Gott im Leid begegnen

Timothy Keller faßt im Nachwort zu seinem Buch „Gott im Leid begegnen“ die wichtigsten Gedanken seiner tiefschürfenden Auseinandersetzung mit dem Thema Leid zusammen:

  1. Die Arten des Leids
    • Leid als Resultat von falschem Verhalten
      • Die Folge ist ein Gefühl von Schuld und Scham.
    • Leid als Resultat von Verrat und Angriffen anderer Menschen
      • Die Folge ist ein Gefühl von Wut und Bitterkeit.
    • Leid als universelle Erfahrung des Verlustes (Tod, Krankheit, Armut)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Trauer und Furcht.
    • Leid als Horror (Massenerschießung)
      • Die Folge ist ein Gefühl von Verwirrung und Wut auf Gott.

George Herbert – Joseph’s Coat

Wounded I sing, tormented I indite,
Thrown down I fall into a bed, and rest:
Sorrow hath chang’d its note: such is his will
Who changeth all things, as him pleaseth best.
For well he knows, if but one grief and smart
Among my many had his full career,
Sure it would carry with it ev’n my heart,
And both would run until they found a bier
To fetch the body; both being due to grief.
But he hath spoil’d the race; and giv’n to anguish
One of Joy’s coats, ‚ticing it with relief
To linger in me, and together languish.
I live to shew his power, who once did bring
My joys to weep, and now my griefs to sing.

Die Einwände des Iwan Karamasow gegen den Glauben

Teil des Romans „Die Brüder Karamasow“ von Fjodor Dostojewski ist die Erzählung „Der Großinquisitor“. Sie wird von einer der Figuren des Romans, Iwan Karamasow, erzählt, als er mit seinem Bruder Alexej über seinen Glauben spricht. Iwan stellt im Roman den Zweifler dar. Er hat sich (noch) nicht ganz vom Glauben an Gott verabschiedet, ihm fällt es aber schwer, aufgrund Dingen wie des Leids der Menschen und den Mißbräuchen der Kirche am Glauben festzuhalten.

Über die Trauer

C.S. Lewis hat seine Frau spät geheiratet und früh verloren. Um mit dem Schmerz des Verlusts umzugehen, schrieb er zunächst anonym darüber, welche Gedanken und Gefühle er seit dem Tod seiner Frau hatte.

Was mich zunächst an dem Buch überraschte war, wie schonungslos ehrlich C.S. Lewis seine Gefühlswelt offenlegt, mit allen Zweifeln, aller Wut und Bitterkeit aber auch mit allen Fragen an Gott, die damit zusammenhängen. Hier ein Beispiel:

1. Petrus 4:12-19 – Gottes Treue in unserem Leid

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12 Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; 13 sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. 14 Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. 15 Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; 16 wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! 17 Denn die Zeit ist da, daß das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben? 18 Und wenn der Gerechte nur mit Not gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und Sünder wiederfinden? 19 Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun. (1. Petrus 4:12-19)