkte, daß er das Wort Gottes verdrehte.

Auch habe ich einige Schriften über die Briefe des Apostels Paulus gelesen, deren Verfasser du sein sollst. Bei der Erklärung des Galaterbriefes bist du auch an jene Stelle gekommen, wo der Apostel Petrus vor verderblicher Verstellung gewarnt wird. Daß hier nun ein so berühmter Mann wie du oder ein anderer, wenn ein anderer jene Schriften verfaßt hat, eine Verteidigung der Lüge unternommen hat, das macht mir, ich gestehe es, so lange heftigen Schmerz, bis meine Gegengründe widerlegt werden, wofern dies etwa möglich ist.

Paul Washers Abrechnung mit untreuen Pastoren

In dieser Predigt ruft Paul Washer alle christlichen Leiter auf, die Gemeinde Gottes ausschließlich auf Grundlage der Heiligen Schrift und zur Ehre Gottes allein zu führen. Eine schallende Ohrfeige für die evangelikale Bewegung.

Die Mahnungen der Hirten

Als Christian und Hoffnungsvoll während ihrer Pilgerreise bei den Hirten vorbeikamen, erhielten sie von ihnen drei Mahnungen:

  1. Sie sahen den Hügel des Irrtums. Sie sollten nie zu hoch steigen oder zu nahe an den Rand seines Steilhangs kommen, um nicht hinunterzufallen und umzukommen.
  2. Sie sahen den Berg der Warnung. Von dort beobachteten sie, wie ein kleiner Zauntritt vom Pilgerweg abführte, den viele beschritten, weil der Weg vor ihnen zu rauh erschien. Doch wurden sie durch diesen Abweg zur Burg des Zweifels geführt und dem Riesen Verzweiflung. Dieser steckte sie in das Gefängnis in seiner Burg, wo sie ihr Augenlicht verloren und zum ständigen Umherirren verdammt wurden.

Laß dir kein X für ein U vormachen!

Viele von uns übernehmen viel zu leichtfertig, was wir von der Kanzel hören, von christlichen Experten in christlichen Zeitschriften oder von unserem familiären Umfeld. Diese Leichtfertigkeit ist aber nicht edel im biblischen Sinn. Edel waren die Beröer.

Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift , ob es sich so verhalte. Apostelgeschichte 17:11

Die Juden in Beröa verbanden eine Bereitwilligkeit, das Wort zu hören und aufzunehmen, mit der Leidenschaft, die Lehre des Paulus zu prüfen, indem sie intensiv im Wort Gottes forschten, ob seine Lehre damit zusammenpaßte.

Warum ist Kirchengeschichte wichtig?

C.S. Lewis sprach in einer Predigt, die sich in dem Buch „The Weight of Glory“ findet, über die Wichtigkeit, sich mit der Geschichte vertraut zu machen.

Am meisten von allem brauchen wir vielleicht eine tiefe Kenntnis der Vergangenheit. Nicht, daß die Vergangenheit irgendwelche Magie in sich trägt, sondern weil wir nicht die Zukunft studieren können und auch nichts der Gegenwart entgegenzusetzen haben, das uns daran erinnert, daß die Grundannahmen zu unterschiedlichen Zeiten gänzlich verschieden waren, und daß vieles was den Ungebildeten als sicher gilt, bloß zeitweilige Mode ist. Ein Mann, der an vielen Ort gelebt hat, wird weniger wahrscheinlich von den lokalen Irrtümer seines Heimatdorfes getäuscht werden: ein Gelehrter hat zu vielen Zeiten gelebt und ist dadurch in einem gewissen Maß immun gegen den großen Schwall von Unsinn, der sich zu seiner Zeit von der Presse und dem Mikrophon ergeht.

Quod non est biblicum, non est theologicum.

Ein zentrales Anliegen der Reformatoren war die Rückkehr zum Wort Gottes, der Bibel. Das Motto „sola scriptura“ drückte aus, daß die Schrift allein die Grundlage für alle theologischen Schlüsse sein sollte. Dazu kam das Prinzip von der Klarheit der Schrift (Perspikuität), welches betonte, daß Gott uns eine Offenbarung gegeben hat, die wir auch verstehen können, und die nicht erst durch Experten gefiltert werden muß.

Ausgehend von diesen Grundüberlegungen kam man zu folgender Überzeugung: Was nicht biblisch ist, ist auch nicht theologisch (quod non est biblicum, non est theologicum). Man wehrte sich gegen theologische Spekulationen, die sich vom Wort Gottes loslösen und nicht mehr durch klare biblische Stellen belegt werden können.

Warnung vor falscher Lehre

Wenn man auf schlechte oder falsche Lehre hinweist, bekommt man oft Widerstand. Auf die verbreitetsten Einwände geht ein Blogeintrag ein, der kürzlich bei Pirate Christian Media erschienen ist.

  1. „Du bist einfach nur negativ und überkritisch! Hast du denn gar nichts Gutes zu sagen? Ich kann nicht glauben, daß du … kritisierst! Zumindest versucht er, etwas zu tun oder jemandem zu helfen! Wieso kannst du nicht ein bißchen positiver sein? Ich höre nur positiven Christen zu – keinen Hassern!“
  2. „Aber er ist wirklich berühmt (er hat bekannte Bücher geschrieben, hat eine große Gemeinde, tritt im Fernsehen auf usw.), er muß wissen, wovon er redet!“ „So viele Leute können sich nicht irren!“

Eine Geschichte der Irrlehre

Wie kommt es zu falscher Lehre? Ab wann ist eine Meinung, die man vertritt, als falsche Lehre zu bezeichnen? Alister McGrath untersucht diese Fragen in seinem Buch „Heresy – A History of Defending the Truth“.

Er wendet sich in seiner Analyse gegen einige falsche Darstellungen von Häretikern. In der Antike hat man falsche Lehrer gern als von außerhalb des Christentums kommend dargestellt, die mit ihrer Irrlehre dem wahren Glauben schaden wollen. Wenn man sich aber die Entwicklung in der frühen Kirche anschaut, dann war Orthodoxie, der richtige Glaube, oft aus einem Entwicklungs- und Explorationsprozeß entstanden, auf dem sich manche Äste als langfristig nicht tragbar erwiesen hatten. Es war keineswegs immer aus böser Absicht oder nichtchristlicher Überlegung, daß man Positionen entwickelt hat, die später als Irrlehre eingestuft wurden.