Neue Gemeinden braucht das Land

Wie kann man bestehende Gemeinden verändern? Insbesondere wenn man das Anliegen hat, daß sich Gemeinden wieder am Evangelium ausrichten, stellt sich diese Frage mitunter recht häufig, wenn man die Gemeindelandschaft in der eigenen Region anschaut oder vielleicht sogar die Gemeinde, in der man selbst Mitglied ist.

Mark Dever hat das sehr hilfreiche Buch „Der Weg zur authentischen Gemeinde“ geschrieben, welches viele Anregungen gibt, wie man Veränderungsprozesse in der eigenen Gemeinde anstoßen kann. Allerdings hat man es oft mit einem enormen Widerstand zu tun. Dieser stammt zu einem großen Teil daher, daß Menschen an bestimmte Überzeugungen und Formen gewöhnt sind und diese nur schwer ändern wollen. Im Marketing spricht man bei der Einführung von Innovationen von sogenannten frühen Übernehmern, denen eine Mehrheit gegenübersteht, die erstmal sehen will, daß sich die Innovation bewährt hat, bevor sie bereit ist, sie selbst zu übernehmen.

Ein Plädoyer für eine kongregationalistische Gemeindestruktur

Beim Kongregationalismus liegt die letzte Entscheidungsgewalt bei der Gemeindeversammlung, nicht bei den Ältesten (Presbyterianismus) oder bei einem übergeordneten Bischof (Episkopalismus). Daß diese Gemeindestruktur auch die biblische ist, verteidigt Jonathan Leeman in seinem neuen Buch „Understanding The Congregation’s Authority“.

In gewisser Hinsicht ist das ganze Neue Testament ein Zeugnis dafür, daß einzelne Gemeinden ihre Angelegenheiten unter der Führung von Ältesten selbst verwalteten. Aber es gibt einige zentrale Bibelstellen, die deutlich machen, daß sowohl Jesus als auch Paulus davon ausgingen, daß die Mitglieder der Gemeinde in ihrer Versammlung das letzte Sagen in der Gemeinde haben.