Augustinus verteidigt die Heilige Schrift gegen den großen Hieronymus

Obwohl Hieronymus in der alten Kirche sehr geachtet war, zögerte Augustinus nicht, ihn zurechtzuweisen, als er merkte, daß er das Wort Gottes verdrehte.

Auch habe ich einige Schriften über die Briefe des Apostels Paulus gelesen, deren Verfasser du sein sollst. Bei der Erklärung des Galaterbriefes bist du auch an jene Stelle gekommen, wo der Apostel Petrus vor verderblicher Verstellung gewarnt wird. Daß hier nun ein so berühmter Mann wie du oder ein anderer, wenn ein anderer jene Schriften verfaßt hat, eine Verteidigung der Lüge unternommen hat, das macht mir, ich gestehe es, so lange heftigen Schmerz, bis meine Gegengründe widerlegt werden, wofern dies etwa möglich ist.

Ohne Unterweisung leben Christen wie Säue

Als Martin Luther durch das Nachsinnen über Römer 1:16,17 zum Glauben an das Evangelium durchgestoßen war, dachte er zunächst, daß es von nun an ausreichen würde, allein das Evangelium zu verkünden, um die Menschen zu Christus zu führen und sie im Glauben zu erhalten. Außerdem ging er davon aus, daß Jesus bald wiederkommen werde und er Teil der endzeitlichen Erneuerung der Gemeinde sei. Als er merkte, daß beides nicht zutraf, begann er umzudenken. Er merkte, daß neben der Verkündigung des Evangeliums noch die gezielte Unterweisung der Gläubigen vonnöten ist, damit diese wirklich im Glauben an Christus gegründet werden und an praktischer Gottesfurcht zunehmen. Deshalb verfaßte er den kleinen Katechismus, in dessen Vorrede er auf sein Umdenken eingeht.

Luther über faule Prediger und Pastoren

In der Vorrede zu seinem großen Katechismus schreibt Martin Luther:

Dass wir den Katechismus so sehr treiben und zu treiben beide begehren und bitten, haben wir nicht geringe Ursache, dieweil wir sehen, dass leider viel Pfarrherrn und Prediger hierin sehr säumig sind und verachten beides, ihr Amt und diese Lehre, etliche aus großer hoher Kunst, etliche aber aus lauter Faulheit und Bauchsorge, welche sich nicht anders zur Sache stellen, denn als wären sie um ihres Bauches willen Pfarrherrn oder Prediger und müßten nichts tun, denn der Güter gebrauchen, solange sie leben; wie sie unter dem Papsttum gewohnt.

Drama, Lehre, Anbetung, Jüngerschaft

Michael Horton hat ein wunderbares Raster entwickelt, das uns helfen kann, die Bibel zu verstehen und anzuwenden. Es setzt sich aus vier Teilen zusammen:

Drama – die Geschichte, die Gott mit seinem Volk schreibt

Lehre – die Lehren, die aus dieser Geschichte folgen

Anbetung – die Anbetung, die die Geschichte und das, was sie über Gott lehrt, bei uns auslöst

Jüngerschaft – die Jüngerschaft, die als Frucht daraus entsteht

In seinem Buch „The Gospel Commission – Recovering God’s Strategy for Making Disciples“ schreibt Horton dazu folgendes:

Gottesfürchtige Bibelschulen

John Piper legt in seinem Buch „Brothers, We Are Not Professionales“ 20 Anliegen dar, die er für theologische Ausbildungsstätten betet. Sie dürfen als Grundprinzipien gelten, die an jedem Ort, wo die Bibel gelehrt wird, absolut unentbehrlich sind.

  1. Daß das höchste Anliegen eines jeden Lehrers ist, so zu lehren und zu leben, daß die Schüler die Herrlichkeit Gottes mit größtmöglicher Leidenschaft bewundern (1. Korinther 10:31; Matthäus 5:16).
  2. Daß dieses Anliegen auf dem Weg erreicht wird, den 1. Petrus 4:11 beschreibt: „Dient … aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus.“

Die Liebe Gottes – Eine schwierige Lehre

Kevin Vanhoozer setzt sich zusammen mit seinen Kollegen in dem Buch „Nothing Greater, Nothing Better – Theological Essays on the Love of God“ mit der Lehre von der Liebe Gottes auseinander. Dieses Thema ist schwieriger und viel komplizierter als man zunächst annimmt.

Welche Gemeinde ist die richtige?

Wenn es darum geht, welche Gemeinde man als Christ besuchen sollte, ist es ratsam, sich nicht von äußerlichen Merkmalen wie der Schönheit des Gemeindegebäudes oder dem Stil des Lobpreises leiten zu lassen. Stattdessen sollte die Frage, wie das Evangelium in der Gemeinde gepredigt und gelebt wird das primäre Kriterium sein. So wie es für das eigene Leben am wichtigsten ist, daß man das Evangelium glaubt und aus dem Evangelium lebt, so gilt der gleiche Anspruch und die gleiche Priorität für die Gemeinde. Ich schlage folgende vier Kriterien vor, nach denen man eine neue Gemeinde prüfen sollte oder auch die eigene Gemeinde, in der man schon länger Mitglied ist.

Eine Geschichte der Irrlehre

Wie kommt es zu falscher Lehre? Ab wann ist eine Meinung, die man vertritt, als falsche Lehre zu bezeichnen? Alister McGrath untersucht diese Fragen in seinem Buch „Heresy – A History of Defending the Truth“.

Er wendet sich in seiner Analyse gegen einige falsche Darstellungen von Häretikern. In der Antike hat man falsche Lehrer gern als von außerhalb des Christentums kommend dargestellt, die mit ihrer Irrlehre dem wahren Glauben schaden wollen. Wenn man sich aber die Entwicklung in der frühen Kirche anschaut, dann war Orthodoxie, der richtige Glaube, oft aus einem Entwicklungs- und Explorationsprozeß entstanden, auf dem sich manche Äste als langfristig nicht tragbar erwiesen hatten. Es war keineswegs immer aus böser Absicht oder nichtchristlicher Überlegung, daß man Positionen entwickelt hat, die später als Irrlehre eingestuft wurden.