Keine blinde Liebe für Gott

John Owen plädiert in seinem Buch zur Christologie (der Lehre von Christus) in einem Abschnitt, der über unsere Liebe spricht, die wir zu Christus haben sollen, dafür daß diese niemals rein gefühlsmäßig und losgelöst vom Gebrauch des Verstandes sein sollte.

Während Gott verlangt, daß wir ihn mit unserer ganzen Seele und unserem ganzen Verstand lieben, wollen diese Menschen eine Liebe zu Gott, die nur den Willen und die Gefühle mit Gott verbindet, ohne daß der Verstand gebraucht wird. Liebe ist die Handlung unserer ganzen Seele. Aber diese Männer haben sich eine Liebe ausgedacht, die sie bewundern und preisen, welche ihren Verstand völlig umgeht. Und durch diese eingebildete Liebe sind sie in viele lächerliche Exzesse und offene Verführungen gefallen, was ihre eitle Liebe völlig offenbart, die sie vorgeben zu haben.

Die Schönheit der Tugend

Tugend ist ein Wort, das wir nur noch sehr selten gebrauchen. Jemand als tugendhaft zu bezeichnen, hört sich fremd an. Das liegt daran, daß wir der Ethik und dem moralischen Handeln keinen hohen Wert mehr beimessen. Ethik verbinden wir mit Pflicht und von der Pflicht wollen wir uns möglichst befreien. An dieser einseitigen Sicht auf die Ethik ist u.a. Immanuel Kant schuld, der das pflichtgemäße Handeln betonte.

Einen anderen Zugang zur Ethik hatte Jonathan Edwards. In seinem Buch „The Nature of True Virtue“ vergleicht er Tugend mit der Schönheit des Herzens. Sie bestehe nicht vornehmlich aus Pflichterfüllung, sondern aus Liebe zu Gott und den Menschen.

Die Religion des Starez Sossima

Im berühmtesten Roman des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski „Die Brüder Karamasow“ stellt der Starez Sossima, ein ehrwürdiger Mönch, wahrscheinlich die eigene religiöse Überzeugung Dostojewskis dar. In einer längeren Ansprache an die Mönche in seinem Kloster sagt der Starez:

Die geistliche Kraft der Puritaner

Beim Lesen von Büchern und Gebeten der Puritaner fällt mir immer wieder ihre Leidenschaft auf, mehr von Jesu Gegenwart zu erleben und ihm ähnlicher zu werden. Als Beispiel kann dieser Auszug aus einem Kirchenlied von John Newton gelten:

More of thy presence, Lord, impart,
More of thine image let me bear;
Erect thy throne within my heart,
And reign without a rival there.

Was man aber schnell überliest bzw. was ich lange übersehen habe ist, woher diese Leidenschaft kommt. Die Puritaner sind nicht einfach geistlicher geboren worden als wir Menschen heute. Ihr Feuer für Jesus kam durch das Evangelium. Sie dachten tief über die Wahrheiten des Evangeliums nach, wie unsere Sünde durch Christus gesühnt wurde, und der Heilige Geist nutzte das, um ihr Herz zu entzünden. So geht das Kirchenlied folgendermaßen weiter:

Jonathan Edwards über die besonderen Gaben des Heiligen Geistes

In einer Predigtreihe zu 1. Korinther 13 spricht Jonathan Edwards in seiner zweiten Predigt „Love More Excellent than the Extraordinary Gifts of the Spirit“ über die Rolle der gewöhnlichen und außergewöhnlichen Geistesgaben.

Zunächst unterscheidet er zwischen den allgemeinen Gaben des Heiligen Geistes, die auch Ungläubige erfahren können, und den rettenden Gaben. Der Heilige Geist überführt auch Ungläubige zuweilen von ihrer Sünde und erleuchtet sie auf eine gewisse Weise beim Lesen der Heiligen Schrift. Auch Ungläubige werden vom Geist Gottes manchmal mit Dankbarkeit gegenüber Gott erfüllt oder mit Trauer über die eigene Verlorenheit. Dem gegenüber gibt es ein Wirken des Heiligen Geistes, welches auf die Erwählten beschränkt ist. Ihnen schenkt er rettenden Glauben, Liebe und alle anderen erlösenden Gnadengaben.