Gewalt im Islam und im Christentum

Mir begegnet in Gesprächen immer wieder der Einwand, daß das Christentum doch auch eine Geschichte der Gewalt hätte und damit dem Islam gar nicht so unähnlich wäre. Außerdem rufe das Alte Testament doch sehr deutlich zu Krieg und Mord auf.

Auf diesen Einwand reagiere ich meistens in drei Schritten:

  1. Jesus hat nie zu Gewalt aufgerufen, sondern sich immer offen davon distanziert.
    • „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.“ Johannes 18:36

Gott wirkt durch unser Versagen

Man weiß nie, vor welchem größeren Unglück einen das Pech bewahrt hat. Cormac McCarthy

Laßt uns nicht entmutigt werden, wenn wir in der Nachfolge Christi nicht dem entsprechen, was wir uns gern wünschen, oder sogar wiederholt versagen. Gott schützt uns manchmal durch unser Versagen vor noch vielen größeren Gefahren, z.B. unserem Größenwahn. Außerdem sind Zeiten der Erkenntnis, daß wir nicht das sind, was Gott gerne möchte, Zeiten, in denen wir in der Liebe zu Christus wachsen können.

Schaut, ihr Heiligen; die Sicht ist herrlich!

1 Look, ye saints, the sight is glorious.
See the Man of Sorrows now,
from the fight returned victorious.
Every knee to him shall bow:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Crowns become the victor’s brow.

2 Crown the Saviour; angels, crown him;
rich the trophies Jesus brings;
in the seat of power enthrone him,
while the vault of heaven rings:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Crown the Saviour, King of kings!

3 Sinners in derision crowned him,
mocking thus the Saviour’s claim;
saints and angels crowd around him,
own his title, praise his name:
Crown him! crown him! crown him! crown him!
Spread abroad the victor’s fame!

Himmelfahrt – Die unterschätzte Lehre

R.C. Sproul erwähnt in diesem Vortrag über die Heiligkeit Gottes, daß die glorreiche Himmelfahrt unseres Herrn Jesus in unseren theologischen Reflektionen viel zu wenig Beachtung findet. Dabei handelt es sich um seine Einsetzung als König.

Im Buch Daniel wird dieser Krönung folgendermaßen angekündigt:

Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrundegehen. Daniel 7:13-14

Die Stufen des Abfalls von Christus

  1. Christus wird nicht mehr als erhaben und herrlich angesehen. Er wird nicht mehr von ganzem Herzen verehrt, geliebt und angebetet.
  2. Christus wird nicht mehr als allgenugsam angesehen. Man beginnt, Ersatzgötter neben ihm anzubeten und von ihnen Hilfe zu erwarten.
  3. Christus wird nicht mehr als notwendig angesehen. Die Ersatzgötter entwickeln ein Eigenleben und verdrängen Christus immer mehr.

Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 2. Johannes 1:9

War der Tod Jesu ein Sühneopfer?

Wie Ron Kubsch in einem kürzlich erschienen Blogeintrag betonte, wird der Gedanke an das Sühneopfer Jesu Christi heute immer mehr hinterfragt, um nicht zu sagen bestritten. Deshalb stellt sich die Frage, wie Jesus selbst eigentlich seine Mission auffaßte. Warum war er auf die Erde gekommen? War der Tod am Kreuz nur ein unvorhergesehener Einschnitt auf seinem Weg, die Gemeinde zu bauen und ihr ein moralisches Vorbild zu liefern? Oder war er gekommen, um sein Leben für seine Schafe zu geben?

Gottes Sohn überwindet den Teufel

Der große Gegenspieler in J.R.R. Tolkiens Roman „Das Silmarillion“ ist Melkor. Er ist ein Abbild des Teufels aus der biblischen Geschichte. Tolkien schreibt über ihn:

Als letztes kommt der Name Melkor: Er, der in Macht sich erhebt. Aber diesen Namen hat er verspielt; und die Noldor, die von den Elben am meisten unter seiner Bosheit gelitten haben, sprechen ihn nicht aus, weshalb sie ihn Morgoth nennen: den dunklen Feind der Welt.

Anonyme Christen?

Im 20. Jahrhundert sprach der katholische Theologe Karl Rahner davon, daß auch Menschen in anderen Religionen Christen sein können, selbst wenn sie es gar nicht wissen. Er nannte diese Menschen „anonyme Christen“. Seitdem versuchen auch viele Evangelikale eine Theologie zu entwickeln, die den Alleinanspruch Jesu nicht mehr in den Mittelpunkt nimmt, sondern allen Menschen die Möglichkeit gibt, auf ihre Weise Gott zu erkennen und am Ende gerettet zu sein (Inklusivismus).

Brian McLaren, ein Vertreter der emergenten Gemeindebewegung, schreibt zum Beispiel über den Missionsbefehl:

Jesu Zorn und Mitgefühl

Am Grab von Lazarus spielte sich eine Szene ab, die unendlich viel über das Wesen unseres Retters aussagt:

Als nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, ergrimmte er im Geist und wurde bewegt. Johannes 11:33

B.B. Warfield erklärt den Grimm von Jesus in dieser Situation folgendermaßen:

Die Sicht auf das Leid Marias und ihrer Gefährten erzürnte Jesus, weil es ihn spürbar an die Bosheit des Todes erinnerte, seine Unnatürlichkeit und seine „gewaltsame Herrschaft“, wie Calvin sie bezeichnet. Durch die Trauer Marias – um es mit Calvins Worten zu sagen – denkt Jesus über das allgemeine Leid des ganzen Menschengeschlechts nach und entbrennt in Zorn über den Unterdrücker der Menschen. Unauslöschlicher Grimm erfaßt ihn; sein ganzes Wesen wird bewegt und verstört.

Christus der Fels allein hält stand!

Mein ganzes Hoffen ruht allein
auf Christi Blut und Kreuzespein;
ob jede andre Stütze bricht,
der ewge Fels betrügt mich nicht.

Christus der Fels allein hält stand!
Wer anders baut der baut auf Sand,
wer anders baut der baut auf Sand.

Umgibt mich Zweifel dann und wann,
doch seine Treu nicht ändern kann.
Ob Sturm auf Sturm das Herz mir presst,
der Fels hält meinen Anker fest.

Christus der Fels allein hält stand!
Wer anders baut der baut auf Sand,
wer anders baut der baut auf Sand.