Die Einwände des Iwan Karamasow gegen den Glauben

Teil des Romans „Die Brüder Karamasow“ von Fjodor Dostojewski ist die Erzählung „Der Großinquisitor“. Sie wird von einer der Figuren des Romans, Iwan Karamasow, erzählt, als er mit seinem Bruder Alexej über seinen Glauben spricht. Iwan stellt im Roman den Zweifler dar. Er hat sich (noch) nicht ganz vom Glauben an Gott verabschiedet, ihm fällt es aber schwer, aufgrund Dingen wie des Leids der Menschen und den Mißbräuchen der Kirche am Glauben festzuhalten.

Die Weltseligkeit der Kirche

„Die nationalsozialistische deutsche Führung hat mit zahlreichen Dokumenten unwiderleglich bewiesen, daß dieser Krieg in seinen weltweiten Ausmaßen von den Juden angezettelt worden ist. Sie hat deshalb im Inneren wie nach außen die zur Sicherung des deutschen Lebens notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen gegen das Judentum getroffen.

Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der unter anderem die Reichspolizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat, wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen.

Sola Scriptura in einer neuen Reformation

„Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

Angriff auf die Moderne

Der christliche Glaube ist in der modernen Welt vielen Einsprüchen und zum Teil Widersprüchen ausgesetzt. Viele Menschen wollen an den alten Gott des Christentums nicht mehr glauben. Oder sie halten die christliche Moral für überkommen. Die Bibel als historisch zuverlässiges Buch wird selbst innerhalb des Christentums kaum noch für voll genommen. Wie können, wie sollen wir als Christen den Herausforderungen des modernen Weltbilds begegnen?

Den Weg, den die evangelische Kirche in Deutschland beschritten hat, kann man mit dem Wort Anpassung zusammenfassen. Sie hat sich dem modernen Zeitgeist angepaßt und die biblische Botschaft gleich mit. Statt ewige Antworten auf zeitliche Fragen zu geben, hat sie sich zum Bauchredner des Zeitgeistes entwickelt, der versucht, die Bibel irgendwie relevant für die moderne Zeit zu machen.

Gottesfinsternis

Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Römer 1:21)

Im Zuge der Vorbereitungen auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation wird von Seiten der Kirche überlegt, wie der Glaube an Gott den heutigen Menschen vermittelbar sei. Das bestimmende Motto wird „Gott neu denken“ sein. Über den Einfluß der Moderne und den Rückgang von Religiosität in der westlichen Welt wurden viele Gedanken angestellt und Kommentare verfaßt. Dazu gehören die lesenswerten Bücher von Martin Buber – Gottesfinsternis, David Wells – No Place for Truth, Michael Horton – Beyond Culture Wars, Os Guiness – No God but God und natürlich die Werke von Francis Schaeffer.

Auf der Suche nach dem verlorenem Wort

Der deutsche, lutherische Theologe Helmut Thielicke nimmt uns in diesem Buch mit in seine Reflektionen über das Luthertum in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Er ist besorgt, daß das Wort Gottes im Gemeindebetrieb zunehmend in den Hintergrund rückt. Er ruft gerade die Pastoren dazu auf, einen echten, gelebten Glauben zu haben und nur aus dem zu predigen, was sie selber mit Gott erlebt und aus der Bibel erkannt haben. Außerdem kritisiert er die theologische Lehre an den Hochschulen, die oft mit der eigentlichen Arbeit in der Gemeinde wenig zu tun hat. Obwohl er selber nicht ganz frei ist, dem modernen Zeitgeist nachzugehen und zentrale biblische Inhalte an moderne Menschen anzupassen, hinterfragt er doch das Gebaren seiner Kirche, die in vorauseilendem Gehorsam noch viel schneller vorangegangen sei. Oft habe sie ihrer eigenen Zeit gar nichts mehr zu sagen, weil sie sich von ihren Zeitgenossen in Glaube und Leben so wenig unterscheide. Thielicke legt den Finger auf die Wunde, wenn er viele Pastoren und Gemeindeleiter dafür kritisiert, einfach mit dem Predigt- und Gemeindebetrieb weiterzumachen, obwohl der echte Glaube und die Liebe für das Wort Gottes schon längst erloschen sind. Als Ergebnis würde man nur allgemeine Moralpredigten über den Menschen halten, anstatt die konkreten Menschen in der Gemeinde anzusprechen und ihnen die Verbindung der biblischen Wahrheiten mit ihrem persönlichen Leben aufzuzeigen. Viele Kirchenerneuer würden nur mehr tote Liturgie einführen wollen, statt das Wort Gottes den Menschen nahezubringen.